Seit Freitag gibt es Spargel auf dem Hof Aschof – in ein paar Wochen auch Erdbeeren
Wachstum unter der Folie

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Seit Freitag gibt es Spargel aus Stukenbrock. Auf dem Hof Aschof hat der Hofladen geöffnet und die ersten Kunden haben sich eingedeckt. Sie kommen nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus den Nachbargemeinden. »Wir haben vor allem viele Kunden aus dem Lippischen«, sagt Peter Aschof.

Samstag, 14.04.2018, 10:15 Uhr aktualisiert: 14.04.2018, 10:20 Uhr
Gabi und Peter Aschof freuen sich in ihrem Hofladen über die ersten Kunden, die frischen Spargel haben wollen. Hier deckt sich gerade Annette Schlüter aus Stukenbrock ein. Sie ist eine Stammkundin. »Wir kommen schon seit 25 Jahren«, sagt sie. Foto: Matthias Kleemann

Wer am Wochenende heimischen Spargel aus der Senne auf dem Tisch haben will, muss sich sputen, noch sind die geernteten Mengen überschaubar. »Die ersten Kunden haben sich schon beschwert, dass es spät losgeht mit dem Spargel. Stimmt aber nicht, es ist ein ganz normaler Saisonbeginn«, sagt Peter Aschof.

Wer sich daran erinnere, dass es vergangenes Jahr bereits Ende März Spargel gegeben habe, der liege zwar richtig. »Vergangenes Jahr waren wir aber früh.« Mitte April sei eigentlich die Regel.

Dabei wenden die Spargelbauern, Aschof eingeschlossen, alle Tricks an, um mit der Saison so früh wie möglich beginnen zu können. Seit zwei Jahren arbeitet Peter Aschof beispielsweise mit einer Dreifachabdeckung. Dabei werden die Feldreihen mit schwarzer Folie abgedeckt, um sämtliche Wärme zu absorbieren. Eine doppelte Folie spannt sich außerdem als Minitunnel über zwei bis drei Reihen. Hinzu kommt eine frühe Spargelsorte, bei Aschof ist das zum Beispiel »Cumulus«. Während diese Sorte geerntet und angeboten wird, schlummert nebenan die Sorte »Backlim« noch unter weißer Folie, die Licht und Wärme abweist und deshalb die Ernte hinauszögert.

Die Kombination von frühen, mittleren und späten Sorten sowie die Verwendung von Folien sorgen dafür, dass nicht der gesamte Spargel zur gleichen Zeit reif ist, so dass der Hof bis zum 24. Juni, dem letzten Tag der Spargelernte, durchgehend guten Spargel anbieten kann. Insgesamt bewirtschaftet Aschof auf diese Weise acht Hektar.

Qualitätsunterschiede zwischen den Sorten gibt es aus Aschofs Sicht nicht. Großen Einfluss auf den Geschmack habe jedoch der Boden.

In der Übergangszeit ständig auf dem Sprung

Ähnlich geht der Landwirt bei den Erdbeeren vor. In dem Folientunnel stehen die Stauden mit den frühen Sorten bereits in voller Blüte. Auch erste grüne Früchte sieht man schon. Bis daraus schmackhafte, aromatische Erdbeeren werden, dauert es aber noch ein bisschen. Und wenn die Reihen in den Tunneln (etwa ein halber Hektar) abgeerntet sind, geht es mit den späteren Freilandsorten weiter, von denen Aschof noch einmal vier Hektar hat. Probleme kann später Frost bereiten. »Im vergangen Jahr hatten wir dadurch Ausfälle«, sagt Aschof. In der Übergangszeit ist er ständig auf dem Sprung. Wenn es zu frieren droht, werden Folien ausgelegt. Sogar eine Sprühanlage, um die Blüten durch einen Eismantel zu schützen, hat der Hof. Trotzdem lassen sich Verluste nicht ganz vermeiden.

Man könnte die Erdbeerzeit bis fast in den späten Sommer ausdehnen, das macht Aschof aber nicht. »Bis zum 10. Juli wollen wir mit allem durch sein.«

Dann schließt auch der Hofladen wieder. Für die Zeit der Spargel- und Erdbeersaison bietet Gabi Aschof jedoch alles an, was man für eine komplette Spargelmahlzeit braucht: Schinken und Wurst von der Fleischerei Austermeier, Kartoffeln von Rieksneuwöhner und Eier aus Kaunitz, sowie weitere Produkte von Selbstvermarktern, etwa Nudeln aus Mastholte. Auch den trockenen Weißwein gibt’s im Hofladen.

Wer sich die Mühe mit dem Schälen nicht machen möchte, ist ebenfalls bei Aschof richtig. Schon seit einigen Jahren gibt es auch geschälten Spargel, erst im vergangenen Jahr wurde dafür eine neue Maschine in Betrieb genommen.

Das Spargel- und Erdbeergeschäft ist das zweite Standbein des Hofs. Spargel wird seit den 50er-Jahren angebaut, Erdbeeren sind vor etwa 15 Jahren dazugekommen. Ganzjährig werden auf dem Hof Schweine für die Mast gezüchtet.

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