Kita Edith Stein soll 189.000 Euro städtischen Zuschuss erhalten Wabenstruktur macht den Anbau teuer

Schloß Holte-Stukenbrock (WB/ms). Die Stadt beteiligt sich am Anbau und der Aufstockung der Kindertagesstätte Edith Stein an der Dopheide mit einem Zuschuss in Höhe von 189.000 Euro. Das hat der Familien-, Demografie- und Integrationsausschuss bei einer Gegenstimme der FDP mit großer Mehrheit beschlossen. Der insgesamt 479.600 Euro teure Anbau wird finanziert aus 255.000 Euro Zuschüssen des Landschaftsverbandes und des Kreises, 35.000 Euro vom Träger (Katholische Kindertageseinrichtungen Minden-Ravensberg-Lippe gGmbH) und dem beschlossenen städtischen Zuschuss.

Der Edith-Stein-Kindergarten platzt aus allen Nähten. Die Stadt zahlt für einen Anbau einen hohen Zuschuss.
Der Edith-Stein-Kindergarten platzt aus allen Nähten. Die Stadt zahlt für einen Anbau einen hohen Zuschuss. Foto: Matthias Kleemann

Bei ähnlichen Erweiterungen anderer Kindergärten hatte die Stadt bisher Zuschüsse in Höhe von 50.000 bis 60.000 Euro bezahlt. Allerdings handelt es sich beim Edith-Stein-Kindergarten um ein städtisches Gebäude. Das Erzbistum Paderborn werde deshalb kein Geld geben. Zudem hat es eine ausgefallene Architektur. »Es gibt Kindergärten, die sind einfacher strukturiert. Die Wabenstruktur ist schick, aber leider teuer«, sagte Beigeordneter Bernd Gebauer im Familienausschuss.

Ergotherapie und Lebensmittellager in einem Raum

Anette Moriba, Leiterin der Kindertagesstätte, und Architekt Volker Weege machten im Ausschuss deutlich, dass es sich nicht um eine »Wunschliste« mit Extras handele, sondern um pure Notwendigkeiten. Bereits vor einem Jahr war bei der planerischen Überprüfung der Raumsituation bekannt geworden, dass die Kita dem Raumprogramm nicht mehr entspreche. Es fehlen Räume für die Vorratshaltung, Fluchtwege, Kinderwagen-Parkplatz, Wickelraum und Differenzierungsraum. Der Kindergarten beschäftigt inzwischen 20 Mitarbeiter inklusive Praktikantinnen, so dass ein großer Personalraum benötigt wird.

Versorgt werden 75 Kinder, davon 16 im Alter unter drei Jahren. 65 Kinder erhalten Mittagessen in der Kita. »Wir haben nur einen winzig kleinen Abstellraum. Da passen ein Regal und ein Gefrierschrank hinein. Hinter der Turnhalle wird ein Mehrzweckraum als Lager für Hygieneartikel, Getränke, Lebensmittel, Kartoffeln, aber auch für Turngeräte genutzt. In diesem Raum finden aber auch Bewegungsangebote, Projekte, Integration, Ergotherapie und Frühförderung statt. Das geht so nicht weiter.« Moriba berichtete über die täglichen logistischen Herausforderungen, die purer Stress seien. Das überzeugte die Politiker, die »notgedrungen« dem hohen Zuschuss zustimmten. Endgültig entscheiden die Ratsmitglieder während ihrer Sitzung am Dienstag, 8. Mai.

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