Bürger sollen helfen – Günter Potthoff und Kulturkreis planen Ausstellung alter Fotos von Josef Hörster
»Bilder ohne Namen taugen nichts«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Heimatforscher Günter Potthoff und der Kulturkreis Schloß Holte-Stukenbrock planen eine Ausstellung alter Fotografien im Kulturforum am Altenkamp. Grundlage dafür ist eine Kiste voller alter Fotos, die Josef Hörster gemacht hat. Dazu benötigen die Ausstellungsmacher aber die Hilfe der Bürger.

Samstag, 03.03.2018, 10:45 Uhr aktualisiert: 03.03.2018, 15:34 Uhr
Zu diesem Foto gibt es keine zusätzlichen Informationen. Wer kennt das Bild oder darauf zu sehende Personen, fragt Günter Potthoff. Foto: Josef Hörster

»Wir wollen diesen Bilderschatz jetzt heben und für die Nachwelt erhalten«, sagte Günter Potthoff bei einem Pressegespräch. Das Problem sei, dass auf vielen Fotos Menschen zu sehen sind, von denen nicht bekannt ist, wer sie sind. Ein Großteil der Bilder sei bisher unveröffentlicht, einige wenige Fotos sind in Potthoffs Büchern bereits zu sehen.

Hörster hat von 1895 bis 1974 in Schloß Holte gelebt, in der Holter Eisenhütte gelernt und 1928 sein Fotografen-Geschäft angemeldet. Seine erste Plattenkamera ist im Heimathaus ausgestellt.

Wie am 5. Januar dieses Jahres berichtet, hat Potthoff die Bilder von Therese Laustroer, der Tochter des Fotografen, erhalten. Die 94-Jährige erinnert sich noch gut an ihren Vater und seine Arbeit. Auch Günter Potthoff kann sich noch an ihn erinnern und zeigt Fotos, auf denen die eigenen Eltern und auch Großeltern zu sehen sind. Die hat Hörster fotografiert, der fröhliche Ereignisse, wie Kommunion, Eheschließung, aber auch Tote im Bild festhielt. »Tote wurden zu damaliger Zeit häufiger fotografiert, um eine Erinnerung zu haben.« Mehrere Fotos gibt es auch von Theater-Aufführungen, die in der mittlerweile abgerissenen Gaststätte Dresselhaus-Brockmann stattgefunden haben. Dokumentiert sind zudem Ereignisse aus der Nazi-Zeit. Ein Bild zeigt eine Schloß Holter Musik-Kapelle.

Bei Gruppenaufnahmen viel Zeit gelassen

»Josef Hörster hat sehr genau gearbeitet, sich bei Gruppenaufnahmen viel Zeit gelassen und alle so arrangiert, dass sie gut zu sehen sind.« Der Heimatforscher, der sich auch im Vorstand des Fördervereins Industriemuseum engagiert, hat die Fotos genau angeschaut, zum Teil bereits vergrößert. Doch: »Bilder ohne Namen und Datum der Aufnahme taugen nichts für ein Archiv. Wenn alle Angehörigen verstorben sind, weiß keiner mehr, wer darauf ist«, betont Potthoff, der nun die Einwohner einbeziehen will.

In loser Folge werden deshalb in dieser Zeitung historische Aufnahmen veröffentlicht, mit der großen Bitte: Wer Personen auf den Bildern erkennt, oder wer zum ungefähren Zeitpunkt der jeweiligen Aufnahme etwas sagen kann, der soll sich melden. Hinweise nimmt Günter Potthoff unter der Telefonnummer 05207/8395 entgegen.

Er hofft auf möglichst viele Anrufe, vermutet, dass in manchem privatem Fotoalbum doch noch Namen oder Jahreszahlen verzeichnet sind. Wenn er alte Alben zu sehen bekommt, hat der Heimatforscher es allerdings schon oft genug erlebt, dass Fotos fehlen, da diese offensichtlich unter den Nachkommen verteilt worden sind. Als Service und auch um solche Lücken in den Familienalben zu füllen, bietet er an, von den Fotos Abzüge machen zu lassen, und sie gegen eine Spende zur Verfügung zu stellen. »Mit solchen Abzügen oder Vergrößerungen, konnte ich schon einige Freude bereiten.«

Die Spende soll dem Förderverein Industriemuseum zugute kommen. Eine Arbeitsgruppe des Vereins arbeitet intensiv an der Digitalisierung alter Dokumente über Schloß Holte-Stukenbrock und Umgebung, eben auch Fotos, um sie zukünftigen Generationen zu erhalten und sie wissenschaftlich auswerten zu können.

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