Fachbereichsleiterin Christiane Vornholt stößt Projekt an Wie wollen wir im Alter leben?

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wie wollen Menschen, die heute 60 Jahre und älter sind, leben? Einen Fragebogen dazu hat die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Christiane Vornholt, mit ihrem Team und in Kooperation mit dem Kreis Gütersloh entwickelt.

Von Monika Schönfeld
Gemeinsam mit Pflegeberaterin Maria Brock (links) hat die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Christiane Vornholt, einen Fragebogen entwickelt, der aufzeigen soll, wie die Menschen in den Ortsteilen im Alter leben wollen.
Gemeinsam mit Pflegeberaterin Maria Brock (links) hat die Leiterin des Fachbereichs Soziales, Christiane Vornholt, einen Fragebogen entwickelt, der aufzeigen soll, wie die Menschen in den Ortsteilen im Alter leben wollen. Foto: Monika Schönfeld

»Die Stadt ist im Bereich der Pflege gut aufgestellt. Das läuft«, sagt Vornholt. Nach 100 Tagen im Amt hat die 53-Jährige ein Gespür für die Situation in der Stadt entwickelt. »Beim Frühstück für pflegende Angehörige ist deutlich geworden, dass 30 Teilnehmer einen Gesprächskreis wünschen. Die Pflegedienste haben signalisiert, dass das eine super Sache sei, bei der sie mitmachen.« Es gibt bereits einen Gesprächskreis im Cara Vita, ein zweites Angebot habe auch sein Publikum. »Das Kreisfamilienzentrum ist im Boot, hat aber keinen Platz.«

Bereits bei Amtsantritt im Oktober hatte Christiane Vornholt das Projekt »Älter werden in Schloß Holte-Stukenbrock« ins Gespräch gebracht. »Wir sind aufgefordert, den Menschen vor Ort die Lebensqualität zu bieten, die sie sich wünschen.« Das entspricht der Maßgabe, dass ambulante vor stationäre Pflege geht, die Menschen in ihrem Umfeld bleiben.

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Aber wir müssen auch an das Tabuthema Pflege heran. Es ist nun mal so, dass es uns alle treffen wird.

Christiane Vornholt

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Der Fragebogen wird im Frühjahr an 6905 Menschen in der Stadt verschickt, die Mitte Dezember 60 Jahre und älter waren. »Wir fragen, wie die Lebenssituation aussieht. Gibt es erreichbare Lebensmittelgeschäfte, Ärzte oder Physiotherapeuten? Ist die Wohnsituation fürs Alter geeignet? Haben ältere Menschen die Möglichkeit, ihre Freizeit in den Ortsteilen zu gestalten oder sich ehrenamtlich zu engagieren? Aber wir müssen auch an das Tabuthema Pflege heran. Es ist nun mal so, dass es uns alle treffen wird.«

Die Fragebögen – Christiane Vornholt wünscht sich 30 Prozent Rücklauf – werden von studentischen Hilfskräften ausgewertet. So lassen sich Wünsche und Bedürfnisse an den Gegebenheiten vor Ort spiegeln. »Die Ergebnisse werden den Bürgern in den Ortsteilen vorgestellt und sollen dort auch diskutiert werden. Bis Ende des Jahres oder Frühjahr 2019 haben wir einen Katalog zusammengestellt, den wir abarbeiten. Ziel ist, dass die alten Menschen ihre Umgebung so gestalten, dass es ihnen gut geht und sie sich wohlfühlen.«

Anträge auf Hilfen

Im Fachbereich Soziales werden aber auch Aufgaben nach gesetzliche Vorgaben erfüllt, die von städtischer Seite wenig Gestaltungsraum lassen. Hier werden Wohngeldanträge bearbeitet oder Anträge auf Grundsicherung. »Wir merken den demografischen Wandel. Die Menschen werden älter. Es gibt mehr Anträge auf Grundsicherung.«

Bei der Bearbeitung der Rentenanträge hatte sich Christiane Vornholt vorgenommen, mehr online zu machen. »Das ist nur in Grenzen möglich. Die Rentenversicherung macht viel online. Das hat sich aber noch nicht so richtig etabliert. Die Antragsteller möchten den persönlichen Kontakt. Oft müssen Anträge nachgearbeitet werden, wenn Daten fehlen.«

Maria Brock kümmert sich neben der Pflegeberatung auch um die Wohnberechtigungsscheine. »Im sozialen Wohnungsbau tut sich was. Da darf aber noch mehr kommen«, sagt Vornholt.

Menschen mit Beeinträchtigungen

»Leider hatte ich bisher nur zwei mal Gelegenheit, mit Ursula Pankoke zu sprechen. Die Beauftragte der Stadt für die Belange der Menschen mit Beeinträchtigungen und die Ehrenamtlichen um sie herum haben ein Vorzeigeprojekt geschaffen.« Am Habichtweg entsteht ein Haus des betreuen Wohnens für Menschen mit Behinderungen. »Es ist toll, das kann ich nur bewundern. Sie haben einen langen Atem bewiesen – mit Erfolg.«

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