Boris Bredenbals baut 21 geförderte Wohnungen am Kreisverkehr Bezahlbare Mietwohnungen gefragt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Junge Familien mit Kindern, die nicht so viel Geld verdienen, auch Familien mit einem behinderten Kind, Leute mit kleiner Rente – die sollen ab Frühsommer 2019 eine der 21 öffentlich geförderten Wohnungen beziehen können. Zurzeit ist für das Gebäude die Baugrube für die Tiefgarage ausgehoben.

Von Monika Schönfeld
Die Grube für die Tiefgarage ist ausgehoben: Die Architekten Manuel und Ulrich Münsterteicher aus Delbrück-Ostenland und Bauherr Boris Bredenbals aus Hövelhof (von links) zeigen die Pläne für das Gebäude gegenüber der Feuerwehr Stukenbrock.
Die Grube für die Tiefgarage ist ausgehoben: Die Architekten Manuel und Ulrich Münsterteicher aus Delbrück-Ostenland und Bauherr Boris Bredenbals aus Hövelhof (von links) zeigen die Pläne für das Gebäude gegenüber der Feuerwehr Stukenbrock. Foto: Monika Schönfeld

Bauherr des Gebäudes gegenüber der Feuerwache Stukenbrock ist Boris Bredenbals aus Hövelhof. Der Investor legt Wert auf eine gute Gemeinschaft im Haus. »Es sind keine Asozialen, die hier einziehen. Es sind Menschen, die nicht so viel Geld haben und einen Wohnberechtigungsschein bekommen.« Das Wort Sozialwohnungen nimmt er nicht gern in den Mund. »Das ist negativ behaftet.« Er mache die Vermietung selbst und achte darauf, dass die Mieter gut zusammenpassen. »Ich freue mich über die freundliche Nachbarschaft, die uns zum Beispiel während der Bauphase den Strom zur Verfügung stellt.«

Boris Bredenbals hat bereits einige dieser öffentlich geförderten Wohnungen gebaut. Das 1600 Quadratmeter große Gelände am Kreisverkehr in der Ecke zwischen Haupt- und Römerstraße hat er von der Stadt gekauft. Im Januar dieses Jahres hat er die Baugenehmigung von der Stadt erhalten.

Zwischen 50 und 95 Quadratmeter groß

Es entstehen 21 Wohnungen in der Größe zwischen 50 und 95 Quadratmetern auf zwei Etagen. Fünf Maisonette-Wohnungen nutzen über eine Treppe den Spitzboden als Schlafzimmer, um viel Wohnraum zu schaffen. In der Tiefgarage werden 19 Stellplätze geschaffen, davon zwei etwas breiter, so dass auch Menschen mit Beeinträchtigungen gut ein- und aussteigen können. Im Außenbereich gibt es weitere 17 Stellplätze für Gäste oder Besucher. Nach Bedarf werden Parkplätze für Pflegedienste reserviert. »Die Mitarbeiter von Pflegediensten sind dankbar, wenn sie nicht erst lange nach einem Parkplatz suchen müssen. Das habe ich in Friedrichsdorf auch so geregelt«, sagt Bredenbals.

Er sei sich bewusst, dass das Gebäude am Ortseingang Stukenbrocks stehe. »Wir haben das große Gebäude mit Giebeln aufgelockert. Wir werden es verklinkern. Das ist umwelttechnisch sinnvoll, weil wir anderes dämmen können. Klinker ist aber auch haltbarer als Putz.« Das Gebäude bekomme ein Satteldach, eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe für die Eigenversorgung. Gebaut wird barrierefrei. Das heißt, es gibt einen Fahrstuhl und im Erdgeschoss Breiten, die ein Wenden mit dem Rollstuhl möglich machen. Gesetzlich vorgegeben ist, dass 30 Prozent des Grundstücks Grünfläche werden. Ein Kinderspielplatz ist geplant.

20 Jahre Mietpreisbindung

Die Investitionssumme beläuft sich auf knapp drei Millionen Euro. Alle Wohnungen werden öffentlich gefördert, unterliegen deshalb 20 Jahre lang einer Mietpreisbindung. Der Eigenanteil der Investition sei aber noch sehr hoch. Bredenbals sagt, die Miete werde 5,25 Euro pro Quadratmeter betragen. Es sei aber sinnlos, sich jetzt schon zu bewerben. »Wenn es soweit ist, werde ich die Kontaktdaten am Haus bekannt geben.«

Eigentlich könnte er mit dem Bau des Hauses schon weiter sein, sagt Bredenbals. Unglaublich lange habe die technische Vorprüfung beim Kreis gedauert, die für den Erhalt öffentlicher Gelder notwendig ist. »Die Prüfung hat ein halbes Jahr gedauert. Es gibt beim Kreis Gütersloh nur einen einzigen Menschen, der diese Vorprüfungen macht. Und er hat noch etwas anderes zu tun. Das schreckt Investoren. Deshalb winken viele ab, wenn sie gefragt werden, ob sie Sozialwohnungen bauen wollen.«

Antragsvolumen fast verdreifacht

Der Sprecher des Kreises Gütersloh, Jan Focken, betätigt, dass die Vorprüfung ungewöhnlich lange gedauert hat. »Grund ist der Flüchtlingsstrom. Die Kommunen haben alle möglichen Wohnungsbauprogramme aufgelegt. 2015 hat der Kreis Anträge für 8 Millionen Euro öffentliche Gelder für den sozialen Wohnungsbau bearbeitet. 2016 waren es 21 Millionen Euro. Diese Bugwelle haben wir Anfang 2017 vor uns hergeschoben.« Der Antrag von Boris Bredenbals sei im Januar eingegangen, aber im April das erste Mal überhaupt angefasst worden. Im Juli seien die Mittel bewilligt worden. »Der Investor war informiert, dass es sich um eine außergewöhnliche Situation handelt.«

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