Rat nimmt die Entscheidung aus dem Ordnungsausschuss zurück Kein Radstreifen auf Holter Straße

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Für einen auf die Straße aufgemalten Radweg auf der Holter Straße »gibt es Null Anerkennung bei Müttern und Großmüttern , die sich Sorgen machen. Und das kann ich total verstehen«. Das hat Jürgen Gärtner, Fraktionsvorsitzender der CDU, am Dienstag im Rat gesagt. Den Beschluss des Ordnungsausschusses hat der Rat mehrheitlich zurückgenommen.

Von Monika Schönfeld
Bielefelder sind die Radstreifen gewohnt, auf der viel befahrenen Holter Straße in Schloß Holte-Stukenbrock, die Schulweg für Kinder und Jugendliche ist, haben Eltern Angst um ihre Kinder.
Bielefelder sind die Radstreifen gewohnt, auf der viel befahrenen Holter Straße in Schloß Holte-Stukenbrock, die Schulweg für Kinder und Jugendliche ist, haben Eltern Angst um ihre Kinder. Foto: Monika Schönfeld
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Dann hatte ich aber doch Bauchschmerzen.

Stefan Burckardt

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Stefan Burckardt, Vorsitzender des Ordnungsausschusses , sagte im Rat, er habe dem mit gestrichelten Linien von der Fahrbahn abgetrennten Radweg erst zugestimmt. »Dann hatte ich aber doch Bauchschmerzen bei dieser Hauptverkehrsstraße mit 11.000 Fahrzeugen pro Tag.« Burckardt sagte, heute würde er dem Plan nicht mehr zustimmen, auf dem Stück zwischen der Einmündung Am Hallenbad bis hinter der Autobahnbrücke die Radfahrer auf der Straße zu führen. »Ich bin nicht der einzige in der Fraktion, der so denkt.«

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Das ist an dieser Stelle nicht angebracht.

Thorsten Baumgart

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Thorsten Baumgart (FDP) unterstützt den Rückzug. »Das ist an dieser Stelle nicht angebracht. Das könnte gefährliche Überholmanöver auslösen und Radfahrer gefährden, die dann links abbiegen wollen.«

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Ich sehe, dass viele überlegen, dass solch ein Radweg an der Holter Straße nicht gut ist.

Britta Rusch

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Britta Rusch (CSB) hatte sich vorgenommen, einen Appell an den Rat zu richten. »Ich sehe aber, dass viele überlegen, dass solch ein Radweg an der Holter Straße nicht gut ist. An der Helleforth­straße ist er aber richtig.«

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Wir sind von vielen Stellen gebeten worden, die Entscheidung zu überdenken.

Jürgen Gärtner

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Jürgen Gärtner berichtete, dass das Thema leidenschaftlich diskutiert worden sei. »Der Ausschuss wollte diese Maßnahme aus dem Mobilitätskonzept in guter Absicht verwirklichen. Bauchschmerzen hatten wir mit der kompletten Straße, aber auf dem Teilstück hatten wir Ja gesagt.« Bei den Bürgern sei die Idee aber gar nicht gut angekommen. »Wir sind von vielen Stellen gebeten worden, die Entscheidung zu überdenken.«

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Das hier heute sind fadenscheinige Gründe.

Bruno Reinke

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Ganz anders sieht das Bruno Reinke (Grüne). »Ich bin persönlich enttäuscht. Ich habe befürchtet, dass das zerschossen wird. Das ist ein Riesenrückschritt. Wir wollen eine fahrradfreundliche Stadt und jetzt? Radfahrer sollen dem Autofahrer gleichberechtigt sein. Das müssen Autofahrer lernen. Das hier heute sind fadenscheinige Gründe.«

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Wird es auf der Straße enger, wird es ruhiger.

Marion Herzog

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In die gleiche Kerbe schlägt die SPD. »Ich verstehe die Ängste. Aber wir wollen das Miteinander pflegen. Wird es auf der Straße enger, wird es ruhiger«, sagte Marion Herzog. Und Aloys Hasken: »An der Stapenhorststraße in Bielefeld funktioniert das auch.«

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr versuchte zu vermitteln. »Wir sind gar nicht so weit auseinander. Radfahrstreifen sind ein gutes Instrument, aber ist die Holter Straße die richtige Straße?« An der Stapenhorststraße in Bielefeld sei es ständig zu Konflikten zwischen Radfahrern und Autofahrern gekommen. »Am besten probieren wir das dort aus, wo es gleich funktioniert. An der Oerlinghauser Straße würde ich es zum Beispiel auch nicht machen.« Er wies darauf hin, dass durch die beiden Schulen in diesem Bereich die Straße überproportional von Kindern und Jugendlichen genutzt werde.

Kommentar

Emotional argumentiert! Ja, so ist es. Emotional heißt nicht, dass die Vernunft ausgeschaltet ist. Emotional heißt, dass ich nicht die Sicherheit meines Kindes opfere, um Autofahrer zu erziehen. Die Entscheidung des Rates, den Fahrradstreifen nicht auf der Holter Straße zu markieren, ist eine gute Entscheidung. Den Hut ziehe ich vor den Politikern, die zugeben, eine Fehlentscheidung getroffen zu haben und sie revidiert haben. Gut so. Alles andere hätte tatsächlich Kinder und Jugendliche gefährdet. Und auch Alte und auf dem Rad Unsichere. Und nicht nur Mütter und Großmütter bangen um ihre Kinder, auch Väter und Großväter haben sich an den Kopf gepackt. Erziehen wir die Autofahrer erst mal dort, wo nicht so viel Verkehr herrscht. Monika Schönfeld

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