Friseurmeister Wolfgang Husemann geht mit 74 Jahren in Ruhestand »Immer gern gearbeitet«

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Wolfgang Husemann und seine Frau Agathe erleben emotionale Momente. Ihre Kunden bedauern, dass der Friseurmeister in den Ruhestand geht. Aber mit 74 Jahren darf er das schließlich.

Von Monika Schönfeld
Mit 74 Jahren in den Ruhestand: Friseurmeister Wolfgang Husemann und seine Frau Agathe wollen sich künftig mehr ihren Hobbys widmen. Sie tanzen gerne lateinamerikanische Tänze und fahren gerne Ski. Sogar Shoppen gehen beide gerne.
Mit 74 Jahren in den Ruhestand: Friseurmeister Wolfgang Husemann und seine Frau Agathe wollen sich künftig mehr ihren Hobbys widmen. Sie tanzen gerne lateinamerikanische Tänze und fahren gerne Ski. Sogar Shoppen gehen beide gerne. Foto: Monika Schönfeld

Für Wolfgang Husemann war es vor zehn Jahren kein Thema, sich zur Ruhe zu setzen, als er in dem Alter war, in dem sich die meisten aufs Pensionärsdasein freuen. »Ich habe immer gern gearbeitet. Außerdem habe ich eine junge Frau, die damals nicht ans Aufhören dachte.« Wolfgang Husemann, der seinen Salon im eigenen Haus hat, machte aus Freude an seiner Arbeit weiter – und hat seit zehn Jahren kaum die Preise erhöht. »Deshalb kommen gerne die jungen Leute, die nicht so viel Geld haben«, sagt seine Frau Agathe.

Die Geschichte beginnt 1947, als sich Wilhelm Husemann an der Hauptstraße bei Stall als erster Friseur im Ort niederlässt. 1949 baut er das Geschäftshaus am Alten Markt 2 und richtet dort 1950 seinen Friseursalon und eine Lottoannahmestelle ein. 1962 baut er noch mal an.

1965 die Meisterprüfung bestanden

1963 ist sein Sohn Wolfgang mit der Friseurlehre fertig. Seine Ausbildung hat er im Salon Redeker in Oerlinghausen gemacht und danach zwei Jahre bei einem Friseur in Bielefeld gearbeitet. »Ich war schon als kleines Kind immer bei Vater im Salon. Für mich kam gar kein anderer Beruf in Frage.« Dann ging er zu seinem Vater ins Geschäft, in dem auch seine Mutter Meinolfa mitarbeitete. 1965 hat Wolfgang Husemann seine Meisterprüfung gemacht und den Damensalon seines Vaters 1972 übernommen. »Wir haben immer ausgebildet. Wegen der vielen Dauerwellen brauchten wir viel Personal.«

Daraus hat sich auch sein persönliches Glück ergeben. Denn 1974 begann seine spätere Frau als Auszubildende bei ihm. »Sie war die fleißigste. Ohne sie hätte ich das alles nicht geschafft«, sagt Wolfgang Husemann. 1980 haben die beiden geheiratet. Der Salon entwickelte sich immer weiter und bot moderne Haarschnitte für Herren und Damen. »Vor vier Jahren habe ich versucht, jemanden zu finden, der den Salon weiterführt. Mit 80 Quadratmetern ist er aber sehr groß.« Inzwischen hat Husemann andere Pläne mit dem Geschäft. Ein Friseursalon kommt nicht mehr hinein.

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