Kommentar zur Situation auf der Holter Straße Da wird einem Angst

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Morgens um Viertel vor 8 auf der Holter Straße. Um diese Jahreszeit ist es dunkel, zumindest dämmerig. Alle Autofahrer haben es eilig. Die Rush-Hour gibt es noch einmal mittags nach Schulschluss, dann noch mal am späten Nachmittag im Berufsverkehr. Für jemanden, der das einmal erlebt hat, steht fest: Auf dieser Straße kann man Radfahrer ohne baulich abgetrennten Radweg nicht fahren lassen.

Von Monika Schönfeld
Auf der einen Seite der Holter Straße dürfen Radfahrer zurzeit in beide Richtungen fahren. Das soll aufgehoben werden. Auf der anderen Straßenseite wird ein Radweg auf der Fahrbahn markiert. Für Radfahrer, vor allem Schulkinder, ist das gefährlich.
Auf der einen Seite der Holter Straße dürfen Radfahrer zurzeit in beide Richtungen fahren. Das soll aufgehoben werden. Auf der anderen Straßenseite wird ein Radweg auf der Fahrbahn markiert. Für Radfahrer, vor allem Schulkinder, ist das gefährlich. Foto: Bernd Steinbacher

Genau das aber will die Stadt jetzt ausprobieren . Zwischen der Einmündung der Straße am Hallenbad und der Kreuzung der Bahnhof-/Kaunitzer Straße sollen Radfahrer Richtung Schloß Holte auf der Straße fahren. Zwar mit einer Linie oder rot markiertem Streifen optisch getrennt, aber eben nur optisch. Als Mutter bekomme ich bei der Vorstellung richtig Angst. Auf dieser Straße sollen also demnächst alle Realschüler, Gesamtschüler und Gymnasiasten, also Kinder im Alter ab zehn oder elf Jahren, nach Schulschluss nach Hause fahren, wenn sie in dieser Richtung wohnen?

Es gibt sie, die Erkenntnis, dass Autofahrer Radfahrer eher bemerken, wenn sie auf der Straße fahren. Das mag sogar stimmen. Autofahrer sollten auch generell dazu erzogen werden, so zu fahren, dass sie Radfahrer und Fußgänger zuvorkommend behandeln. Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube.

Es stimmt auch, dass dieses System auf der Ortsdurchfahrt in Münster funktioniert. Nun ist Schloß Holte-Stukenbrock keine Fahrradstadt wie Münster. Hier müssen die Autofahrer sich erst langsam daran gewöhnen, dass sie sich die Fahrbahn teilen müssen. Nur darf man die Umgewöhnung nicht auf der Holter Straße beginnen.

Dort haben sich die Autofahrer, die aus den Ausfahrten des in beide Richtungen benutzbaren Radwegs auf der anderen Straßenseite kommen, daran gewöhnt, dass sie nach links und rechts schauen müssen. Das ist nicht optimal, das stimmt.

Ganz dringend sollte noch mal überlegt werden. Zumindest vom Hallenbad bis über die Autobahnbrücke hinweg ist es denkbar, Fußgänger und Radfahrer auf dem heutigen Fußweg gemeinsam zu führen. Dazu müsste nur das Brückengeländer erhöht werden. Allzu viele Fußgänger sind auf diesem Abschnitt nicht unterwegs.

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