Weltraum AG des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock lässt erneut Wetterballon starten Ab in die Stratosphäre

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Die Latte liegt hoch«, sagt Oliver Westkämper, Physiklehrer am Gymnasium und Leiter der Weltraum AG. Zum zweiten Mal schickt die AG einen Wetterballon in die Stratosphäre. Die Premiere im vergangenen Jahr war ungewöhnlich glatt verlaufen.

Von Matthias Kleemann
Oliver Westkämper (links) mit der Weltraum AG: Max Weber, Jona Altmeier, Emily Baumann, Alea Lauterbach und Lena Greinert (von links). Der AG gehört außerdem David Stamm an. Dominik Schnellbügl war ebenfalls an den Vorbereitungen beteiligt, hat jedoch die Schule gewechselt. Vielleicht ist er beim Start in der kommenden Woche dabei.
Oliver Westkämper (links) mit der Weltraum AG: Max Weber, Jona Altmeier, Emily Baumann, Alea Lauterbach und Lena Greinert (von links). Der AG gehört außerdem David Stamm an. Dominik Schnellbügl war ebenfalls an den Vorbereitungen beteiligt, hat jedoch die Schule gewechselt. Vielleicht ist er beim Start in der kommenden Woche dabei. Foto: Matthias Kleemann

Es gab nur wenige Probleme. Beispielsweise hatten Westkämper und die Schüler eine transparente Schutzscheibe vor dem Objektiv der Filmkamera nicht entfernt. Die beschlug jedoch und vereiste anschließend, weil es in großer Höhe ja kälter wird.

Mit acht Metern in der Sekunde ist die Sonde, die an dem Ballon hing, seinerzeit in einem Kornfeld in der Nähe von Rinteln gelandet. Die gesamte Elektronik, auch Kameras, gar nicht zu reden von der kleinen Styroporkiste selbst, alles hat den Ausflug in eine Höhe von über 22 000 Metern überlebt. Und so kann die Weltraum AG das meiste wieder verwenden.

Größerer Ballon

Trotzdem ist vieles neu. »Wir haben diesmal einen größeren Ballon, der soll erst in 38 000 Metern Höhe platzen«, sagt Westkämper. Ein Geiger-Zählrohr ist an Bord, das hat die AG extra aus den USA importiert, damit kann radioaktive Strahlung gemessen werden, die in der Höhe größer ist als am Erdboden. Die Schüler haben ein Programm geschrieben, mit dessen Hilfe die Messwerte gespeichert und ausgewertet werden können.

Neu sind außerdem ein Außentemperaturfühler, um genauere Temperaturwerte zu bekommen, und ein GPS-Stick, um die Flughöhe des Ballons genauer bestimmen zu können. Als Bordcomputer dient derselbe Raspberry Pi, der den vergangenen Ballonflug schon überstanden hat. Sogar der Fallschirm vom vergangenen Jahr kann wiederverwertet werden, die Schülerinnen der AG haben die Strippen neu verknotet und den Stoff neu gefaltet.

Digitale Postkarte als Gag

Theoretische und praktische Fertigkeiten sind also gefragt, wenn man bei der Weltraum AG mitmachen will. Die gesamte Messtechnik wurde von den Schülerinnen und Schülern selbst verlötet. Außerdem erhalten sie Einblick in die Funk- und Verschlüsselungstechnik, denn als kleinen Gag wird die Sonde einen Sender mitführen, der ein Funksignal ausstrahlt, das – richtig interpretiert – ein Bild ergibt. »Wissenschaftler schicken solche digitalen Postkarten in den Weltraum, um Kontakt zu Außerirdischen aufzunehmen«, sagt Westkämper.

Alles in allem wird die Sonde ungefähr ein Kilo wiegen und Technik für etwa 1000 Euro an Bord haben. 500 Euro hat Elektro Beckhoff gegeben, der Rest stammt von mehreren anonymen Spendern, bei denen sich Oliver Westkämper bedankt.

Start am kommenden Mittwoch

Jetzt hängt alles am Wetter, das am kommenden Mittwoch, 21. Juni, wenn der Ballon startet, aber sonnig sein soll. Aufgrund der voraussichtlichen Windrichtung und der Höhe, die der Ballon erreichen wird, rechnet die Weltraum AG mit einer Landung südlich von Kassel. Mit Hilfe des GPS-Trackers, den die Sonde wieder an Bord hat, hoffen Lehrer und Schüler das Objekt genau so reibungslos zu finden, wie im vergangenen Jahr. »Dumm wäre es, wenn sie in einem Baum hängen bleibt«, sagt Westkämper und berichtet von einer Schule, deren Sonde erst ein Jahr nach der Landung in einem Baum gefunden wurde.

Westkämper leitet die Weltraum AG in diesem Schuljahr zum zweiten Mal. Auch im kommenden Jahr möchte er sie wieder anbieten und hat auch schon Ideen, was man noch machen kann. »Beispielsweise könnten wir die Dicke der Ozonschicht messen.«

Aber jetzt fiebern er und seine Schüler erst mal dem Start am Mittwoch entgegen.

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