Dorfverein Stukenbrock-Senne: Dirt-Bahn am Jägergrund freigegeben Über Hügel durch den Staub

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Mit einem Klingelkonzert zeigt die Gruppe von 15 Elfjährigen, dass sie schon ungeduldig ihre BMX-Räder im Zaum halten. Als stellvertretender Bürgermeister Hans Schäfer das Flatterband durchgeschnitten und damit die Dirt-Bahn freigegeben hat, geht es los über Hügel und Mini-Rampen, durch den Staub.

Von Monika Schönfeld
Über drei zwei Meter hohe Hügel, einige kleinere und niedrige Rampen aus Holz fahren und springen die Kinder auf ihren BMX-Rädern. Noch staubt es gewaltig auf der Dirt-Bahn, bald sollen sich die Hügel aber selbst begrünt haben.
Über drei zwei Meter hohe Hügel, einige kleinere und niedrige Rampen aus Holz fahren und springen die Kinder auf ihren BMX-Rädern. Noch staubt es gewaltig auf der Dirt-Bahn, bald sollen sich die Hügel aber selbst begrünt haben. Foto: Monika Schönfeld

»Der Wasserverbrauch in Stukenbrock-Senne wird heute Abend geringfügig höher sein, weil alle duschen müssen«, scherzt Hermann-Josef Brummelte, Vorsitzender des Vereins »Unser Dorf Stukenbrock-Senne«, der 2014 den Antrag gestellt hat, eine Dirt-Bahn für Kinder auf dem Gelände am Spielplatz Jägergrund zu bauen. »Frische Senneluft ist besser als jede Fitness-Pille«, meint Brummelte.

Die Gruppe Elfjähriger hat es natürlich nicht abwarten können und schon Tage vor der Eröffnung mal eine Runde gedreht. »Cool«, meint David, »ich werde die Bahn fünfmal in der Woche fahren«, sagen Simon und Felix, Pauline liebt es, mit dem Rad über die Hügel zu fahren. Lennard findet es gut, dass es kleine Hügel für die Jüngeren gibt. Hermann (8) zählt sich nicht zu den Kleinen und fährt die großen Hügel.

90 Lastwagenladungen eines Lehm-Kies-Gemisches haben die Ehrenamtlichen des Dorfvereins unter der Leitung von Bernhard Derksen zu einer Dirt-Bahn modelliert. Seitlich angefüllt wurde Mutterboden, der sich selbst begrünen wird. 20 Holzbalken, etwa 1,50 Meter breit, bilden kleine Sprungschanzen, gesucht wird noch ein Baumstamm, über den die Radler balancieren können.

Dreieinhalb Jahre vom Antrag bis zur Genehmigung

Das Vorbild für die Bahn am Lippesee sei innerhalb von sechs Monaten genehmigt und gebaut gewesen, in Stukenbrock-Senne habe das dreieinhalb Jahre gedauert. Grund ist das angrenzende Naturschutzgebiet, das nach Meinung von Bernhard Derksen »zu viel unsinnigen, bürokratischen Blödsinn« bei der Genehmigung nach sich gezogen habe. Derksen hob die Leistung der Ehrenamtlichen hervor, die voll motiviert angepackt haben. Die Stadt stellt das Gelände zur Verfügung und 10 000 Euro für die Materialkosten, der Unternehmer Michael Wozny habe 2000 Euro gespendet, Matthias Schlotmann den Boden zum attraktiven Preis geliefert. Vor allem dankten Brummelte und Derksen Axel Otto aus der Stadtverwaltung, der immer wieder den Dorfverein unterstützt habe.

Hans Schäfer: Nebeneinander funktioniert

Stellvertretender Bürgermeister Hans Schäfer hat das Band durchgeschnitten und die Bahn damit freigegeben. »Die Politik hat das Projekt mehrheitlich unterstützt. Es verträgt sich auch mit dem Totengedenken am Ehrenfriedhof Sowjetischer Kriegstoter. Gedenken und Leben funktionieren hier schon immer nebeneinander.«

Vikar Christian Albert hat die Radfahrer (auch Erwachsene kamen mit ihren Rädern dazu), die Räder und die Bahn unter den Schutz Gottes gestellt. Imke Heidotting vom Stadtmarketing mit Broschüren, der Campingplatz Am Furlbach, der PSV mit dem Angelspiel, die Polizei mit Tipps zum Radeln, ein Kuchenbuffet, Getränke und Deftiges ließen die Einweihung zum Stadtteilfest werden.

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