Martin Lüke ist neuer König der Liemker Schützen – spannendes Vogelschießen Vogelbauer erlegt Adler selbst

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Martin Lüke ist neuer Schützenkönig der Liemker Schützenbruderschaft St. Michael. Den riesigen Jubel, den er nach dem goldenen Treffer erntete, hatte er sich redlich verdient.

Von Uschi Mickley
Das Liemker Schützenvolk hat endlich seinen langersehnten König. Nach einem spannenden Finale ist es Vogelbauer Martin Lüke gelungen, seinen in Handarbeit geschnitzten Aar aus dem Fang zu holen. Auf den Schultern seiner Kameraden Yannik Fischer und Mirko Görges wird der neue Regent zum Festplatz getragen, um ausgelassen zu feiern.
Das Liemker Schützenvolk hat endlich seinen langersehnten König. Nach einem spannenden Finale ist es Vogelbauer Martin Lüke gelungen, seinen in Handarbeit geschnitzten Aar aus dem Fang zu holen. Auf den Schultern seiner Kameraden Yannik Fischer und Mirko Görges wird der neue Regent zum Festplatz getragen, um ausgelassen zu feiern. Foto: Uschi Mickley

»Liemke lebt an Tagen wie diesen«, war die erste Reaktion des vor Glück fast platzenden neuen Regenten, dem es gelungen war, sein in mühevoller Handarbeit gefertigtes Prachtstück selbst zu zerlegen. Stürmisch reißt er die Arme hoch und winkt den Schützen selig lächelnd zu. Als seine Königin hat er sich seine Freundin Nadine Kruse auserkoren, die mit ihm um die Wette strahlt. Die Liemker Schützen feiern lautstark applaudierend und singend ihr neues Königspaar.

Flotter Tanz in der Schützenhalle

Beide genießen dann das Bad in der Menge und lassen geduldig die nicht enden wollende Schlange an Gratulanten an sich vorüber ziehen, bevor sie in der Schützenhalle einen flotten Tanz aufs Parkett legen.

Der 28-jährige Schlosser hatte den Holzadler wenige Minuten zuvor mit dem 119. Schuss zur Strecke gebracht und sich um 20.45 Uhr den Königstitel gesichert. Im Jahr 2006 ist Martin Lüke der Schützenbruderschaft beigetreten.

Unter widrigen Umständen erweist sich ausgerechnet sein Holzvogel auf dem durchnässten Schießplatz als einer der zähesten, die jemals aus dem Fang geholt wurden.

Doch den Adler, so versichert der neue König, habe er genauso geschnitzt wie bereits in den Jahren zuvor.

Adler selbst geschnitzt

Wetterkapriolen hatten am Sonntagnachmittag die Schützen beim Vogelschießen eiskalt erwischt. Kaum hatten es die letzten Thron-Aspiranten den Adler ins Visier genommen, schüttete es wie aus Kübeln. Immer wieder setzte Regen ein, so dass das Städtische Blasorchester, das an diesem Nachmittag für Unterhaltung sorgte, zwischenzeitlich in der Schützenhalle weiter spielen musste.

Dennoch breitete sich in dem langwierigen, rund zwei Stunden währenden Finale Spannung unter den Zuschauern aus. »Papa, schieß Du doch endlich mal auf den Vogel«, ruft ein kleiner Junge seinem Papa im Grünrock zu später Stunde von der Hüpfburg aus zu. Doch der Anwärter auf den erlösenden Schuss lässt weiter auf sich warten.

»Ob es in diesem Jahr ein frommes Schützenjahr wird?« wird indes am Schießstand gemunkelt. Anscheinend hatten einige Schützen bereits auf Vikar Christian Albert als neue Majestät spekuliert. Doch der Geistliche gab sich mit dem traditionellen Ehrenschuss zufrieden. Bei den Insignien-Schützen dagegen ging es zügig voran. Mit dem 46. Schuss holte sich Günter Höft die Krone. Das Zepter eroberte Robin Müller mit dem 21. Schuss. Uli Dresselhaus brachte mit dem 34. Schuss den Apfel zu Boden.

Das Schützenfest der Liemker Schützen findet vom Samstag, 15. Juni, bis Montag, 19. Juni, statt.

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