Verkehrswacht schult Dritt- und Viertklässler am Lkw Im toten Winkel nicht zu sehen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Der tote Winkel ist grün und liegt auf dem Schulhof – direkt neben einem echten Lastkraftwagen. So können die Grundschüler einprägsam erleben, wo sie für den Lkw-Fahrer nicht zu sehen sind.

Von Bernd Steinbacher
Die Schüler der 3a von Klassenlehrer Julius Büscher (hinten links) stehen auf dem Toten Winkel, damit sich die Situation einprägt: An der Spitze Denny, dahinter von links Laurin, Virginia, Lara und Learta. Von der Verkehrswacht Kreis Gütersloh sind Pia Coulthard und Geschäftsführer Norbert Fischer an die Katholische Grundschule Stukenbrock gekommen.
Die Schüler der 3a von Klassenlehrer Julius Büscher (hinten links) stehen auf dem Toten Winkel, damit sich die Situation einprägt: An der Spitze Denny, dahinter von links Laurin, Virginia, Lara und Learta. Von der Verkehrswacht Kreis Gütersloh sind Pia Coulthard und Geschäftsführer Norbert Fischer an die Katholische Grundschule Stukenbrock gekommen. Foto: Bernd Steinbacher

Direkt vor dem Lkw kann der Fahrer die Kinder nicht sehen. Wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten müssen, erklärt Norbert Fischer Evelyn, Rigon und Marlene (von links) aus der Klasse 3b. Foto: Bernd Steinbacher

Norbert Fischer, Geschäftsführer der Verkehrswacht Kreis Gütersloh, und seine Kollegin Pia Coulthard erklären während der Veranstaltung »Vorsicht Toter Winkel!« allen Schüler der insgesamt sieben dritten und vierten Klassen der Katholischen Grundschule Stukenbrock, wo sie sicher neben dem Lkw stehen können und wo der Fahrer sie nicht sehen kann.

»Wir zeigen ihnen auch, wie sie eine Straße sicher überqueren können, aber am Mittwoch und Donnerstag war der tote Winkel der Schwerpunkt der Schulung«, sagt Fischer. Schon seit mehreren Jahren weise die Verkehrswacht auf das Problem des toten Winkels hin, erläutere hauptsächlich älteren Schülern die Gefahr. Gerne habe er zugesagt, als die Bitte von Eltern der Grundschule kam, diese Schulung zu veranstalten. Die Schüler würden immer mobiler, sollen zu Fuß zu Schule gehen oder mit dem Rad fahren, um sich zu bewegen. Da sei es wichtig, den Kindern das richtige Verhalten beizubringen.

Aus der Perspektive eines Lastwagenfahrers

»Der Pflegschaftsvorsitzende Karsten Schulze hat das initiiert«, sagt Julius Büscher, Klassenlehrer der 3b. Diese Klasse war am Vormittag an der Reihe, den toten Winkel zu erleben und auch einmal die Perspektive des Lkw-Fahrers einzunehmen. Den Lkw hat das Autohaus Thorwesten für die beiden Vormittage zur Verfügung gestellt.

Während ein Teil der Klasse neben und vor dem Lastwagen steht und erfährt, dass der Fahrer sie direkt vor dem Fahrzeug gar nicht sehen kann, sitzen bis zu vier Grundschüler im Fahrerhaus und schauen in die Spiegel. Zwar hat der Lkw auf der rechten Seite gleich drei Spiegel, doch alles hat er eben nicht im Blick. »Wir biegen jetzt einmal nach rechts ab und schauen, was der Fahrer tatsächlich sehen kann«, sagt Pia Coulthard.

Sicherheitsschulung wird in den Unterricht eingebunden

Die Sicherheitsschulung zum toten Winkel soll eine wiederkehrende Veranstaltung werden, sagt der Klassenlehrer. Sie passe gut in den Unterrichtsstoff zur Verkehrserziehung. Für alle dritten Klassen der Grundschule gibt es seit Jahren das ADAC-Fahrradturnier, bei dem es auf die Geschicklichkeit ankommt. Für die Schüler der vierten Klassen steht die Fahrradprüfung an. »Das Fahrradturnier wurde bewusst in die dritten Klassen verlegt, da viele Kinder noch nicht gut oder gar nicht Rad fahren können«, erklärt Büscher. So könnten Eltern rechtzeitig auf Defizite hingewiesen werden, und dann mit ihren Kindern üben. Denn bei der Fahrradprüfung im darauffolgenden Jahr soll ja alles klappen.

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