Die fünf katholischen Gemeinden wählen erstmals Gesamtpfarrgemeinderat Sprung über den Kirchturm

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die fünf katholischen Kirchengemeinden werden im November erstmals einen Gesamtpfarrgemeinderat wählen. Pfarrer Karl-Josef Auris bezeichnet diesen Schritt als organische Fortentwicklung der Arbeit und Sprung über die Kirchturms-Ebene.

Von Monika Schönfeld
Im November wird ein Gesamtpfarrgemeinderat der fünf katholischen Kirchengemeinden gewählt. Das haben die Gemeinden mit großer Mehrheit beschlossen, berichten (von links) die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Richard Kaczorowski (St. Johannes Baptist Stukenbrock) und Klara Aistermann (St. Heinrich Sende) und Pfarrer Karl-Josef Auris.
Im November wird ein Gesamtpfarrgemeinderat der fünf katholischen Kirchengemeinden gewählt. Das haben die Gemeinden mit großer Mehrheit beschlossen, berichten (von links) die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Richard Kaczorowski (St. Johannes Baptist Stukenbrock) und Klara Aistermann (St. Heinrich Sende) und Pfarrer Karl-Josef Auris. Foto: Monika Schönfeld

Mit der Wahl eines Gesamtpfarrgemeinderats löst sich der bisherige Pastoralverbundsrat auf. Damit entfällt eine organisatorische Ebene. Pfarrer Karl-Josef Auris und die Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Richard Kaczorowski (für die große Kirchengemeinde St. Johannes Baptist) und Klara Aistermann (für die kleine Gemeinde St. Heinrich Sende) haben dem WESTFALEN-BLATT die künftige Struktur erläutert.

"

Es geht darum, uns intensiver zu vernetzen, vor Ort präsent zu bleiben und das Ehrenamt in den Gemeinden zu stärken.

Pfarrer Karl-Josef Auris

"

»Es geht darum, uns intensiver zu vernetzen, vor Ort präsent zu bleiben und das Ehrenamt in den Gemeinden zu stärken«, sagt Auris. Alle fünf Gemeinden haben sich im Januar und Februar mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, einen Gesamtpfarrgemeinderat zu wählen.

Besetzt wird er mit je vier Mitgliedern der beiden großen Kirchengemeinden St. Johannes Baptist Stukenbrock und St. Ursula Schloß Holte, und je zwei aus den kleineren Gemeinden St. Achatius Stukenbrock-Senne, St. Joseph Liemke und St. Heinrich Sende. Zwei Drittel der Kandidaten habe sich bereits beworben, wer mitmachen möchte, kann sich beim Pfarrer oder im Pfarrbüro melden.

Räte für die Heimatverbundenheit

Gleichzeitig werden am 11. und 12. November für jede Gemeinde ein Rat mit je vier bis sechs Mitgliedern gewählt. »Während der Gesamtpfarrgemeinderat für die Zusammenarbeit der Gemeinden zuständig ist, werden die Räte die Heimatverbundenheit fördern, die Identität der einzelnen Kirchengemeinde betonen«, sagt Auris. Die Räte werden die Pfarrfeste, Nikolausfeiern oder Feiern zur Goldkommunion organisieren und Alte und Kranke begleiten.

Die Eigenständigkeit der fünf Kirchengemeinden bleibt erhalten, jede Gemeinde behält ihren Kirchenvorstand und damit auch die Hoheit über Finanzen und Bauentscheidungen.

Organisatorisch gestrafft

Die organisatorische Straffung ist der Tatsache geschuldet, dass nicht mehr jede Kirchengemeinde einen eigenen Pfarrer hat. Der verantwortliche Pfarrer Karl-Josef Auris ist künftig entlastet, da er wesentlich weniger Sitzungen beiwohnen muss. Außerdem lassen sich so die Gottesdienste und Feste terminlich besser koordinieren wie auch inhaltlich die Caritas- und die Flüchtlingsarbeit.

2007 war der Pastoralverbund Schloß Holte-Stukenbrock gegründet worden, den Pfarrer Karl-Josef Auris 2009 übernommen hat. 2013 waren noch einzelne Pfarrgemeinderäte gewählt worden. Auris hat 2016 auch die Leitung des Pastoralverbunds Verl übernommen und ist jetzt für 25 000 Katholiken zuständig (davon 12 000 in Schloß Holte-Stukenbrock). 2018 sollen Steuerungsgruppen zur Gestaltung des Pastoralen Raums entstehen. In den drei Verler Gemeinden bleibt es bei drei Pfarrgemeinderäten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.