Gymnasium verabschiedet 122 Abiturienten Hinter der Tür wartet der Wettbewerb

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Bekennen Sie Farbe«, das war einer von drei Wünschen, den die Jahrgangsstufenleiter Anke Rohde und Daniel Pohl den 122 Abiturienten auf den Weg gegeben haben.

Von Matthias Kleemann
122 junge Leute haben gestern in der Aula des Gymnasiums ihr Abiturzeugnis erhalten.
122 junge Leute haben gestern in der Aula des Gymnasiums ihr Abiturzeugnis erhalten. Foto: Matthias Kleemann

Respekt vor der Leistung der jungen Leute schwang in den Reden mit, die gestern Nachmittag in der Aula des Gymnasiums gehalten wurden. Als »vielgestaltig, zielorientiert, diskutierfreudig, anspruchsvoll, erstaunlich hemmungslos, verblüffend und manchmal unwiderstehlich« hätten sie die Schüler erlebt, sagten die Lehrer. Sie ließen sich insbesondere über die besonderen Fähigkeiten der »digital Natives« aus: »So eine WhatsApp-Gruppe vereinfacht doch wirklich die Organisation einer Kursfahrt.« Und mit einer originellen Aktion testeten sie, wer an diesem Nachmittag sein Handy nicht ausgemacht hatten: Pohl machte ein Foto mit seinem Smartphone und versendete es als Rund-Nachricht. »Wer hat es bekommen?« Fast der ganze Jahrgang stand auf.

Schulleiterin Marion Blome nahm die aktuelle Brexit-Diskussion zum Anlass, die Schüler vor dem aufkeimenden Rechtspopulismus zu warnen, doch sie ist guter Hoffnung: »Wir haben euch eine Menge Bildung mitgegeben, die euch hoffentlich immun macht gegen die Lockrufe der Wutbürger. Wir haben euch Fremdsprachen beigebracht, damit ihr mit anderen kommunizieren könnt. Wir haben euch ermutigt, eure Meinungen und Interessen zu vertreten im Kampf gegen Hass und Dummheit. Wir haben euch ermuntert, euch mit dem Fremden rational auseinander zu setzen und das Fremde als Chance zu begreifen.«

Blome dankte Lehrern und Eltern, vor allem für das Verständnis und die Geduld, die sie den Jugendlichen entgegengebracht haben. Der Leistungsdruck, dem sich junge Leute in der heutigen Zeit stellen müssen, sei so groß wie nie, zitierte sie den Autor Jan Weiler. Kinder brauchten die unbedingte Bereitschaft, ihre Sorgen ernst zu nehmen.

Bürgermeister Hubert Erichlandwehr benutzte das Bild einer Tür, die die jungen Menschen jetzt durchschreiten. Auch er sprach vom Leistungsdruck und dem Wettbewerb, der sie erwartet. Doch in der Schule hätten sie auch persönliche und soziale Kompetenzen erworben, die ihnen auf ihrem weiteren Weg helfen. »Bewahren Sie sich Ihre Flexibilität und retten Sie Ihre jugendliche Neugier.«

Lothar Wille von der Volksbank Rietberg überreichte Jan Hendrik Gräfe den »Social Award«. Gräfe hat sich unter anderem in der Schülervertretung und in der Schulkonferenz engagiert, ist Mitglied im Netzwerk für Demokratie und Engagement des Anne-Frank-Zentrums und ist von diesem zum Botschafter ernannt worden, und vieles mehr.

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