Männer fahren seit zehn Jahren zum Grand Prix des Motorradsports Mit Koch und heißen Öfen

Schloß Holte-Stukenbrock/Sennestadt(WB). »Diese Tour ist reine Männersache«, sagt Wolfgang Gerkens, der seit zehn Jahren die Bikertour nach Assen organisiert.

Von Manuela Fortmeier
Zum zehnten Mal fährt die Männerrunde gemeinsam nach Assen zum Motorradrennen.
Zum zehnten Mal fährt die Männerrunde gemeinsam nach Assen zum Motorradrennen. Foto: Manuela Fortmeier

Frauen dürfen zur Tour ins benachbarte Holland zum Grand Prix des Motorradsports, die Männer nennen es die Formel 1 der Motorradfahrer, nicht mitfahren. Dabei könnten die Maschinen auch deren Herzen höher schlagen lassen. Eine Honda Fireblade, eine 750er Honda, eine Motoguzzi 850 T3 und 37 andere »heiße Öfen« sind dabei. Der satte Sound der Maschinen lässt ist Musik in den Ohren der teilnehmenden Männer.

Und wer bei der Männertour mit Camping an Bier, Grill und ein paar Grillwürstchen denkt, der kennt diese Truppe nicht. »Nee, nee, wir machen Edelcamping«, ist es aus den Reihen zu hören.

Was alles mit muss

Und dann zählen die Herren auf, was alles »auf jeden Fall mit muss«. Ein Konvoi von fünf Begleitfahrzeugen ist dabei, der am Donnerstagabend beladen wird. Bloß nichts vergessen. Ein Lastwagen für das Gepäck der Biker, einer, auf dem Schlafplätze eingerichtet sind, ein Kühlwagen mit Getränken, der »immer von Jörg Grothaus zur Verfügung gestellt wird« und ein Bulli von Elektro Mersch mit dem technischen Equipment. Schließlich werden mehr als 150 Meter Kabel verlegt, sogar eine eigene Wasserversorgung aufgebaut. Das große Versorgungszelt mit acht mal zwölf Metern Größe dient als Unterkunft für die Küche, in der Rainer Dudek feinste Speisen zubereitet. »Von wegen Fast Food. Lecker Rouladen, oder Geschnetzeltes mit Rotwein, viel Gemüse und frisches Obst, die Jungs wissen, was schmeckt«, weiß Dudek aus den Vorjahren. »Wir kriegen sogar Erdbeeren mit Eis. Zwei Mal war das holländische Fernsehen schon an unserem Lager und hat über uns berichtet«, sagt Maik Menne. Und wenn Männer unterwegs sind, darf eins nicht fehlen. Die Spülmaschine ist selbstverständlich auch dabei.

Fahrverbot von Ehefrau ausgesprochen

Vor 50 Jahren zum ersten Mal nach Assen, dabei waren auch Dieter Jakobskrüger (74), der heute nur noch im Beiwagen mitfahren darf, weil er aus gesundheitlichen Gründen ein Fahrverbot der Ehefrau einhalten muss, und Hans Langnickel (72). Damals in den 60ern habe der Weltmeister Ernst Hillen in Brackwede gewohnt, erinnern sich die Senioren.

Bei den echt heißen Sommertemperaturen ist es nicht nur die Sonne, die den Männern bei ihrer Arbeit kräftig einheizt. Zur eigenen Sicherheit sind viele der Männer in schwarzen Lederkombis gekommen. »Das muss, Sicherheit geht vor«, sind die Jungs hart im Nehmen.

»Das hat was«

Und als sie am Freitagmorgen als Gruppe die Motoren anlassen, da sind sie in ihrem Element und nur drei Stunden später am Ziel. Dort, wo dieses Wochenende mehr als 100 000 weitere Fans der Motorradszene das gleiche wollen. »Gute Rennen sehen, Spaß haben und Geselligkeit unter Männern erleben. Das hat was.«,

Zum Wetter in Assen sagen sie, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt. »Entweder, wir haben sengende Hitze, die kaum zu ertragen ist, oder es regnet in Strömen.«

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