16 feste und ein mobiler Punkt für Fotos mit der Sehenswürdigkeit im Hintergrund Selfies werben für die Stadt

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Früher hat man die Kamera einem Passanten in die Hand gedrückt, um ein »Hier-bin-ich-auch-gewesen«-Foto fürs Album zu schießen. Heute dreht man die Kamerafunktion seines Smartphones um und fotografiert sich selbst. Die Stadt will mit den Bildern werben und hat deshalb die schönsten Standorte markiert. Den ersten im Safaripark.

Von Monika Schönfeld
Den ersten Selfie-Punkt unter den Füßen fotografieren sich Stadtmarketingbeauftragte Imke Heidotting und Safaripark-Chef Fritz Wurms am Gehege der weißen Tiger im Park. Im Hintergrund spielt Tigerin Chayenne mit.
Den ersten Selfie-Punkt unter den Füßen fotografieren sich Stadtmarketingbeauftragte Imke Heidotting und Safaripark-Chef Fritz Wurms am Gehege der weißen Tiger im Park. Im Hintergrund spielt Tigerin Chayenne mit. Foto: Monika Schönfeld

Die Fotos, die andere von einem machen, haben einen entscheidenden Nachteil. Das Ergebnis ist nicht einzuschätzen. Manche Fotografen gehen so weit zurück, dass der Mensch kaum noch zu sehen ist. Beim Selfie ist das anders: Der Mensch steht im Mittelpunkt, die Sehenswürdigkeit ist im Hintergrund. Das liegt schon daran, dass das Smartphone nur eine Armlänge entfernt gehalten wird – außer, man benutzt einen Selfie-Stick als Verlängerung.

Der Selfie-Punkt mit ausgelaserten Fußabdrücken: Patrick Herrmann und Imke Heidotting zeigen die geriffelte Metallplatte. Foto: Monika Schönfeld

»Ich stand mal in Lingen im Emsland auf dem Marktplatz und habe solch einen Selfie-Punkt auf dem Pflaster gesehen – aufgemalt«, berichtet die Beauftragte für Stadtmarketing, Imke Heidotting. Im Sommer 2015 hat sie die Idee mit dem Praktikanten Patrick Herrmann ersonnen.

»Menschen machen unglaublich viele Selfies und verbreiten sie über Facebook. Das kann man touristisch nutzen.« Schnell war klar, dass die Punkte, die man Bürgern und Besuchern für Fotos anbieten will, entlang der Rad- und Wanderrouten liegen sollten. »So kann ich die Punkte demnächst auch in den Teuto-Navigator einbringen«, sagt Heidotting.

Rutschfest und diebstahlsicher

Die Sehenswürdigkeiten, die es zu zeigen lohnt, drängten sich förmlich auf. Aber nur eine Markierung mit einer Schablone auf die Straße zu malen, war dem Stadtmarketing nicht gut genug. Im Wald ist das sowieso nicht möglich, also sollte eine hochwertige, dauerhafte, haltbare und wartungsfreie Lösung her. Die hat sich in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Diko (Dittmann und Kiedos Lasertechnik an der Fosse Bredde) ergeben. Die haben zwei Fußabdrücke und den Schriftzug »Schloß Holte-Stukenbrock« und »Selfie Point« aus einem runden, geriffelten Blech gelasert. »Vorteil ist, dass man nicht abrutscht, wenn man auf diesem Punkt steht.«

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Der Selfie-Punkt wird in eine 50er-Betonplatte gelegt, die mit einem Anker so befestigt wird, dass sie fest sitzt.

Albert Brock vom Bauhof der Stadt

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Albert Brock und Martin Braade vom Bauhof haben die Standorte getestet. Im Zoo Safaripark reicht es, vor dem Gehege der weißen Tiger Löcher in den Beton zu bohren und den Punkt anzuschrauben. Hier ist immer eine Aufsicht. Die gibt es an den anderen Punkten nicht. »Wir haben uns eine diebstahlssichere Variante ausgedacht«, berichtete Albert Brock.

Der Selfie-Punkt wird in eine 50er-Betonplatte gelegt, die mit einem Anker so befestigt wird, dass sie fest sitzt. Die Betonplatte kann dann so zum Beispiel in Verbundsteinpflaster eingelassen werden, dass keine Stolperfalle entsteht.

Erstes Selfie von Parkchef Fritz Wurms

Den ersten Selfie-Punkt haben gestern Imke Heidotting und der Chef des Safariparks getestet. Tochter Jeanette lockt mit Fleischstückchen die 15 Jahre alte Tigerin Chayenne in die optimale Position. »Mein erstes Selfie«, gesteht Parkchef Fritz Wurms. Er findet das so nett, dass er die Parkbesucher aufruft, ihm ihre Selfies zu schicken, die er auf die Internetseite des Parks stellen will. »Es gibt auch etwas zu gewinnen«, sagt er.

Wenn das Wetter schlecht bleibe, so sagt Albert Brock, könnte der Bauhof die restlichen Selfie-Punkte innerhalb einer Woche befestigen. In mehr als der Hälfte der Fälle ist der Punkt auf privatem Grund. Die Besitzer haben ihre Einwilligung gegeben. Und einen Punkt hat die Stadt in Reserve. Der soll an die Wapelaue in Liemke, sobald sie neu gestaltet ist. Das sei mit dem Dorfentwicklungsteam bereits besprochen worden.

Und dann gibt es noch einen mobilen Selfie-Punkt. Der wird immer dann montiert, wenn es besondere Veranstaltungen von der Stadt gibt, wie zum Beispiel das Emsfest, Pollhans oder Messen.

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