Wegekreuz Am Stallfeld wird Anfang September eingeweiht Christus in Pastelltönen

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Fast genau ein Jahr hat sie gedauert, die Sanierung des Wegekreuzes Am Stallfeld. Jetzt steht es bereits seit einem knappen Monat wieder am alten Platz.

Von Matthias Kleemann
Heimatfreunde und Handwerker freuen sich über die Restaurierung (von links): Heinz Leo Dirks, Konrad und Doris Thorwesten, Peter Dirkschnieder, Elisabeth Lübbert, Roland Bökamp, Markus Krümmel, Sebastian Bökamp und Martin Venne.
Heimatfreunde und Handwerker freuen sich über die Restaurierung (von links): Heinz Leo Dirks, Konrad und Doris Thorwesten, Peter Dirkschnieder, Elisabeth Lübbert, Roland Bökamp, Markus Krümmel, Sebastian Bökamp und Martin Venne. Foto: Matthias Kleemann

Der Wanderer, der vorbeikommt, dürfte nun einen Eindruck davon haben, wie das Kreuz vor 150 bis 200 Jahren ausgesehen hat, als es aufgestellt wurde. Die Restaurierung ist nämlich von einem Fachbetrieb, der Firma Ars Colendi aus Paderborn, ausgeführt worden. Die Mitarbeiter haben sich große Mühe gegeben, die Farbgebung der Christus-Figur so authentisch wie möglich zu gestalten.

Der Körper und das Lendentuch sind in einem kalten Weiß gehalten, Bart und Haar sind braun. Mit einem Pastellgrün ist die Dornenkrone angedeutet, auch die Farbe des Blutes hat einen Pastellton.

Weil er am unteren Ende morsch war, musste der senkrechte Kreuzbalken gekürzt werden. Dadurch wurde ein Sockel erforderlich, den Peter Dirkschnieder ehrenamtlich errichtet hat, innen aus Beton, außen aus Mauerwerk. Eine dunkle Granitplatte als Abdeckung verhindert, dass Regenwasser in den Sockel eindringen kann.

Überhaupt soll das Kreuz künftig besser vor dem Einfluss des Wetters geschützt werden. Dafür ist es mit einer Rückwand und einem Dach versehen worden, wie sie ohnehin häufig bei solchen Kreuzen verwendet wurden. »Das ist alles im Sinne der Denkmalbehörde in Münster«, sagt Martin Venne vom städtischen Bauordnungsamt, das auf Ortsebene für den Denkmalschutz zuständig ist.

Die Holzarbeiten an Rückwand und Dach wurden von der Tischlerei Roland Bökamp ausgeführt, um das Dach wasserfest zu machen, wurde es von der Montagefirma Markus Krümmel mit Stehfalzblechen aus rostfreiem Titanzink eingedeckt.

Die Heimatfreunde Doris und Konrad Thorwesten hatten vor einem Jahr die Erneuerung des Kreuzes in Gang gesetzt. »Es war uns während unserer Fahrradtouren aufgefallen«, erzählt Doris Thorwesten. Das Kunstwerk sei zuletzt nahezu komplett zugewachsen gewesen.

Gemeinsam mit Nachbarn und Freunden wurde es abgebaut und zunächst in der Tischlerei Brechmann an der Römerstraße zwischengelagert. Der Bericht im Juli vergangenen Jahres rief die städtische Denkmalbehörde auf den Plan, denn das Kreuz steht seit 1986 auf der Denkmalliste. Eine fachgerechte Restaurierung wurde vereinbart.

Auch Elisabeth Lübbert (87), die Besitzerin, ist glücklich, dass das Kreuz jetzt wieder im wahren Sinn des Wortes im alten Glanz erstrahlt. Sie sorgt für Blumenschmuck rund ums Kreuz und kommt auch regelmäßig zum Gießen. »Das werde ich machen, so lange ich kann«, sagt sie. Konrad Thorwesten, dem die Sanierung eine Herzensangelegenheit war, hatte Spenden eingeworben, damit die Arbeiten für die Aufstellung des Kreuzes bezahlt werden konnten.

»2130,50 Euro sind zusammengekommen«, berichtet er im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Lobend erwähnt Thorwesten vor allem die plattdeutsche Gemeinschaft in der Ortsgemeinschaft Stukenbrock. »Die haben ihre Vereinskasse geplündert.«

Jetzt fehlen dem Kreuz noch die kirchlichen Weihen. Das geschieht im Rahmen einer ökumenischen Andacht, die Pfarrer Karl-Josef Auris am Sonntag, 6. September, ab 14.30 Uhr zelebrieren wird. Dazu ist natürlich jedermann eingeladen.

Übrigens: Beim Abbau des Kreuzes war den Heimatfreunden ein Geocache in die Hände gefallen, der hinter dem Kreuz verborgen war. Gern hätten sie den wieder an der alten Stelle untergebracht, allein, es ist verboten. »Ich habe mich extra beim Denkmalamt erkundigt«, sagt Doris Thorwesten.

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