Rietberg
Stadt setzt vermehrt auf das Heimbüro

Rietberg (lani) - Der Fachkräftemangel macht auch vor Rietberg nicht halt. Insbesondere im technischen Bereich steht die Kommune vor der Herausforderung, Stellen nachzubesetzen oder neu auszuschreiben. Hochbau, Tiefbau, Bäderbetrieb: Das Personalkarussell dreht sich in etlichen Bereichen der Mitarbeiterschaft.

Donnerstag, 01.04.2021, 06:00 Uhr
Zahlreiche Vorteile verbindet die Rietberger Stadtverwaltung mit der Option, ihre Beschäftigten im Homeoffice arbeiten zu lassen. Deshalb könnte das Arbeitskonzept auch nach der Pandemie zum Tragen kommen.

Zwar konnte zuletzt im Bereich Tiefbau/Stadtentwässerung ein Stellenloch gestopft werden. Der Markt sei jedoch nicht sonderlich üppig bestückt, so dass weitere Anstrengungen notwendig seien, hieß es im jüngsten Haupt- und Finanzausschuss. Dass „seine“ Mitarbeiter klagten, sie täten ihren Dienst zum Wohl der Kommune nicht gern, hat Bürgermeister Andreas Sunder bislang nicht wahrgenommen. Ganz im Gegenteil: Die Stadt Rietberg werde durchaus als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen, erklärte er dem Gremium. Das zeige die Treue, die das Team in den einzelnen Bereichen an den Tag lege. Etliche Mitarbeiter seien schon lange bei der Emskommune tätig. Die Fluktuation sei zudem relativ gering.

Bei Attraktivität der Arbeitsplätze ist noch Luft nach oben

Nichtsdestotrotz sei noch Luft nach oben, was die Attraktivität der Arbeitsplätze angeht, räumte Sunder ein. Man sei sich im Rathaus durchaus bewusst, dass Anreize geschaffen werden müssten, um künftig Personal zu bekommen beziehungsweise auch weiterhin zu binden. Das gelte nicht nur für technische Berufe. Ein geeigneter Baustein eines ganzheitlichen Konzepts ist nach Ansicht der Verwaltung die Ausweitung der sogenannten alternierenden Telearbeit. Hinter dem sperrigen Begriff verbirgt sich nichts anderes als das gemeinhin stark nachgefragte Homeoffice.

Ende Januar hatte die Stadt eine entsprechende Dienstvereinbarung auf den Weg gebracht, nach der die Arbeitsleistung in einem festgelegten Umfang im Wechsel zwischen Büro- und Telearbeitsplatz erbracht werden kann. Gleich zu Beginn habe sich eine beachtliche Zahl des städtischen Teams für eine zeitweise Telearbeit entschieden und diese beantragt. Mehr als 30 sind bereits mit Laptops zu je 450 Euro Anschaffungspreis ausgestattet worden und erledigen ihre Aufgaben zu festgesetzten Zeitkontingenten von daheim. Für die Bürger, die die Mitarbeiter erreichen wollen, sei kein Unterschied spürbar, betonte Sunder. Die telefonische Erreichbarkeit sei durch eine Rufumleitung gegeben. Bei den Antragstellern hält sich der Anteil der Frauen und Männer laut Verwaltung in etwa die Waage. Auch kämen sie aus verschiedenen Abteilungen. Freilich ausgenommen seien Mitarbeiter, deren Job nicht aus dem Homeoffice erledigt werden kann.

Bürgermeister Sunder: „Genau dahin geht der Trend“

Ziel der alternierenden Telearbeit ist laut Mitteilung der Stadtverwaltung die bessere Vereinbarkeit von Familie, Lebenssituation und Beruf, die Steigerung der Arbeitszufriedenheit, die Bindung von Beschäftigten, die Steigerung der Arbeitgeberattraktivität sowie eine bessere Ausnutzung bestehender Ressourcen. Genau dahin gehe der Trend, sagte Andreas Sunder. Die Emskommune dürfe gegenüber anderen Arbeitgebern in dieser Hinsicht nicht ins Hintertreffen geraten.

Das Homeoffice trägt womöglich nicht nur zum besseren Arbeitsklima bei, es hat für Hajo Ahrens (FWG) auch handfeste Vorteile, was den Klimaschutz betrifft. Durch den Wegfall von Fahrten zur Arbeit werde weniger CO2 von den Autos der Beschäftigten ausgestoßen. Darüber hinaus werde auf lange Sicht vielleicht auch weniger Bürofläche benötigt, wenn sich mehrere Mitarbeiter Räume teilen könnten. Zwar sei die Dienstvereinbarung vor allem unter dem Druck der Pandemie aufgelegt worden. Die guten Erfahrungen zeigten aber, dass auch nach der Krise Teile der städtischen Mannschaft an einzelnen Tagen aus den eigenen vier Wänden heraus ins Rad greifen können. Das sieht Beigeordneter Andreas Göke ebenso. Allerdings regte er an, nach Ablauf der Pandemie die Arbeitsergebnisse beziehungsweise die Arbeitsleistung der Telearbeiter noch einmal auf den Prüfstand stellen zu wollen.

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