Rietberg
Hilfstransport startet an Weihnachten

Rietberg (ssn) - Am 26. Dezember startet Georg Winkler erneut gen Kosovo. Der gebürtige Rietberger fährt einen von zwei Lkw, die zusammen rund 44 Tonnen Hilfsgüter in die Balkanrepublik bringen. Ein Großteil der gespendeten Waren ist für die Kinder im Elendsviertel von Fushë Kosova bestimmt.

Mittwoch, 09.12.2020, 15:36 Uhr aktualisiert: 09.12.2020, 16:01 Uhr

Noch deutlich stehen dem Vorsitzenden des Vereins „Familien in Not“ die katastrophalen Verhältnisse vor Augen, der er bei seinem ersten Besuch in dem etwa fünf Kilometer südwestlich der Hauptstadt Pristina gelegenen Ort an Weihnachten 2019 gewahr werden musste. „Es waren zwei Grad unter Null, doch viele der Mädchen und Jungen standen vor uns im T-Shirt. Einige hatten noch nicht einmal Schuhe an den Füßen. Das zu sehen, hat uns psychisch an unsere Grenze gebracht“, sagt Winkler. Sofort sei deshalb für ihn klar gewesen: Die Hilfe aus Rietberg wird Fushë Kosova nicht das letzte Mal erreicht haben.

Verein plant Gründung eines Jugendtreffs

Tatsächlich plant „Familien in Not“ dort ein langfristiges Engagement. Angedacht ist die Gründung eines Jugendtreffs. Unterstützung kommt von einer Organisation vor Ort, zu dessen Mitgliedern unter anderem Lehrer zählen. Erste Gespräche seien äußerst positiv verlaufen, berichtet Winkler. Nun wolle man sich Ende Dezember auch persönlich kennenlernen. Als Vermittlerin tritt die Leipziger Initiative „Perspektiven für Kinder auf dem Westbalkan“ auf, zu der der Rietberger Verein enge Kontakte unterhält.

Wenn es am zweiten Weihnachtsfeiertag los geht, haben die Lkw aus der Emsstadt außer wärmender Kleidung, Schuhe und Geschenkpäckchen ebenfalls Schulmöbel geladen. Sie sind für eine Bildungseinrichtung bei Magura bestimmt, in der Erst- bis Neuntklässler unterrichtet werden. Fenster, Türen sowie weiteres Baumaterial geht an die Patenfamilien des Vereins.

Dort hat der gemeinnützige Zusammenschluss in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht. So habe etwa die Hälfte der ursprünglich 15 Familien ihre Lebenssituation mittlerweile deutlich verbessern und das Elend hinter sich lassen können, sagt Winkler nicht ohne stolz. Unterstützung kommt derweil ausschließlich als Hilfe zur Selbsthilfe daher. „Wir wollen die Menschen nicht abhängig machen. Deshalb spenden wir kein Geld, sondern Hoffnung in Form von Material für den Hausbau, das sie dann selbst verarbeiten“, stellt der Vorsitzende heraus. Das generiere Erfolgserlebnisse, steigere das Selbstwertgefühl – und schaffe somit eine solide Basis, um einen Job zu finden und die finanzielle Situation der Familie dauerhaft zu sichern.

Tour kostet rund 6000 Euro

Spendenkonto:
Familien in Not e.V. Rietberg, Sparkasse Rietberg, IBAN: DE09 4785 2760 0014 3050 07
1994 brach Georg Winkler zu seinem ersten Hilfstransport auf. Damals war Kroatien das Ziel. Seit 2003 steuert der Berufskraftfahrer den kriegsgebeutelten Kosovo an. Seit 2012 werden die Touren unter dem Dach des Rietberger Vereins „Familien in Not“ organisiert. Zahlreiche Einrichtungen im Kreis Gütersloh, darunter Kindergärten und Schulen, sowie Privatpersonen unterstützen das Engagement mit Sachspenden.

Doch dem Verein entstehen durch die jeweils gut 2000 Kilometer langen Hin- und Rückfahrten auf den westlichen Teil der Balkanhalbinsel auch Kosten, die irgendwie gedeckt werden müssen. Die Maut schlage hier ebenso zu Buche wie die Tankfüllung, zählt Georg Winkler auf. Unterm Strich ergebe das rund 3000 Euro pro Lkw – bei zwei Fahrzeugen im Einsatz also 6000 Euro. Um die Summe zu stemmen und damit den nächsten Transport zu sichern, bittet der Verein um finanzielle Unterstützung. Ein Spendenkonto ist eingerichtet. Auf Facebook posten die Aktiven darüber hinaus regelmäßig Fotos und Informationen rund um ihre Hilfsaktionen – zuletzt ein Lichtbild vom Beladen der Lkw am 30. November.

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