Rietberg
Windelzuschuss wird Dauereinrichtung

Rietberg (sud) - Der Windelzuschuss wird gut angenommen. Nun soll aus dem Testballon eine Dauereinrichtung werden. Mittel in Höhe von 20 000 Euro stellt die Stadt dafür pro Jahr bereit. Nach dem Umwelt- hat nun auch der Sozialausschuss grünes Licht für die Fortführung gegeben.

Samstag, 05.12.2020, 13:11 Uhr aktualisiert: 05.12.2020, 14:01 Uhr

In die politische Diskussion mischte sich jedoch auch Kritik. Marc Hecker, Sachkundiger Bürger für die FDP, warf die Frage der Nachhaltigkeit auf. In Zeiten immer knapper werdender natürlicher Ressourcen müsse man über die mit dem Zuschuss einhergehende indirekte Förderung des Kaufs von Einwegwindeln zumindest nachdenken, forderte Hecker. „Zu sagen, dass wir in der Sache auf einem guten Weg sind, finde ich erstaunlich.“

Zunehmende Resonanz

Hecker spielte damit auf eine Bemerkung des Umweltausschussvorsitzenden Manfred Habig (FWG) an. Der hatte zuvor erklärt, dass der Windelzuschuss seit drei Jahren auf zunehmende Resonanz stoße und deshalb beibehalten werden solle. Wenzel Schwienheer (CDU) stellte sich ebenfalls hinter die von der Verwaltung vorgeschlagene Fortsetzung der Förderung. „Auch viele ältere Menschen benötigen Windeln“, gab er zu bedenken. Eine finanzielle Unterstützung bei der Entsorgung sei daher angeraten.

Seit 2018 gibt es in Rietberg den Windelzuschuss. Ohne die nun beschlossene Verlängerung auf unbestimmte Zeit wäre die Bezuschussung bald ausgelaufen. Die Nachfrage nach dem jährlichen Zuschuss in Höhe von 40 Euro steigt: 2018 wurden 353 Anträge bewilligt, 2019 schon 469. 2020 Jahr waren es 495.

Nur ein indirekter Zuschuss

Vor allem junge Familien nehmen die Unterstützung in Anspruch. 2020 wurden 426 Zuschüsse für Kinder bis drei Jahren und 69 für pflegebedürftige Personen ausgezahlt. Insgesamt beläuft sich die Förderung 2020 auf 19 800 Euro. Zum Start 2018 waren es 14 120 Euro, 2019 bereits 18 760 Euro.

Ein Zuschuss zu den Windelkosten ist die Förderung nur indirekt. Tatsächlich wird die Entsorgung subventioniert. Antragsteller erhalten einen Zuschuss zu den Gebühren für die Restmülltonne. Denn durch ein hohes Windelaufkommen werden in der Regel größere Gefäße benötigt. Stoffwindeln bezuschusst die Stadt hingegen direkt mit 75 Euro im Jahr. Allerdings kann dann nicht zusätzlich der Windelzuschuss in Höhe von 40 Euro in Anspruch genommen werden.

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