Rietberg
Offensive zur  Digitalisierung gestartet

Rietberg (gl) - Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket möchte die Stadt Rietberg die digitale Ausstattung ihrer Bildungsstätten verbessen. Es handelt sich um ein Auftragsvolumen von zwei Millionen Euro, von dem die sechs Grundschulstandorte, Gesamtschule und Gymnasium profitieren sollen.

Dienstag, 10.11.2020, 17:54 Uhr aktualisiert: 10.11.2020, 19:16 Uhr

 Insgesamt also gut 3100 Kinder und Jugendliche. Die Leitungen aller städtischen Schulen haben sich gemeinsam mit Politik und Verwaltung auf ein für sämtliche Standorte einheitliches Konzept zur digitalen Ausstattung mit mehreren Säulen geeinigt. Dies hatte der entsprechende Fachausschuss im Juni 2019 einstimmig beschlossen. In mehreren Gesprächsrunden wurde beispielsweise über die Art des Präsentationsmediums, den Einsatz von Tablets, den Umfang, den Wegfall von PCs in Klassenzimmern und den Erhalt von Computerräumen gesprochen. 

„Das ist ein gewaltiger Kraftakt“

Im Ergebnis haben sich alle Beteiligten für eine einheitliche Ausrichtung der digitalen Ausstattung ausgesprochen. Im Neubau der Gesamtschule entspricht diese mehr oder weniger schon dem Ansatz, wie er für alle anderen Institutionen auch geplant ist. Die Gespräche werden laut Stadtverwaltung unter Beteiligung von Vertretern des Zentrums für digitale Bildung und des Medienzentrums des Kreises Gütersloh in regelmäßigen Abständen weitergeführt. Eine vernünftige Breitbandversorgung mit stabilem Funknetz (WLAN) in den Schulen gehört ebenso dazu wie die Raumausstattung, die Anschaffung neuer Computer und Tablets, die damit verbundene Lernsoftware sowie Netzwerklösungen. 

„All das hat sich die Stadtverwaltung für die kommenden drei Jahre vorgenommen“, heißt es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus. Inzwischen habe das Projekt innerhalb der Verwaltung – auch vor dem Hintergrund der vermehrten Notwendigkeit von Distanzunterricht in Zeiten von Corona – oberste Priorität und alles soll binnen eines Jahres realisiert werden. „Das ist ein gewaltiger Kraftakt für die Kollegen in den Fachabteilungen“, wird Andreas Göke, städtischer Beigeordneter und verantwortlich für dieses Projekt, zitiert.

Die meisten Bildungsstätten verfügen bereits über einen Glasfaseranschluss. Die Emsschule soll noch in diesem Jahr folgen, und selbst die Grundschule in Neuenkirchen kann in Kürze von dem Netzausbau der Helinet profitieren. Lediglich für die Standorte Bokel und Westerwiehe – dort ermöglicht Vectoring-Technik Bandbreiten bis zu 50 MBit im Downloadbereich – ist keine Glasfaser verfügbar. 2021 möchte die Kommune eigenen Angaben zufolge alle Schulstandorte im Stadtgebiet mit zusätzlichen Accesspoints (Netzzugangspunkte) ausstatten, um überall ein gleichmäßiges lokales Funknetz (WLAN) zu realisieren.

Für alle städtischen Schulen ist eine einheitliche digitale Raumausstattung vorgesehen. Alle 175 Klassen- und Fachräume sollen mit Nahdistanz-Beamer, Whiteboard-Tafeln und Apple-TV ausgestattet werden. Um dafür Fördermittel des Landes zu erhalten, sind ein umfangreiches Antrags- und Ausschreibungsverfahren für die Geräte erforderlich, so dass es der Verwaltung zufolge bis zur Anschaffung und Installation noch einige Monate dauern wird. Noch vor Weihnachten sollen 600 Apple-Tablets an die Einrichtungen ausgegeben werden. Bestellt sind 300 iPads für die Schulen (je ein Klassensatz à 30 Geräte für die Grundschulstandorte sowie jeweils zwei Sätze für die weiterführenden Schulen) und zirka 300 Geräte für die Lehrer. 

Ausgabe von 600 Tablets vor Weihnachten

Die Tablets bleiben in der jeweiligen Bildungsstätte und sind nicht dafür gedacht, dass die Kinder und Jugendlichen sie mit nach Hause nehmen. Über Ausnahmen – etwa für vorübergehenden Distanzunterricht – entscheiden die Leitungsgremien. Zusätzlich halten die Schulen an ihren EDV- und Computer-Fachräumen fest. Diese sollen allerorten modernisiert werden. Es werden etwa 270 stationäre PCs angeschafft, die die älteren Geräte ersetzen. 

Dies wird aber wohl erst in der zweiten Jahreshälfte 2021 geschehen. Darüber hinaus werden die iPads mit Lernsoftware ausgestattet – so, wie es jede Schule für sinnvoll hält. Alle Einrichtungen bereiten sich zudem mit einer Lernplattform auf künftigen Distanzunterricht vor. Sämtliche Ausgaben addieren sich auf rund zwei Millionen Euro. Hinzu kommen rund 500 000 Euro an jährlichen Kosten für Support, Lizenzen, Server- und Cloud-Lösungen. Um dies zu finanzieren, hofft die Stadt auf Fördergelder des Landes von mehr als die Hälfte. Weitere Informationen finden Interessenten im Internet.

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