Rietberg
Gebeine ruhen mittlerweile im Sammelgrab

Rietberg-Neuenkirchen (eph) - Es mag 300, 400 oder noch mehr Jahre her sein, da wurden Verstorbene aus Neuenkirchen auf dem Kirchhof im Schatten der St.-Margareta-Kirche zur sogenannten letzten Ruhe gebettet. Heute, mehrere Jahrhunderte später, wissen wir: Aus der letzten Ruhe wurde nichts. 

Montag, 02.11.2020, 17:53 Uhr aktualisiert: 02.11.2020, 18:16 Uhr

Schon vor 50 Jahren wurde einmal die Totenruhe gestört, nachdem man bei Bauarbeiten im Bereich der Kirche Gebeine von Verstorbenen gefunden hatte. Und auch im vergangenen Jahr kamen bei der baulichen Umgestaltung des Kirchplatzes menschliche Knochen zum Vorschein. Archäologen, die das Gelände auf weitere Funde untersuchten, trugen die Gebeine zusammen, um sie zu einem späteren Zeitpunkt in einem würdigen Rahmen bestatten zu lassen. 

Gräber haben viel zu erzählen

Nach dem Abschluss der archäologischen Arbeiten war dieser Zeitpunkt jetzt gekommen. Bereits vor einigen Tagen waren die menschlichen Überreste in einem Sammelgrab auf dem Neuenkirchener Friedhof beigesetzt worden. Am Allerheiligen-Tag nun folgte die offizielle Trauerfeier. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung feierte Andreas Zander, Pfarrer des pastoralen Raums Rietberg, am Hochkreuz einen Gedenkgottesdienst. 

Die Gräber um die Kirche herum hätten viel zu erzählen, meinte der Geistliche. Von Krankheiten und Sorgen, aber auch von Hoffnungen, wie mehrere Grabbeilagen belegten. Gräber, so Zander weiter, seien auch Orte des Lebens. Denn nach der Trauer über den Verlust eines Angehörigen komme die Erinnerung, und Bilder des Lebens entstünden. Zander: „Irgendwann sprechen wir auch mit den Verstorbenen, um Hilfe, Unterstützung und Verständnis zu erbitten. Dann spüren wir, dass nicht der Tod, sondern das Leben das letzte Wort hat.“ 

Stadt plant eine Gedenktafel 

Zur Erinnerung an die in den vergangenen zwölf Monaten Verstorbenen aus der St.-Margareta-Gemeinde des Wapeldorfs verlas Zander deren Namen, um danach um Gottes Segen und ewige Ruhe für die Toten zu bitten. Im Verlauf der Trauerfeier war der Geistliche, begleitet von zwei Messdienern, auch zu dem neuen Sammelgrab geschritten, um dieses und die Gebeine der vor Jahrhunderten verstorbenen Neuenkirchener zu segnen. 

Als erster Vertreter der Stadt Rietberg nahm auch Bürgermeister Andreas Sunder an der Zeremonie teil. Ein Kranz der Emskommune mit der Aufschrift „In stillem Gedenken“ ist der bislang einzige Trauerschmuck. Ein Grabstein und eine Gedenktafel sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen, verriet Bürgermeister Andreas Sunder.

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