Rietberg
Straßenkarneval und Sitzungen abgesagt

Rietberg (kvs) - Viele andere federführende Vereine hadern noch mit sich, die Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg (GKGR) hat nun Nägel mit Köpfen gemacht: Sitzungen, wie sie die Narren kennen und lieben, sowie einen Rosenmontagszug wird es in der kommenden Session nicht geben. 

Mittwoch, 09.09.2020, 09:45 Uhr aktualisiert: 09.09.2020, 11:16 Uhr

Den Karneval an sich als Zeit des Frohsinns möchte man dennoch nicht vollends abblasen. Hatte der eine oder andere vor einigen Monaten noch die Hoffnung gehegt, die Auswirkungen der Coronapandemie seien in den Griff zu bekommen und große Veranstaltungen zu retten, stellen Karnevalsgesellschaften nun zunehmend fest, dass das Thema wohl noch längere Zeit aktuell bleiben wird. Da niemand am Ende des Tages in einem Atemzug mit dem Kreis Heinsberg genannt werden will, wo sich bekanntlich in der vergangenen Session von einer Sitzung ausgehend das Coronavirus in der Bevölkerung verbreitete, ziehen die Grafschaftler jetzt die Reißleine. Insbesondere aus Verantwortungsgefühl gegenüber Narren und Künstlern. 

Tollitäten gehen in die Verlängerung

„Die Grafschaftler werden in der kommenden Session wegen der Corona-Pandemie auf große Veranstaltungen mit Publikum verzichten“, teilt Heike Peters als GKGR-Pressesprecherin mit. „Sowohl die Sitzungen in der Aula des Schulzentrums als auch der Straßenkarneval mit seinen Umzügen von Altweiber bis Rosenmontag werden ausfallen. Das haben die Gremien der Gesellschaft jetzt beschlossen.“ 

Damit geht das amtierende Prinzenpaar Michael IV. Sellemerten und Karin I. Lummer in die Verlängerung. Neue Tollitäten werden 2021 nicht proklamiert werden. „Die beiden bleiben bis zum Frühjahr 2022 die obersten Repräsentanten der Karnevalisten. Gleiches gilt auch für das Kinderprinzenpaar Leon II. Jüttemeier und Emily I. Horstmann“, schreibt Heike Peters in einer Pressemitteilung. 

Tiefes Bedauern

Mit der Absage des Straßenkarnevals fallen auch die Zeltpartys in der Innenstadt an den tollen Tagen flach. Man bedauere diesen Beschluss zutiefst, sagt Heike Peters. Allerdings lasse die derzeitige Pandemielage eine andere Entscheidung nicht zu. „Und es wäre nach unserer Auffassung aus heutiger Sicht blauäugig zu glauben, dass sich diese Situation zeitnah so ins Positive verändert, dass eine Durchführung des gewohnten Karnevals möglich wäre.“ 

Ganz ohne Karneval geht es dennoch nicht

Die fünfte Jahreszeit soll dennoch gefeiert werden. Derzeit arbeite man an der nächsten Ausgabe des Karnevalskuriers gearbeitet, der in der nächsten Auflage umfangreicher als sonst ausfallen werde, kündigt der GKGR-Vorstand an. Noch mehr als in den vergangenen Jahren werde das Heftchen Berichte, Anekdoten und sonstige Geschichten enthalten. Überdies werde es erneut den 2006 erstmals aufgelegten Sessionssticker geben. „Dieses Mal in einer der Corona-Situation humorvoll angepassten Ausführung“, wie es heißt. 

Digitale Feierlichkeiten

Die Veranstaltungen sollen umgewandelt werden in digitale Varianten. Man habe verschiedenen Möglichkeiten ins Auge gefasst und bastle derzeit an Konzepten, „so dass auch im kommenden Jahr die Karnevalisten positiv in Erscheinung treten werden“, verspricht Heike Peters.

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