Rietberg
Gärten haben beste Zeit hinter sich

Rietberg (bv) - Was geschieht eigentlich mit den Gärten der französischen und polnischen Freunde, wenn das Klimapark-Areal überplant wird? Sollen die Parzellen als sichtbare Zeichen lebendiger Städtepartnerschaften erhalten bleiben? Noch ist die Angelegenheit nicht geklärt.

Dienstag, 11.08.2020, 17:49 Uhr aktualisiert: 11.08.2020, 18:16 Uhr

 „Das war noch nicht Gegenstand von Überlegungen. Darüber wird man im weiteren Planungsprozess nachdenken müssen“, teilt Stadtsprecherin Nina Ackfeld auf Nachfrage mit. Das hänge auch wesentlich von den Wünschen der Komitees ab. Konkrete Gespräche, wie und ob es mit den Gärten weitergehen soll, seien geplant. Und wer ist für die Pflege dieser Bereiche zuständig? Nina Ackfeld gibt die Antwort auf diese Frage: „Die jeweiligen Komitees. Das ist grundsätzlich im Pflegewerk für den Park festgehalten worden.“ Nichtsdestotrotz habe die städtische Park-GmbH diese Arbeit in der Vergangenheit sporadisch unterstützt, wenn die Kapazitäten dies erlaubt hätten. Allerdings stünden ihr dafür weder Personal noch finanzielle Ressourcen zur Verfügung. Vertraglich geregelt sei die Nutzung beider Parzellen nicht. 

„Alles hat seine Zeit“

Bernhard Altehülshorst, seit 37 Jahren Vorsitzender des französischen Städtepartnerschaftskomitees Rietberg-Ribérac, geht nicht davon aus, dass die Franzosen, die den einstigen „Garten der Sinne“ mit viel Kreativität entworfen und umgesetzt haben, noch einmal Geld in die Hand nehmen und Gärtner schicken werden, um den Ausstellungsbeitrag zur Landesgartenschau 2008, der sichtbar in die Jahre gekommen ist, wieder aufzubauen. „Damals haben die beiden Gärten, die sogar landesweit Beachtung fanden, ihren Zweck in Sachen Tourismuswerbung erfüllt“, erinnert sich Altehülshorst. „Das war wirklich eine ganz tolle Geschichte. Aber das ist nichts, was man mit Gewalt erhalten muss. Alles hat seine Zeit.“ Den Komitees gehe es nicht darum, Denkmäler zu schaffen, sondern die Menschen zusammen zu bringen. Altehülshorst möchte die Entscheidung, wie es mit den Gärten weitergehen soll, jedoch nicht vorweg nehmen, sondern diese Frage mit dem neuen Ribéracer Bürgermeister Nicolas Platon besprechen, den er bereits seit 30 Jahren kennt. 

Auch auf polnischer Seite ist es schwierig, die Parzelle in Schuss zu halten. „In den ersten Jahre haben wir selbst uns um die Pflege gekümmert. Inzwischen ist es aber nicht mehr so einfach, dafür genügend Leute zu mobilisieren“, sagt Monika Kuper, Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Rietberg-Glogówek. Auf die Frage, ob die beiden Gärten noch eine Zukunft haben, hätte auch Monika Kuper gern eine Antwort. Schon vor Monaten habe sie Kontakt mit den damaligen Erbauern aufgenommen, um abzuklären, ob die polnischen Freunde selber kommen wollen, um das Areal auf Vordermann zu bringen, oder ob sie ein Problem damit hätten, wenn es verändert würde. Denn wie bei anderen Beiträgen im Gartenschaupark habe der Ideengeber und Erbauer auch hier ein Mitspracherecht. 

Ein Stück Dordogne in  Rietberg

„Wir haben jetzt alles geschnitten und entkrautet und überlegen, einzelne Pflanzen des großen Stadtwappens auszutauschen“, betont Komitee-Vorsitzende Monika Kuper. Einst präsentierten die Polen auf dem Gelände ihre landwirtschaftliche Prägung mit Viehzucht und Ackerbau. Gleich gegenüber empfahlen sich die Franzosen, die dort ein Stück Dordogne in den Rietberger Boden gepflanzt hatten, als „Grande Nation des Gartenbaus“. Die liebevoll gestalteten Areale bildeten links und rechts einer 14 Meter langen und vier Meter breiten Eichen-Pergola die Blätter der einst riesigen Rietberger Blume mit ihren sieben Stadtteilblüten. Auf dem Gelände, das nach der Landesgartenschau zurückgebaut wurde, ist 2011 der Klimapark eröffnet worden.

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