Rietberg
Jagd soll Flurschäden reduzieren

Rietberg (ssn) - Am 1. August hat die Jagdsaison auf Krähenraben und Elstern begonnen. Auch im Großraum Rietberg wird derzeit auf die Vögel angelegt. Die Maßnahme stößt bei Bürgern immer wieder auf Unverständnis. Doch sie ist sinnvoll und notwendig, sagt Dr. Wolfgang Settertobulte vom Hegering Rietberg.

Mittwoch, 05.08.2020, 18:30 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 18:46 Uhr

„Die ganze Nacht und Samstagmorgen wurde geballert. Unsere Hunde zitterten am ganzen Leib und wagten sich nicht vor die Tür. Ich selbst habe kein Auge zugetan“, berichtet Astrid Reinke, Tierärztin und Vorsitzende von „Achtung für Tiere“ in einer Pressemitteilung. Der Verein betreibt den Lebenshof in Varensell. In der dortigen Umgebung wie auch andernorts auf Rietberger Grund – in zwölf verschiedenen Jagdrevieren insgesamt – wurde zum fraglichen Zeitpunkt geschossen, bestätigt Settertobulte im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Grund: In den vergangenen Jahren habe die Population von Krähenraben und Elstern stark zugenommen – einhergehend mit enormen Flurschäden.

„Jagd muss stets dem Tierschutz gehorchen“

„Rabenvögel, wozu auch die Elster gehört, plündern die Nester von Kleinvögeln und fressen deren Nachwuchs“, führt das Hegering-Mitglied aus. Auch auf den Äckern von Gemüsebauern richteten die Tiere teils erhebliches Ungemach an. Verschärft werde das Problem dadurch, dass die intelligenten Vögel als sogenannte Kulturfolger bestens mit der an die menschlichen Bedürfnisse angepassten Umgebung zurechtkämen.

Um ihrer wachsenden Anzahl Herr zu werden, sind Rabenkrähen und Elstern von Anfang August bis Anfang Februar zum Abschuss freigegeben. Die Jagd müsse frühmorgens erfolgen, da die Vögel zu diesem Zeitpunkt besonders aktiv sind, sagt Settertobulte. Dabei habe oberste Priorität, besonders effektiv vorzugehen, also etwa sicherzustellen, dass abgeschossene Exemplare tatsächlich tot sind. „Deshalb führen wir bei dieser Art von Jagd immer Hunde mit uns, die die Vögel umgehend aufspüren und anbringen beziehungsweise totbeißen. Denn die Jagd muss stets dem Tierschutz gehorchen, was nicht zuletzt bedeutet, dass Leid möglichst vermieden wird.“

Weitere konzentrierte Aktionen in mehreren Revieren gleichzeitig, was laut Dr. Wolfgang Settertobulte einen besonders guten Jagderfolg verspricht, werden voraussichtlich im monatlichen Rhythmus durchgeführt. Er habe durchaus Verständnis dafür, wenn Menschen es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren können, Tiere zu töten. „Doch in Deutschland gibt es eine Pflicht zur Bejagung, der wir nachkommen müssen.“

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