Rietberg
Erst muss Raumbedarf geklärt sein

Rietberg-Mastholte (ssn) - Wie ist der Sachstand hinsichtlich der Nachnutzung des früheren Hauptschulgebäudes in Mastholte? Das hat die Freie Wählergemeinschaft (FWG) noch vor der politischen Sommerpause von der Stadtverwaltung wissen wollen.

Dienstag, 07.07.2020, 17:02 Uhr aktualisiert: 07.07.2020, 17:31 Uhr

Bürgermeister Andreas Sunder konnte in der Ratssitzung derweil nur mit einem Zwischenergebnis dienen. Demnach hat sich bislang noch kein Trägerverein ge- respektive zusammengefunden, um die im Raum stehende Idee eines Bürgerhauses mit Leben zu füllen. Das Thema sei aber „platziert und im Gespräch“, sagte Sunder. Und freilich springe die Stadt – ähnlich wie beim Verein „Dorfhaus Bokel“ – gern erneut als Geburtshelferin ein, wenn es soweit sei.

Vereine und Gruppierungen haben bereits Wünsche geäußert

Hintergrund der FWG-Anfrage ist unter anderem der Vorstoß des Mastholter Ortsvorstehers Gisbert Schnitker, der im Januar eine Bedarfsabfrage zur Nachnutzung der ehemaligen Schulräume unter den örtlichen Vereinen und Gruppierungen durchgeführt hatte (diese Zeitung berichtete). Daraus hätten sich seinerzeit diverse Interessenten ergeben, sagte Sunder.

Er habe im Nachgang der Versammlung indessen auch vermittelt, dass die Verwaltung zunächst den Raumbedarf der weiteren Grundschulen im Stadtgebiet in den Blick nehmen wolle, bevor man die einstigen Klassenzimmer einer anderen Nutzung zuführe. Ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist, wie Rathaussprecher Juergen Wohlgemuth am Dienstag auf Nachfrage mitteilte. Die Situation ist komplex, denn in die Frage nach dem Raumbedarf der jeweiligen Bildungseinrichtungen spielt auch die Frage nach dem Betreuungswunsch für die Steppkes hinein, etwa im Rahmen der Offenen Ganztagsschule (OGS) oder der Randstunde.

Stadt rechnet mit Änderung der Gesetzeslage

Für die abschließende Analyse der Situation erschwerend hinzu kommt die Tatsache, dass sich in letztgenannter Angelegenheit eine Änderung der Gesetzeslage anbahnt. So hatten Union und SPD bereits in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, dass es ab 2025 einen Rechtsanspruch für eine Ganztagsbetreuung von Kindern im Grundschulalter geben soll. In abgespeckter Form existiert dieser bereits, und zwar für Heranwachsende ab dem ersten Lebensjahr bis zum Schuleintritt. Im November hatte das Bundeskabinett dann beschlossen, in Vorbereitung auf den erweiterten Rechtsanspruch den Ländern zwei Milliarden Euro für den Ausbau der Ganztagsbetreuung an Schulen zur Verfügung zu stellen. Vielmehr ist seither nicht passiert.

Für die Kommunen, so auch Rietberg, heißt es damit weiter: Abwarten. Nichtsdestotrotz führe die Stadt aktuell Gespräche mit den Leitern der Grundschulen, informiert Juergen Wohlgemuth. Er geht davon aus, dass das Thema nach den Sommerferien erneut im Schulausschuss diskutiert wird.

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