Rietberg
Im Schweinsgalopp ins Schlammbad

Rietberg-Mastholte (gl) - Etwa viereinhalb Monate ist es her, dass zwei kleine Hängebauchschweine herrenlos in Bokel aufgegriffen wurden. Eine Annonce des städtischen Fundbüros blieb damals ohne Rückmeldung. Schließlich nahm sich der Gnadenschutzhof Sol Luna aus Mastholte der beiden Tiere an.

Sonntag, 07.06.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 07.06.2020, 16:31 Uhr

Bislang lebten die vom Hofteam auf Herzbert und Wilbur getauften Grunzer in einer ehemaligen Ponybox, die mit reichlich Stroh ausgekleidet war. Hintergrund des ungewöhnlichen Domizils war die Tatsache, dass die beiden Eber noch nicht ausgewachsen waren. Die Jungtiere hätten problemlos durch die Löcher des Zauns ausbüxen können, der den eigentlich für sie vorgesehenen Stall umgibt.

Friedliche Koexistenz

Mittlerweile sind die beiden Schweine ganz schön in die Höhe (und Breite) geschossen. Deshalb durften sie jetzt in ihre neue Unterkunft inmitten ihrer vier Artgenossen einziehen. Die Tiere leben dort in friedlicher Koexistenz mit fünf Schafen und vier Ziegen zusammen.

Ursprünglich war geplant, das Gehege, das Herzbert und Wilbur fürs Erste noch von den anderen Tieren trennt, um ihnen eine langsame Eingewöhnung zu ermöglichen, zusammen mit den Schülern des Förderzentrums zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung (Filb) im Kreis Gütersloh aufzubauen. Die Einrichtung ist bereits seit einigen Jahren eng mit dem Gnadenschutzhof verbunden. Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und des damit verbundenen Verbots von Gruppenangeboten fiel dieses Projekt allerdings ins Wasser, sodass der ehrenamtliche Helfer Roland Wiemann das Bauvorhaben kurzentschlossen selbst in die Hand nahm.

Oma zeigt sich unbeeindruckt

Gerade in ihrem neuen Gehege angekommen, waren die zwei Borstentiere aber der Meinung, dass es sich zusammen mit den Artgenossen doch besser lebt. Deshalb begannen sie den von Wiemann mit viel Akribie zusammengebauten Palettenzaun wieder auseinanderzunehmen.

Die benachbarte Hängebauchschwein-Oma Sybille, die wegen ihres mittlerweile weit fortgeschrittenen Alters ebenfalls in einer Einzelunterkunft lebt, die direkt an das Quartier von Herzbert und Wilbur angrenzt, ließ sich von den jugendlichen Schweinchen allerdings nicht beeindrucken. Sie stapfte schnurstracks außer Sichtweite der beiden und döste dort weiter friedlich vor sich hin.

Eber fühlen sich sauwohl

Herzbert und Wilbur beruhigten sich letztlich wieder, die Umzäunung hielt stand. Stattdessen stürzten sich die beiden Halbstarken lieber kopfüber ins eigens angerichtete Schlammbad. Das Fazit der Mitarbeiter von Sol Luna fällt eindeutig aus: „Wir sind der Meinung, die beiden Vierbeiner fühlen sich bei uns sauwohl.“ Dem Start der Eingewöhnungsphase der beiden jungen Eber in das Schweinegehege stehe vor diesem Hintergrund nun nichts mehr im Weg.

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