Rietberg
„Siegfried“ weckt die Putzlust im Manne

Rietberg-Mastholte (ji) - Im Zeitalter der Emanzipation greift zuhause auch der Mann zum Putztuch und macht die Wäsche. Reiniger im Drogerie-Regal sind allerdings auf Frauen Maria Kaufmann hat deshalb Reinigungsmittel für Herren erfunden. Der Markenname: Siegfried.

Freitag, 05.06.2020, 17:56 Uhr aktualisiert: 05.06.2020, 18:46 Uhr

Die Idee dazu sei ihr gekommen, als sie für einen Kunden aus dem Chemiebereich ein Autopflegemittel vermarktet habe: „Da ist mir erstmal richtig bewusst geworden, dass es gar keine speziellen Putzmittel für Männer auf dem Markt gibt“, sagt Maria Kaufmann, die ein Büro für Marketing und Kommunikation in Mastholte besitzt.

Idee schließt Lücke 

Die Marktlücke wollte sie schließen – und hat „Siegfried“ erschaffen, eine Marke für Putz- und Waschmittel, welche auf die Bedürfnisse von Männern zugeschnitten sind.

„Der Mann mag es einfach und unkompliziert“, berichtet die Marketing-Fachfrau. Deshalb habe sie etwa einen Küchenreiniger entwickelt, der dort für alle Bereiche – von der Spüle über den Backofen bis zum Herd – benutzt werden kann.

Bad- und Glasreiniger ergänzen Angebot

Ebenso multifunktional sei ein spezieller Reiniger für das Bad, der antibakteriell wirkende Milchsäure enthalte. „Das Putzmittel kann auf allen Flächen im Bad genutzt werden, es sind keine anderen Reiniger mehr nötig“, beschreibt Maria Kaufmann die einfache Handhabe.

 Ergänzt wird das Angebot für den Männerhaushalt durch einen Glasreiniger. Eine zusätzliche Besonderheit dieser Mittel ist der Duft. Es sei ihr besonders wichtig gewesen, dass die Produkte nicht riechen wie Reiniger aus dem Drogeriemarkt, sagt die Gründerin. Ein herber und maskuliner, dennoch frischer Geruch sei entstanden.

Produkte erleichtern Mann das Waschen

Ähnlich wie die Reiniger duften die drei verschiedenen Flüssigwaschmittel, welche die Produktpalette vervollständigen. „Immer mehr Männer machen ihre Wäsche selbst“, weiß Maria Kaufmann. Die klassische Rollenverteilung des arbeitenden Manns und der Frau, die daheim den Haushalt macht, gebe es heute kaum noch, sagt die 41-Jährige. „Zudem gibt es viele Singles oder berufstätige Männer mit einer Pendlerwohnung“, ergänzt die Gründerin.

Drei Waschmittel – eines für dunkle und bunte Kleidung, eines für feine Stoffe und eines für Sportwäsche – habe sie für Herren entwickelt. Die Ansprüche an ihre Produkte habe sie durch Umfragen ermittelt, sagt die 41-Jährige. Die Männer hätten etwa transparente Flaschen favorisiert. So werden die Reiniger jetzt in Glasflaschen angeboten.

Anspruch an Nachhaltigkeit

„Ich habe lange nach einer idealen Lösung für die Verpackung gesucht“, verrät Maria Kaufmann. Zunächst habe sie über den Einsatz von recyceltem Kunststoff nachgedacht. „Der ist günstig im Einkauf und wiegt nicht viel“, sagt sie. Aber: „Letztlich bleibt auch recycelter Kunststoff noch immer Kunststoff, und entsprach nicht meinem Anspruch an Nachhaltigkeit“, erläutert die Gründerin.

Außerdem würde das Material eigene Gerüche an den Reiniger abgeben und bei Wärme unerwünschtes Mikroplastik freisetzen. Die Wahl fiel letztlich also auf Glasflaschen in einem schlichten, minimalistischen Design: „Wir haben viel ausprobiert, die Flaschen sollten möglichst bruchfest sein, aber nicht zu viel wiegen.“

Erste Kooperationen fix

Zusammen mit ihrem Team aus drei Angestellten im Marketingbüro sei schließlich das ideale Modell entstanden. Wie lautet das Zwischenfazit? „Die Rückmeldungen der Männer sind bisher durchweg positiv“, berichtet Maria Kaufmann und lächelt zufrieden.

Auch die ersten Kooperationen mit Herrenausstattern sind fix: Das Männerbekleidungsgeschäft „Oak Fashion“ in Wiedenbrück sowie der Laden „Männersache Clothing“ in Lippstadt vertreiben die Waschmittel bereits, zudem werden die Produkte aus Mastholte in Oldenburg und Berlin verkauft. „Außerdem stehen wir gerade vor der Zusammenarbeit mit einem großen Online-Händler für Herrenkleidung“, berichtet die Gründerin. Näheres möchte sie dazu noch nicht sagen: „Es ist noch nichts unterschrieben.“

Interesse am Produkt groß

Das Interesse sei aber generell groß, schließlich gebe es kein vergleichbares Produkt auf dem Markt. Nach Kooperationspartnern für die beiden verschiedenen Putzmittel suche sie indes noch, sagt Maria Kaufmann. Bislang verkauft sie die Reiniger im eigenen Onlineshop.

Wie ist der Markenname entstanden? „Siegfried bezieht sich auf den gleichnamigen Nibelungen-Helden“, sagt Maria Kaufmann. Sie habe den Namen der Marke unbedingt mit einem Helden verknüpfen wollen.

„Siegfried“-Zitate und Haushaltstipps

 „Man personalisiert schließlich gern“, sagt sie. Kurze Episoden oder Zitate vom Nibelungen-Siegfried an jeder Flasche runden das Konzept ab. Zusätzlich gibt es dort Wasch- und Haushaltstipps für den Mann. Die Konzeption und Vermarktung der Produkte übernimmt Fachfrau Maria Kaufmann mit ihrem kleinen Team selbst: Design und Website-Konzeption seien etwa im eigenen Büro möglich.

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