Rietberg
Dürre und Hitze machen Bäumen zu schaffen

Rietberg (ssn) - Hitze, Dürre und Sturmereignisse haben dem Baumbestand im Stadtgebiet ordentlich zugesetzt. Die Konsequenz: Viele Exemplare sind dauerhaft geschwächt - und werden damit ein leichtes Ziel für Schädlinge.

Dienstag, 04.02.2020, 14:53 Uhr

Im Umweltausschuss gab Heike Bennink, Leiterin der Abteilung Öffentliches Grün, einen Überblick über die Folgen des Klimawandels für die grünen Riesen. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein in den vergangenen zwei Jahren hat die Kommune rund 300 Bäume fällen müssen. Dafür wurden seit dem Herbst bereits 220 neu gepflanzt.

Pilzerkrankungen und Schädlinge haben leichtes Spiel

Sie dienen als Ersatz für jene Schattenspender, die aufgrund mangelnder Vitalität nicht mehr verkehrssicher waren – oder denen eine Windhose wie die, die im August 2018 über Teile von Westerwiehe fegte, den Rest gegeben hat. Die Exemplare, die noch stehen, sind angeschlagen. „Die Bäume gehen langsam, aber sicher immer weiter zurück und werden anfälliger für Krankheiten“, sagte Bennink.

Zu den sichtbaren Zeichen dieser Entwicklung zählt der Rindenruß. Die Pilzerkrankung befällt ausschließlich den Ahorn. Die befallenen Bäume weisen teils großflächige schwarze Stellen am Stamm auf, wo sich die Sporen ausgebreitet haben. Platanen werden derweil vom Massariapilz heimgesucht.

Auch Nester des Eichenprozessionsspinners habe sie bereits an städtischem Grün entdeckt, erklärte Bennink. Für die Bäume seien die Raupen des Schmetterlings zwar nicht so gefährlich, für Mensch und Tier dagegen umso mehr. Sie rechnet zudem für die kommenden Jahre mit einer Zunahme des Problems.

Grünastbrüche stellen unkalkulierbares Risiko dar

Ein unkalkulierbares Risiko stellen Grünastbrüche dar. Zweige und selbst dicke, über Jahrzehnte gewachsene Äste sind davon betroffen: Sie werden morsch und fallen in der Folge aus der ansonsten gesund erscheinenden Baumkrone. „Selbst die Fachwelt weiß nicht, warum, wann und wo es passiert“, stellte die Abteilungsleiterin heraus. Fest stehe nur: Lang anhaltende Trockenheit begünstigt das Phänomen.

Gegen die Dürre stemmt sich die Stadt mit verschiedenen Maßnahmen, darunter mit Bewässerungssäcken, von denen sukzessive rund 200 Stück angeschafft wurden. Darüber hinaus verfügt der Bauhof über vier Gießfahrzeuge mit einem Fassungsvermögen von jeweils 2000 bis 6000 Litern. Die Kommune setzt ebenfalls auf Hilfe von Extern. Bewässerungskooperationen bestehen unter anderem mit den Firmen Varnholt, Austermann und Hollenbeck. Auch die Feuerwehr greift bei Bedarf mit ins Rad.

Zahlreiche Bäume bereits gestorben

Allen Bemühungen zum Trotz seien viele Bäume gestorben, bilanzierte Heike Bennink. Bei den Ersatzpflanzungen achte man daher darauf, die Wahl der Sorte an den jeweiligen Standort anzupassen und dabei trocken- sowie hitzeunempfindlichen Exemplaren den Vorzug zu geben.

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