Rietberg Fünf Varianten für den Dorfplatz

Rietberg-Mastholte (ssn) - Die Debatte um den Mastholter Dorfplatz, sie war zuletzt recht hitzig geführt worden. Im Bauausschuss am Dienstagabend haben sich die Fraktionen nun betont versöhnlich gezeigt.

Geschlossen lobten sie die Flächenkonzepte des heimischen Planers Jürgen Edenfeld, der dem Gremium fünf Optionen zur Umsetzung des Vorhabens samt entsprechender Kostenschätzung präsentierte. Bekanntlich stehen zwei Areale zur Verfügung. Zum einen ist das der von dem Verein „Starkes Mastholte zwischen Ems und Lippe“ ins Rennen geführte Bereich rund um den Handwerkerbaum, zum anderen das nachträglich von der katholischen Gemeinde freigegebene Gebiet auf der anderen Seite der Rietberger Straße im Schatten der Jakobuskirche. Für die Planungen hat Edenfeld die vorgegebenen Elemente aus dem Ursprungsentwurf genutzt. Er sieht folgende Spielarten:

Kosten bewegen sich zwischen 700.000 und 1,4 Millionen Euro

Variante A:

Dieser Entwurf konzentriert sich ausschließlich auf den Kirchplatz. Zwischen der Gaststätte Sittinger und dem Ehrenmal, das leicht Richtung Rietberger Straße vorverlagert wird, sind Wasserspiele angeordnet. Auf der Südseite der Kirche hat Edenfeld einen Lesegarten samt Brunnen platziert. Verschiedene Spielelemente, darunter eine Boulebahn, befinden sich im östlichen Bereich des Gotteshauses. Weil diese Variante im Bestand realisiert werden müsste, finden einige vom Verein „Starkes Mastholte“ angeregte Aspekte, darunter die mobile Bühne und die Sitzstufenanlage (Amphitheater), allerdings keine Berücksichtigung. Geschätzte Kosten: 708.500 Euro.

Variante B:

Dabei handelt es sich um eine Kombination der Standorte Kirche und Handwerkerbaum, wobei die Rietberger Straße die Flächen trennt. Auf beiden Arealen sind Wasserspiele verortet. Der Lesegarten mit Brunnen befindet sich auch hier im Schatten der Jakobuskirche. Am Handwerkerbaum sind eine mobile Bühne, das Amphitheater sowie Spielstationen zu finden. Teile des ehemaligen Hauptschulgebäudes könnten in eine Gastronomie umgewandelt werden, schlägt Edenfeld vor. Das ehemalige Pfarrhaus, das die Stadt 2019 erworben hat, wird in dieser Variante abgerissen.

Variante B.1:

Diese Planung ist nahezu deckungsgleich mit B – mit dem Unterschied, dass das frühere Pfarrhaus erhalten bleibt. Die Gastronomie zieht in diesem Entwurf dort ein. Sowohl für die Variante B als auch für B.1 gibt Edenfeld als Kostenschätzung die Summe von knapp 1,4 Millionen Euro aus.

Variante C:

Dabei handelt es sich um den weitreichendsten Entwurf. Auch hier werden beide Flächen bespielt. Diesmal werden sie jedoch zusammengeführt. Die Rietberger Straße muss dafür auf einem Teilstück zwischen Kreuzung Langenberger Straße und Höhe Schulzentrum weichen. Dafür geht von der Riekstraße eine neue Verkehrsader ab, die zwischen ehemaligem Pfarrhaus (das abgerissen wird) und Pausenhof der früheren Hauptschule entlangführt, um wieder in die Rietberger Straße zu münden. Zwischen der neuen Straße und dem eigentlichen Dorfplatz plant Jürgen Edenfeld Wohnhäuser ein. Einen Kostenrahmen nennt er für Spielart C nicht.

Wasserspiele werden deutlich teurer

Variante D:

Diese Variante entspricht dem Originalentwurf des Vereins „Starkes Mastholte“ mit Überplanung der Fläche am Handwerkerbaum und Abriss des Pfarrhauses.

Tipp:

Alle fünf Dorfplatz-Varianten werden am Mittwoch, 11. März, im Rahmen einer Infoveranstaltung in der Gaststätte Sittinger, Lippstädter Straße in Mastholte, den Bürgern vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr.

Für die notwendigen Baumaßnahmen setzt Edenfeld indessen eine deutlich höhere Investitionssumme an, als im vergangenen Sommer vom Verein „Starkes Mastholte“ ausgegeben. Die Aktiven hatten mit knapp 800 000 Euro kalkuliert. Nun liegt der Betrag bei etwas über einer Millionen Euro.

Insbesondere die Wasserspiele berechnet Edenfeld mit 102 000 Euro (Planung „Starkes Mastholte: 8000 Euro) deutlich teurer. Schuld daran seien technische Gegebenheiten, die bei der Ursprungsvariante nicht bedacht worden seien, begründete der Planer. Da die Realisierung des Platzes Teil des Dorfinnenentwicklungskonzepts für Mastholte ist, darf die Stadt auf Fördergelder hoffen. Den positiven Bescheid der Bezirksregierung vorausgesetzt, kann eine Subventionsquote in Höhe von 65 Prozent – maximal aber 250 000 Euro – angesetzt werden.

Verwaltung präferiert Variante C

Den Mastholter Ratsvertretern sowie dem Ortsvorsteher und den Fraktionsvorsitzenden waren die Alternativplanungen zum Dorfplatz bereits vor der Sitzung am Dienstag in einem Informationsgespräch vorgestellt worden. Aus Sicht der Verwaltung birgt die abschnittsweise Realisierung der Variante C das größte Entwicklungspotenzial für den Stadtteil. Allerdings, so ist der Ausschussvorlage zu entnehmen, sind in diesem Fall noch umfangreiche Abstimmungsgespräche mit den Straßenbaulastträgern (Straßen.NRW und Kreis Gütersloh) erforderlich. Geschlossen stimmten die Gremiumsmitglieder dafür, das Thema Dorfplatz zunächst zur weiteren Beratungen in die Fraktionen zu verweisen.

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