Rietberg Stadt beteiligt sich an Restaurierung

Rietberg-Neuenkirchen (bv) - Es ist 155 Jahre alt, hat in dieser Zeit mehrfach den Standort gewechselt und soll künftig auf dem neu gestalteten Kirchplatz stehen: das Stadlersche Kreuz. Das aber verursacht unerwartete Kosten für die Stadt Rietberg.

Der Eigentümer hat der Stadt Rietberg für die Restaurierung und Neuverortung des steinernen Sinnbilds des christlichen Glaubens eine Rechnung von 12.000 Euro präsentiert, für deren Begleichung der Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss grünes Licht gegeben hat.

Diskussionen im Ausschuss

Die Frage, „ob wir bereit sind, die Instandsetzung zu zahlen“, stellte Bürgermeister Andreas Sunder in der Sitzung jüngst zur Diskussion. Wenn ja, sei der Eigentümer bereit, das Kreuz in städtisches Eigentum zu geben. „Inhaltlich ist die Anfrage so zu verstehen: Entweder wir kommen für die Kosten auf, oder der Eigentümer verwendet den Stein zum Beispiel als Beeteinfassung“, machte Sunder deutlich.

„Das Kreuz wartet darauf, vom ausführenden Steinmetz abgeholt zu werden“, informierte Heike Bennink von der städtischen Abteilung Stadtentwicklung, die die Umgestaltungsarbeiten rund um die Pfarrkirche St. Margareta begleitet.

„Kreuz gehört zu Neuenkirchen“

Gerd Muhle (SPD) vertrat die Meinung, „dass das Kreuz zu Neuenkirchen gehört“ und hielt es daher für „angebracht, einen Teil dazu beizutragen, dass es zurück auf den Kirchplatz geholt werden kann“. Robert Dirkwinkel von der Union stieß indes sauer auf, „dass der Eigentümer den Auftrag zur Restaurierung erteilt hat und im Nachhinein erwartet, dass andere dafür zahlen“.

Peter Pepping (FWG) betonte: „Wir sind nicht gezwungen, diese Rechnung zu übernehmen, wenn wir das Kreuz nicht haben wollen.“ Ausschussvorsitzender Heinrich Isenbort (CDU) stellte in Aussicht, dass die Kosten förderfähig seien und sich für die Stadt um 70 Prozent reduzieren könnten.

Mehrfach umgezogen

Die Neuenkirchener Familie Stadler, die im Wapeldorf eine Brennerei betrieben hat, hat das zwei Meter hohe und viereinhalb Tonnen schwere Kreuz im Jahr 1865 aus Sandstein fertigen lassen. Zunächst stand es auf dem früheren Stadlerschen Anwesen am Potthoff, bekam dann aber einen neuen Standort vor der Kirche. Schließlich wurde es erneut an den Potthoff umgesetzt, wo es bis Herbst 2017 stand. Hier konnte es nicht länger bleiben, weil das Areal mittlerweile mit neuen Mehrfamilienhäusern überbaut ist.

Einige Aktive, die das Kreuz in dem mittlerweile städtischen Park „Stadlers Garten“ aufstelen wollen, hatten das Kreuz in direkter Nachbarschaft, auf dem Privatgrundstück der früheren Brennerei positioniert. „Die Initiative der damaligen Eigentümergemeinschaft, das Kreuz hier zu platzieren, teilen wir nicht“, sagte der Bürgermeister Sunder.

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