Rietberg Generationswechsel bei Wimmelbücker

Rietberg-Druffel (sud) - Generationswechsel im Druffeler Landgasthaus Wimmelbücker: Nico Vorreyer und Stefan Köppen übernehmen die Leitung des alteingesessenen Gastronomiebetriebs zum 1. März von Heiner und Rita Torweihen. Vieles soll so bleiben, wie es ist. Aber es sind auch Neuerungen geplant.

„Irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen, auch wenn es schwerfällt“, sagt Heiner Torweihen. Er hat das Gasthaus zusammen mit seiner Ehefrau Rita, geborene Wimmelbücker, 42 Jahre lang geführt. Im Sommer wird der Druffeler Gastronom 67, seine Frau ist 65. „In unserem Alter genießen andere Leute längst ihren Ruhestand“, sagt Torweihen. „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, uns aus dem Tagesgeschäft nach und nach zu verabschieden.“

„Unsere Nachfolger übernehmen ein florierendes Geschäft“

Mit Nico Vorreyer und Stefan Köppen habe man zwei vielversprechende Nachfolger gefunden, sagt Heiner Torweihen. In den vergangenen Jahren habe er gemeinsam mit ihnen zahlreiche gastronomische Großveranstaltungen durchgeführt. „Da habe ich gemerkt: Die Zwei verstehen etwas von ihrem Handwerk.“

Es sei nicht leicht, im Gastgewerbe fähige junge Leute zu finden, die zupacken können und die vor allem die nicht gerade familienfreundlichen Arbeitszeiten scheuen, betont Torweihen. „Die Chance, unseren Betrieb an ambitionierte Nachfolger zu übergeben, wollten wir nicht ungenutzt verstreichen lassen.“

Das Landgasthaus, das für seine Wildküche berühmt ist, sowie der angeschlossene Saal- und Cateringbetrieb laufen bestens, sagt Torweihen. Auch deshalb sei der Zeitpunkt für eine Übergabe ideal. „Unsere Nachfolger übernehmen ein florierendes Geschäft mit einem exzellenten Ruf“, ergänzt seine Frau Rita. „Das war uns wichtig.“

Gebäude selbst bleibt Eigentum der Familie Torweihen

Stefan Köppen und Nico Vorreyer sind Pächter des Druffeler Landgasthauses, das Gebäude selbst bleibt Eigentum der Familie Torweihen. „Wir werden uns nicht von jetzt auf gleich zurückziehen, sondern die beiden unterstützen, wo es nur geht.“ Das schaffe Kontinuität und Vertrauen – sowohl bei Kunden als auch bei den Mitarbeitern. „Das Meiste bleibt erstmal beim Alten“, sagt Heiner Torweihen. Ergänzen wollen die Geschäftspartner Köppen und Vorreyer allerdings zeitnah den Namen der Gaststätte.

Sie soll künftig den Untertitel „Wildland“ führen – in Anlehnung an die Spezialisierung auf das Fleisch von freilebenden Tieren aus heimischen Gefilden, das zu allen Jahreszeiten bei Wimmelbücker auf der Speisekarte steht. Ausgebaut werden soll das Cateringgeschäft für Firmenveranstaltungen, Familienfeiern und sonstige Anlässe. Gleiches gilt für die Rietbik-Gastronomie im Gartenschaupark, die die beiden ebenfalls von Heiner und Rita Torweihen zur neuen Saison übernehmen.

Modernes Konzept für Rietbik-Pavillon

Der Gastronomie-Stützpunkt im Parkteil Nord des ehemaligen Landesgartenschaugeländes soll künftig mit einem zeitgemäßeren Angebot punkten. Frische, saisonale Gericht sollen die klassische Currywurst mit Pommes zwar nicht ersetzen, aber ergänzen, erläutert Nico Vorreyer.

Der gelernte Koch kann sich gut vorstellen, dass sich die Parkbesucher schon bald ihr Lieblingsmenü für den Spaziergang zwischen Beeten und Rabatten am Rietbik-Pavillon zusammenstellen und es dann an ihrem Lieblingsort in dem weitläufigen Gelände genießen. Möglich werden soll dies durch Mehrweggeschirr und innovative Verpackungen. Mit der Gartenschau-GmbH sei dies bereits abgestimmt.

Köppen und Vorreyer können beide mit Erfahrung punkten

Stefan Köppen, verheiratet und Vater zweier Kinder aus Bielefeld, ist gelernter Einzelhandelskaufmann. Beruflich ist er seit fast 20 Jahren im Catering- und Veranstaltungsgeschäft zuhause. Von 2013 bis 2019 war der 39-Jährige in der Technik- und Logistikleitung der Firma Rosendahl Catering und Event tätig.

Nico Vorreyer, der mit seiner Familie in Herford lebt, hat außer seiner Ausbildung zum Koch auch eine Lehre als Fachkraft im Gastgewerbe absolviert. Berufliche Erfahrungen sammelte er unter anderem im Hotel Mercure Atrium in Hannover, im Restaurant Mediterrane in Bielefeld sowie im Marienfelder Hotel Klosterpforte. Von 2011 bis 2017 war er ebenfalls für die Firma Rosendahl tätig. Als Souschef zeichnete der 37-Jährige beispielsweise für die Koordination der Arbeitsabläufe in der Küche, den Wareneinkauf und die Kundenbetreuung verantwortlich.

Landgasthaus schaut auf lange Tradition zurück

 Auf eine lange Tradition kann das Landgasthaus Wimmelbücker in Druffel zurückblicken. Am 9. Juni 1906 erhielt Hermann Wimmelbücker, der Großvater von Rita Torweihen, die Schankkonzession. Von ihm übernahmen Hermann und Klärchen Wimmelbücker, die Eltern von Rita Torweihen, den Betrieb in zweiter Generation.

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