Rietberg
Ein Vorname mit Seltenheitswert

Rietberg (sud) - Zwei Eiras auf einen Streich: Das hat Seltenheitswert. Eira Speit aus Rietberg und Eira Seifert aus Rinteln können sich nicht erinnern, jemals zuvor einer Namensvetterin begegnet zu sein. Insofern war das Zusammentreffen für die Frauen eine Premiere, an die sie noch lange denken.

Mittwoch, 26.02.2020, 22:30 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 10:55 Uhr

Kennengelernt haben sich die beiden Frauen bereits vor mehreren Jahren über das Internet. Die Rietbergerin Eira Speit war damals auf der Suche nach jemandem, der genauso heißt wie sie. Aus reiner Neugierde habe sie seinerzeit Namensforen und soziale Netzwerke durchforstet, bis sie mit der mehr als 20 Jahre jüngeren Eira Seifert aus dem niedersächsischen Rinteln einen Volltreffer landete. „Die wohnt ja fast nebenan“, schoss es Eira Speit angesichts der Tatsache durch den Kopf, dass die meisten ihrer Namensvetterinnen in Skandinavien zuhause sind.

Erstes persönliches Treffen

Eira aus Rietberg schrieb Eira aus Rinteln an. Es entwickelte sich ein reger Austausch. „Erst kommunizierten wir über die Internetplattform Stay Friends, später schrieben wir uns E-Mails und heute folgen wir uns gegenseitig auf Facebook“, berichtet Eira Speit.

Aber trotz der relativ geringen Distanz von nicht einmal 100 Kilometern zwischen ihren beiden Wohnorten: Zu einem persönlichen Treffen kam es lange Zeit dennoch nicht.

Das haben die beiden Eiras jetzt nachgeholt. Die Rietberger Namensträgerin und ihr Ehemann Heinz backten Kuchen und brühten Kaffee auf, während die Eira aus Rinteln gemeinsam mit ihrem Mann Jens sowie der 15 Monate alten Tochter Alea in der „Familienkutsche“ angereist kam. Die erste Begegnung der beiden Eiras in der Wohnung der Speits im Kühlmannschen Drostenhaus an der Straße „Im Sack“ fiel herzlich aus: „Es war irgendwie so, als hätten wir uns schon ewig gekannt und einfach nur eine ganz lange Zeit nicht gesehen“, berichtet Eira Seifert.

Die beiden Frauen verbindet übrigens nicht nur der seltene Vorname. Sie teilen auch ihre Hobbys: Beide fotografieren und reisen gerne – Letzteres auch mit dem Wohnmobil. Das ist vor dem Hintergrund bemerkenswert, als dass die beiden Eiras schon mehrfach am selben Ort Urlaub gemacht haben, freilich ohne von der anderen zu wissen: Auf einem Campingplatz in Varenholz in der Gemeinde Kalletal (Kreis Lippe) kreuzten sich die Wege der beiden Eiras – zumindest räumlich. „Aber wir waren wohl nie zeitgleich dort“, schränkt Eira Speit ein. Wer weiß, andernfalls wäre es vielleicht schon früher zum Aufeinandertreffen der beiden Frauen mit dem seltenen Vornamen gekommen...

Väter setzen sich auf Standesamt durch

Treibende Kräfte bei der nicht alltäglichen Namenswahl waren bei beiden Eiras die Väter. Sie hatten als Jungen unabhängig voneinander einen Jugendroman gelesen, in dem ein taffes Mädchen namens Eira die Hauptfigur ist. Die dicken Schmöker sind noch heute im jeweiligen Familienbesitz und werden in Ehren gehalten – fast so wie ein Stammbuch oder ein Album mit alten Fotos.

„Wenn wir eine Tochter bekommen, soll sie Eira heißen“, hat der Vater der älteren der beiden Namensvetterinnen immer gesagt. „Und er hat sich durchgesetzt“, kann Eira Speit heute mit Stolz sagen. Dass er beim Standesamt vor Aufregung ganz vergessen hat, die beiden ebenfalls für das Mädchen bestimmten Vornamen Hainke und Lona anzugeben, sei im Nachhinein ein Glücksfall gewesen, sagt die 69-jährige Rietbergerin. „Bei drei Vornamen hätte schließlich niemand gewusst, wie man mich rufen soll.“

Das Problem der mehrfachen Vornamen kennt Eira Seifert aus eigener Erfahrung. „Ich heiße zusätzlich Cordula, aber Eira ist mir eindeutig lieber“, bekennt die 44 Jahre alte Rintelnerin.

Ob Eira mit oder ohne Namenszusatz: Für die beiden Frauen steht fest, dass ihr erstes persönliches Aufeinandertreffen in Rietberg sicherlich nicht das Letzte war. Bald wollen die Speits rauf nach Rinteln fahren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7307963?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198389%2F2730031%2F
Schleusener rettet Nürnberg vor dem Abstieg - Oral: «brutal»
Das Team des 1. FC Nürnberg jubelt über den erlösenden Treffer zum 3:1.
Nachrichten-Ticker