20 Städte betroffen, auch Petershagen und Rietberg – NRW-Umweltministerin Heinen-Esser (CDU) antwortet der SPD Raffinerie-Rückstände als Petrolkoks verbrannt

Düsseldorf (dpa). In Nordrhein-Westfalen sind jahrelang Raffinerie-Rückstände aus der Produktion des Mineralölkonzerns Shell in Kraftwerken und anderen Industrieanlagen als sogenannter Petrolkoks eingesetzt worden. Nach einer Antwort von NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) auf eine Kleine Anfrage der SPD kam der mittlerweile als Abfall bewertete Stoff in 20 Städten zum Einsatz. Zuvor hatte die „WAZ“ (Montag) berichtet.

Ursula Heinen-Esser (CDU) ist Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen.
Ursula Heinen-Esser (CDU) ist Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Foto: Marcel Kusch/dpa/Archiv

Die bei der Schwerölvergasung in der Shell-Raffinerie in Wesseling anfallenden Rückstände weisen nach Angaben des Ministeriums im Vergleich zu handelsüblichem Petrolkoks überhöhte Werte der Schwermetalle Vanadium und Nickel auf. Im Juli hatte Heinen-Esser mitgeteilt, dass „derzeit keine Rückstände aus der Schwerölvergasung der Rheinland Raffinerie mehr in Kraftwerken in NRW verbrannt“ werden. Shell hatte damals erklärt, den bei der Gasproduktion anfallenden Ruß nach der Neubewertung durch die Aufsichtsbehörden „ausschließlich als Abfall“ zu behandeln.

Der SPD-Abgeordnete Michael Hübner, der zusammen mit einem Fraktionskollegen die Anfrage gestellt hatte, nannte die Zahl von 20 betroffenen Kommunen am Montag „erschreckend hoch“. Er kritisierte zudem, dass die Einhaltung der Schwermetall-Grenzwerte nur alle drei Jahre überprüft werde. Ein solcher Prüfintervall sei viel zu lang.

Die Behörden waren auf das Thema Petrolkoks früheren Angaben des Umweltministeriums zufolge bei Nachforschungen zur Beseitigung von Ölpellets aus der BP-Raffinerie in Gelsenkirchen-Scholven gestoßen.

Die Anlagen, in denen der Petrolkoks zum Einsatz kam, befinden sich in folgenden Städten:

Herne, Lünen, Köln-Niehl, Castrop-Rauxel, Rheinberg-Orsoy, Eschweiler-Weisweiler, Bottrop, Rietberg, Moers, Marl, Dülmen, Petershagen, Duisburg, Troisdorf, Gelsenkirchen, Duisburg, Krefeld, Ratingen, Essen und Dinslaken.

Kommentare

Petrolkoks (Ölpellets) in diversen Kraftwerken verbrannt

Es ist schon abfall- und imissionsschutzrechtlich "phänomental", dass jahrelang die Öl-Pellets als Nebenprodukte nach § 4 KrWG in diversen Kohlekraftwerken mit behördlicher Zustimmung "mit verbrannt" worden sind und am Ende der Kette über 13.000 to über drei Jahren in einer mineralischen Tongrube von Nottenkämper landete.

Ich gehe nach einer bescheidenen Prüfung der mir vorliegenden Unterlagen als jahrzehnte langer Sonderab-fall- Experte davon aus,dass hier dringend eine abfall- und imissionsschutzrechtliche Aufarbeitung vonnöten ist.
Der einfache Laie hätte für diesen kontaminierten Sonderabfall die Sonderabfallverbrennung (SAV) präferiert!

Mit freundlichem Gruß

Bernhard Zündorff

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