Protest gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung Bauern entzünden Mahnfeuer

Rietberg (WB). Bauernprotest auch in Rietberg: Mit einem Mahnfeuer und Treckerkorso haben Landwirte ihrem Ärger Luft gemacht.

Von Rainer Stephan
Auf dem Hof des Lohnunternehmens Grefer in Bokel haben Rietberger Bauern gegen das Agrarpaket protestiert.
Auf dem Hof des Lohnunternehmens Grefer in Bokel haben Rietberger Bauern gegen das Agrarpaket protestiert. Foto: Stephan

Am selben Tag, an dem in Berlin tausende Landwirte mit Traktoren das Regierungsviertel belagerten, um gegen das Agrarpaket der Bundesregierung zu protestieren, versammelten sich aus dem gleichen Grund 100 Rietberger Bauern mit mehr als 50 Schleppern auf dem Hof des Lohnunternehmens Grefer in Bokel.

Mit einem Mahnfeuer und großflächigen, manchmal ernsten, manchmal witzigen (Beispiel: »Ohne Landwirt wirst du hungrig, nackt und nüchtern«) Plakaten an ihren Trecker-Schaufeln machten sie auf ihre Rolle als Ernährer der Bevölkerung und ihre zunehmend schwierigeren Arbeitsbedingungen aufmerksam. Die Initiative zu der kurzfristig anberaumten Protestaktion hatten Lohnunternehmer Sascha Grefer und sein Nachbar, Viehhändler Andreas Sudahl, ergriffen.

Über eine Statusmeldung in ihrem sozialen Netzwerk hatten sie die heimischen Landwirte ab Mittag mobilisiert. »Dass in so kurzer Zeit so viele Bauern unserem Aufruf gefolgt sind, werten wir als Zeichen für die hohe Betroffenheit durch die Pläne der Politik«, meinte Sascha Grefer.

»Wir sind nicht generell gegen ein neues Agrarpaket, halten die jetzigen Pläne aber für völlig überzogen. Was wir fordern, ist eine Beteiligung der Landwirte und keine Beschlüsse über deren Köpfe hinweg«, umschrieb Norbert Austermann, Erster Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Rietberg-Bokel, das Anliegen der Bauern. Wie so oft schösse Deutschland im internationalen Vergleich über das Ziel hinaus.

Beispiel Nitratwerte von Messbrunnen: Hier hätten, so Austermann, unterschiedliche Messmethoden zu einer höheren Belastung und damit mehr Beanstandungen geführt. Auch richtet sich der Protest der Bauern gegen Forderungen der Politik, die aus ihrer Sicht übertrieben sind. Austermann: »Wir Landwirte wissen am besten, wie viel Dünger unsere Böden benötigen. Nach den Plänen der Bundesregierung aber sollen wir 20 Prozent Dünger unter Bedarf einsetzen.«

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