Nach Treibjagd in Neuenkirchen will Tierschützer Martin Lück Anzeige erstatten
Anwohner fürchten um Sicherheit

Rietberg (WB). Freizeitspaß oder Naturschutz? Beim Thema Jagd scheiden sich in Deutschland die Geister. In ­Neuenkirchen ist es am Montagnachmittag zu einer Auseinandersetzung zwischen Anwohnern und Jägern gekommen. Die Waidmänner sollen aus Sicht von Martin Lück, der auch Landesvorsitzender der Partei Mensch, Umwelt und Tierschutz ist, die Sicherheit vernachlässigt haben. Er will beim Kreisveterinäramt Anzeige erstatten.

Donnerstag, 07.11.2019, 10:17 Uhr aktualisiert: 07.11.2019, 10:50 Uhr
Aus Sicht des Anwohners Martin Lück haben die Jäger nicht ausreichend auf den Jagdbetrieb hingewiesen. Foto: dpa/Symbolfoto

Am Montag waren gegen 15 Uhr etwa 16 Waidmänner im Bereich der Detmolder Straße unterwegs, um so genanntes Niederwild – Feldhasen und Fasane – zu jagen. Aus Sicht von Martin Lück haben die Jäger nicht ausreichend auf die Absicherung des Gebiets geachtet und damit Menschen in Gefahr gebracht. Diese Ansicht teilen seiner Aussage nach auch viele weitere Anwohner.

»In diesem Bereich entlang der Wapel sind häufig Fußgänger mit ihren Hunden unterwegs, außerdem spielen hier Kinder«, sagt der Rietberger. Die Jäger hätten weder Hinweisschilder aufgestellt noch das Gebiet abgeriegelt. Das sei nicht zum ersten Mal vorgekommen. Außerdem hätten Lück und seine Nachbarn sich gewünscht, dass sie als Anwohner im Vorfeld über die Aktion informiert werden.

Jäger widerspricht dem Tierschützer

Darüber hinaus sollen die Jäger sich auch beim Schießen nicht an die erforderlichen Schutzmaßnahmen und Mindestabstände gehalten haben. »Es ist in letzter Zeit deutschlandweit so viel passiert«, betont der Tierschützer.

Jäger Klaus Kollenberg ist seit mehr als 25 Jahren im Bereich der Wapel unterwegs und überzeugt, dass er und seine Jagdgenossen am Montag alles richtig gemacht haben. An der Detmolder Straße seien Autofahrer mit Schildern auf den Jagdbetrieb hingewiesen worden. Dem widerspricht Martin Lück und beruft sich auf Zeugen.

Darüber hinaus habe er persönlich herannahende Spaziergänger auf den Jagdbetrieb hingewiesen, betont Klaus Kollenberg. Die Jäger seien der Wohnbebauung nicht zu nah gekommen. »Außerdem sind wir nicht verpflichtet, die Anwohner vorher zu informieren«, sagt der 78-Jährige.

Martin Lück will sich noch an diesem Donnerstag als Anwohner und im Namen des NRW-Landesverbandes der Tierschutzpartei mit einer Anzeige an das Kreisveterinäramt wenden. Er hofft, dass der Fall geprüft und zumindest eine Geldbuße wegen Ordnungswidrigkeit verhängt wird.

Kommentare

Sybille Dömel  wrote: 10.11.2019 12:43
Hobbyjagd beenden
Jagd ist grausam und nicht nötig.
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