Rietberg, Langenberg und der Kreis wollen sich um die Bentelerstraße kümmern
Sanierung durch die Hintertür

Rietberg-Mastholte (WB). Wenn es um Straßen geht, ist in Deutschland alles schön sortiert. Es gibt Bundes-, Landes-, Kreis- oder Gemeindestraßen, und wer für den Unterhalt zuständig ist, steht in der Bezeichnung gleich mit dabei. Problematisch wird es nur, wenn zum Beispiel das Land kein Interesse hat, eine marode Straße zu sanieren. Einen solchen Fall gibt es jetzt in Rietberg – und eine Lösung gleich mit dazu.

Dienstag, 05.11.2019, 07:52 Uhr aktualisiert: 05.11.2019, 08:01 Uhr
Die Bentelerstraße, die von Rietberg nach Langenberg führt, muss dringend saniert werden. Darüber soll die Politik entscheiden.

Die Rede ist von der L 586 (L wie Landesstraße) zwischen Mastholte und Benteler, besser bekannt als Bentelerstraße. »Sie befindet sich in einem sehr schlechten Zustand«, stellt Bürgermeister Andreas Sunder fest. Aufgrund der geringen Fahrbahnbreite und der niedrigen Verkehrsbelastung sei aus der Sicht des Landesbetriebs Straßen NRW ein Ausbau in absehbarer Zeit nicht zu erwarten. Aber: »Wir haben jetzt die einmalige Chance, einen Teil der Straße zu übernehmen«, betont der Bürgermeister in einem Eintrag bei Facebook. Dann könne man an die Sanierung gehen.

Voraussetzung für diese Maßnahme, quasi durch die Hintertür, ist, die Straße abzustufen. Sie käme dann in die Verantwortung des Kreises. Zuständig für die Ausbaustrecke von rund 4,7 Kilometern wären in der Folgezeit der Kreis Gütersloh sowie die an der Straße liegenden Kommunen Rietberg und Langenberg. Sunder dazu: »Nach einem ersten Vorgespräch wäre der Kreis Gütersloh bereit, die Ortsdurchfahrt in Mastholte in die Baulast des Kreises zu übernehmen. Die verbleibenden Streckenabschnitte müssten dann in die Baulast der jeweiligen Kommunen übergehen.« Der Kreis wolle auch die Baumaßnahme begleiten und durchführen.

Fahrbahn durchgehend 4,70 Meter breit

Angestrebt wird eine durchgehende Fahrbahnbreite von 4,70 Metern. Im Verlauf des Streckenabschnitts sind auch zwei Brücken. Eine der beiden (über dem Landgraben in Langenberg) ist in einem guten Zustand. Anders sieht es am Schwarzen Graben aus. Hier verläuft die Grenze zwischen den Orten Langenberg und Rietberg. Es ist nach Expertenmeinung marode, eine Verbreiterung deshalb nicht möglich. Deshalb müsste hier nach Aussage des Kreises ein neues Brückenbauwerk mit einer ungefähren Fahrbahnbreite von rund fünf Metern gebaut werden.

Die Gesamtkosten für die komplette Baumaßnahmen liegen bei rund 1,9 Millionen Euro. Der Landesbetrieb Straßen NRW hat angeboten, einen Ablösebetrag von 2 Millionen Euro zu zahlen und den Streckenabschnitt der L 586 zwischen Mastholte-Süd und Benteler herabzustufen. Sunder. »Meine Amtskollegin Susanne Mittag aus Langenberg und ich sind uns einig: Wir wollen die Instandsetzung (und damit auch die Straße).«

Das Thema steht am heutigen Dienstag, 5. November, auf der Tagesordnung des Bau-, Planungs- und Verkehrsausschusses der Stadt Rietberg. Der Bürgermeister empfiehlt den Politikern in der Verwaltungsvorlage, dem von ihm erläuterten Vorgehen zuzustimmen. Eine abschließende Zustimmung des Rates ist Mitte November geplant. Beginn der Sitzung heute ist um 17 Uhr im Ratssaal des Alten Progymnasiums.

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