FWG kritisiert bisherige Pläne – Kirchengemeinde will eigene Flächen bereitstellen
Wo soll der Mastholter Dorfplatz hin?

Rietberg-Mastholte (WB). Mastholte braucht endlich einen Dorfplatz. Darüber besteht Einigkeit. Hier enden aber schon die Gemeinsamkeiten, denn was die Standortfrage angeht, ist mittlerweile eine heftige Diskussion entbrannt. Das Thema beschäftigt den Bau-, Planungs- und Verkehrsausschuss in seiner nächsten Sitzung am Dienstag, 5. November, im Progymnasium.

Sonntag, 03.11.2019, 07:57 Uhr aktualisiert: 03.11.2019, 08:00 Uhr
Auf diesem Grundstück zwischen Rietberger und Langenberger Straße (hier ein Archivfoto) soll nach den Vorstellungen des Vereins »Starkes Mastholte zwischen Ems und Lippe« ein multifunktionaler Dorfplatz entstehen. Dafür müsste das alte Pfarrhaus abgerissen werden. Foto: Stefan Lind

Dabei sah es Mitte des Jahres noch so aus, als sei man einem Konzept zur Realisierung schon recht nahe gekommen. Ausgangspunkt aller Überlegungen ist das sogenannte Dorfinnenentwicklungskonzept (DIEK), das den Ortsteil mit zahlreichen Maßnahmen aufwerten soll. Mittlerweile hat sich der Verein »Starkes Mastholte zwischen Ems und Lippe« gegründet. Seine Mitglieder haben bereits zahlreiche Ideen zusammen getragen. Architekt Stefan Schlepphorst, er wohnt selbst in Mastholte, stellte im Juli im Fachausschuss Entwurf vor, wie ein zentraler multifunktionaler Dorfplatz gestaltet werden könnte. Angelegt werden soll er auf einer Fläche zwischen Rietberger und Langenberger Straße, schräg gegenüber der Pfarrkirche.

Die Pläne gehen davon aus, dass das alte Pfarrhaus dort abgerissen wird. Es war unlängst samt Grundstück von der Stadt Rietberg gekauft worden. Für den Platz selbst hat der Verein schon sehr konkrete Vorstellungen. Sogar eine erste Kostenschätzung liegt vor: 364.000 Euro für ein Bündel von Hauptmaßnahmen, 40.000 Euro würden für sogenannte Nebenelemente fällig, hier will der Verein Sponsoren mit ins Boot holen.

Stadt prüft beide Grundstücke

Zwischenzeitlich hat aber die katholische Kirchengemeinde St. Jakobus erklärt, dass ein solcher Dorfplatz auch auf dem Areal rund um die Kirche realisiert werden könnte. Bürgermeister An­dreas Sunder: »Auch dieser Platz wird bewertet. Die Standortuntersuchungen laufen derzeit. Ergebnisse liegen noch nicht vor.« Geplant sei, dass im ersten Quartal 2020 Ergebnisse vorgestellt werden, so dass Vor- und Nachteile der beiden Bereiche gegenüber gestellt werden könnten.

In der FWG ist man skeptisch, was die Pläne des Vereins angeht. Hajo Ahrens hatte bereits in der Ausschusssitzung im Juli heftige Kritik an dem vorgelegten Konzept geäußert (»das ist Flickschusterei«), jetzt legt er zusammen mit seinen Ratskollegen Ralf Langenscheid und Roland Potthoff nach. Sie schreiben in einer Pressemitteilung: »Ganz zu schweigen von den Herstellungskosten, die wir kritisch betrachten, treibt uns ein weiterer Aspekt um. Eine Umsetzung dieser Pläne würde bedeuten, dass ein intaktes Haus, das heute zehn Menschen mit einer Fluchtvergangenheit Platz bietet, abgerissen werden müsste.« Eigentlich, so die FWG-Ratsherren, sollte das komplette Gelände mitsamt Vinzenzhaus, Schule, Schulhof, altem Pfarrhaus sowie Pfarrgarten und Handwerkerbaum im Rahmen eines Gesamtkonzeptes überplant werden: »Wäre es nicht zwingend von allen Akteuren angebracht, sich ernsthaft mit Alternativen zu diesem von dem Verein favorisierten Platz auseinanderzusetzen?«

Eine andere Möglichkeit gebe es – und zwar auf dem Areal rund um die Kirche. Das Gelände könne sogar kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Diese Idee werde vom Verein »Starkes Mastholte«, wenn überhaupt, lediglich als Ergänzung angesehen: »Sprich, es soll zwei Plätze geben.«

Deshalb sei es wichtig, erst einmal die Vor- und Nachteile abzuwägen: »Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, dass wir es uns im Dorf leisten können und wollen, zwei neue Plätze zu bauen.« Wie gut das Areal rund um die Kirche als Begegnungsplatz funktioniere, könne man übrigens während des ganzen Jahres im Rahmen der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit erleben.

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