Ausstellung im Jugendwerk über sexuelle Grenzverletzungen
Hier hört der Spaß auf

Rietberg (WB). »Echt krass – Wo hört der Spaß auf?« Unter diesem Titel veranstaltet das Jugendwerk Rietberg in seinem Haupthaus in der Klosterstraße 15 in Zusammenarbeit mit dem Präventionsinstitut »Petze« in Kiel einen interaktiven Präventionsparcours. Dieser setzt sich ganz intensiv mit dem Thema »Jugendliche und sexuelle Gewalt« auseinander.

Dienstag, 01.10.2019, 08:35 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 08:40 Uhr
Kein schöner Gedanke, begrabscht zu werden. Es ist ein unangenehmes Gefühl, in der Kabine die Hände zu spüren. Foto: Petra Blöß

Sexuelle Grenzverletzungen gehören heute für viele Mädchen und Jungen zum Alltag. Die Ausstellung stärkt Jugendliche darin, sexuelle Grenzverletzungen wahrzunehmen und sich gegen Übergriffe zu wehren. Für Erwachsene ist sie interessant, weil sie zur Sensibilisierung und Stärkung von Kompetenzen im Umgang mit sexueller Gewalt beiträgt. Und ebenso, weil sie in ihrer drastischen Deutlichkeit die Sprache der Jugend aufnimmt.

Schon zahlreiche Schulklassen aus dem Rietberger Raum haben sich im Vorhinein im Rahmen ihres Unterrichtes zum internen Besuch der Ausstellung angemeldet. Die Präsentation ist geöffnet an jedem Werktag bis zum 11. Oktober von 16 bis 19 Uhr. Das Mindestalter beträgt 14 Jahre, der Eintritt ist frei.

Prävention sei wichtiger denn je, betont Einrichtungsleiter Adolf Salmen. Und Mitarbeiterin Franziska Kloß, die für den Verlauf der Präsentation verantwortlich ist, ergänzt: »Mädchen und Jungen können von Übergriffen betroffen sein, können Zeugen sein oder auch selbst die Grenzen anderer übertreten.«

»Echt krass« ist die Wortwahl

Rund ein halbes Dutzend Kabinen sind im 400 Jahre alten Kloster aufgebaut – und sie zeigen eindringlich, was im 21. Jahrhundert zum Alltag geworden ist. Insbesondere jene, in der es um ungewollte Berührung geht, kann den Besucher zum Gruseln bringen. Gefühlte tausend Hände ragen da aus den Seitenwänden und lassen jeden, der die Kabine betritt, unvermeidbar Berührung erfahren.

»Echt krass« ist die Wortwahl, besonders im Kontrast zum Ambiente. Manch einem Spruch, der da an den interaktiven Seitenwänden der Kabine gelesen und gehört werden kann, hätte man nicht nur vor 100 oder 50 Jahren das Prädikat »nicht jugendfrei« verliehen. Und doch, es ist die Sprache der aktuellen nachwachsenden Generation; derb, drastisch, gedankenlos. Auch darauf richtet die Ausstellung die Aufmerksamkeit aller Betrachter, ebenso übrigens wie auf die Gefahren durch die unkontrollierte und unbedachte Nutzung von Internetportalen, Anmache im Netz, Übergriffe auf Schulhöfen, sexuelle Beleidigung auf dem Sportplatz – die Präsentation lässt kein Thema aus.

Wer sich die einzelnen Stationen genau anschauen will, die Videosequenzen betrachten und sich also auseinandersetzen mag mit der gesamten Thematik, der sollte für den Besuch durchaus eine Stunde Zeit einplanen.

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