Abschlussjahrgang der Staatlichen Artistenschule Berlin zeigt sein Können
In der Cultura dreht sich alles

Rietberg (WB). Es gibt Wiederholungen im Kulturig-Programm, auf die sich das Publikum schon ein Jahr im Voraus freut. Denn allen ist klar: Ist die gerade ausgiebig beklatschte Show zu Ende, wird es in zwölf Monaten eine neue geben, mit einem ganz anderen spannenden Programm. Um das Phänomen zu beschreiben, ist nur ein Wort notwendig: Absolventenshow.

Montag, 01.07.2019, 09:32 Uhr aktualisiert: 01.07.2019, 09:50 Uhr
Vadim Lukjantschuk hat nicht nur die Hula-Hoop-Ringe dabei, er macht auch am Luftnetz eine gute Figur.

Denn der jeweilige Abschlussjahrgang der Staatlichen Artistenschule Berlin begibt sich regelmäßig nach den Prüfungen auf eine ausgedehnte Deutschland-Tournee. Die führt alle Beteiligten nach Hamburg, Köln, Münster, Darmstadt, Karlsruhe, München – und Rietberg.

Jedes neue Programm hat seinen eigenen Charme

Die Cultura ist seit Jahren bereits für die jungen Künstler, schon alleine wegen der extrem hohen Decke, so dass die Luftakrobatik – regelmäßiger Bestandteil der Shows – besonders gut in Szene gesetzt werden kann. Und das jüngste Gastspiel am Donnerstag Abend hat bewiesen: Die einzelnen Nummern mögen sich, über die Jahre betrachtet, ähneln, aber jedes neue Programm hat seine eigenen Schwerpunkte und seinen eigenen Charme.

»Spin« lautet der Titel des Programms

Das lässt sich schon an den Titeln ablesen: »On The Road« hieß es 2017, »Zoophobia« im vergangenen Jahr, diesmal ist es »Spin«. Alles dreht sich, so die Übersetzung auf deutsch, und tatsächlich: Da ist so viel Bewegung auf der Bühne, dass man sich gar nicht daran satt sehen kann. Karl-Heinz Helmschrot, der die Choreographie der aktuellen Show verantwortet und auch Regie führt, hat das so beschrieben: »Der Hula-Hoop-Ring dreht sich, das Diabolo rotiert, die Keulen wirbeln, die Luftartisten kreisen in der Luft, die Akrobaten schlagen Salti, die Tänzer beschreiben Pirouetten; kurz, die Show tanzt.«

Cultura ausgesprochen gut gefüllt

Da bleibt so manchem Zuschauer in der ausgesprochen gut gefüllten Cultura dann auch schon mal der Mund offen stehen, wenn Johann Prinz seine Luftakrobatik in Szene setzt. Gut, er präsentiert seinen nackten Oberkörper und kräftig ausgebildete Muskeln, das lässt ahnen, was er kann, aber wie er immense Kraft mit anmutigen Bewegungen kombiniert, das lädt zum Staunen ein. Ganz ähnlich verhält es sich bei Veronica Fontanella am Vertikaltuch und Jenny Isabel Golbs am Luftring. Das ist es wert, in jedem Variété Europas bejubelt zu werden.

Jonglage mit Ringen

Doch auch die übrigen Artisten müssen da nicht zurückstehen, auch wenn es bei ihnen mehr um Geschicklichkeit geht, sei es bei der Jonglage mit Ringen, die An­dreas Jordan um einen interessanten Dreh erweitert hat (sie springen zwischendurch auf), sei es bei den Hula-Hoop-Reifen, die der optisch auch sehr auffällige Vadim Lukjantschuk mit Händen und Füßen bedient.

Slapstick-Vorführungen ohne Worte

Angenehm sind die Auflockerungen zwischendurch. Da gibt es ein paar Slapstick-Vorführungen ohne Worte, aber mit Geräuschen aus dem Mikrofon kommentiert, da gibt es regelmäßige Musikeinlagen auf dem Cello, der Gitarre oder dem Schlagzeug, auch wenn nicht immer deutlich wird, ob die Solisten wirklich jeden Ton spielen, der da zu hören ist. Aber egal, auf den Gesamteindruck kommt es an, und der ist so hervorragend, dass sich das begeisterte Publikum nach zwei Stunden Programm noch eine kleine Zugabe erklatscht.

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