Zweiter Vorfall nach 2016 in Rietberg-Druffel – Tiere ziehen wahrscheinlich nur durch
Jungwolf in Druffel gesichtet

Rietberg-Druffel (WB). Zum ersten Mal seit 2016 ist auf Rietberger Stadtgebiet wieder ein Wolf gesichtet worden. Das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen bestätigte, dass ein Tier Ende April in Druffel aufgetaucht sei. Es handele sich »mit hoher Wahrscheinlichkeit«, wie berichtet , um einen durchziehenden Jungwolf. Vor genau drei Jahren war schon ein Wolf in Mastholte unterwegs gewesen.

Freitag, 03.05.2019, 14:20 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 19:24 Uhr
Zum zweiten Mal ist auf Rietberger Stadtgebiet ein Wolf gesichtet worden, hier ein ähnliches Tier. Bernhard Wietbüscher und sein Sohn Moritz entdeckten das Tier in Druffel. Genau vor drei Jahren hatten Passanten einen Wolf in Mastholte beobachtet. Foto: dpa

Bernhard Wietbüscher und sein 14-jähriger Sohn Moritz hatten das Tier am Abend des 24. April entdeckt. »Wir wollten gegen 20 Uhr mit dem Wagen von unserem Hof fahren, als mein Sohn mich auf den Wolf aufmerksam machte«, sagte Wietbüscher am Donnerstag im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Das Tier sei in der Pferdekoppel hin und her gelaufen und dabei einem Shetlandpony sehr nah gekommen: »Das Pferd ist vor Schreck ganz schnell davongelaufen, was den Wolf aber nicht weiter gestört hat.«

Anschließend habe sich der Wolf von dem Hof wegbewegt, habe dann aber einen Bogen gedreht und sei zurückgekommen: »Wir sind mit dem Auto hinterhergefahren. Mein Sohn hat in der Zeit mehrere Videos mit seinem Handy gedreht.« Irgendwann sei das Tier verschwunden und auch nicht mehr aufgetaucht: »Wir haben uns schon Sorgen gemacht, weil wir unter anderem Gänse und Kälber auf den Weiden hatten. Aber es ist nichts passiert.«

Wolf hat Angst vor Menschen

Wietbüscher leitete die Videoaufnahmen an den Wolfsbeauftragten beim Kreis Gütersloh weiter, der schickte sie an das zuständige Landesumweltamt NRW. Dort wurden die Bilder begutachtet, Wolfsberater suchten den Beobachtungsort zudem nach weiteren Spuren ab. Über die Identität des beobachteten Wolfes sei bisher nichts bekannt, sagte Birgit Kaiser de Garcia, Sprecherin der Behörde, die in Essen ihren Sitz hat.

Es habe im besagten Zeitraum Ende April weitere Sichtungen eines Wolfes gegeben, erklärte Edgar Erves, Vorsitzender des Hegerings Rietberg, gegenüber dem WB. So sei er womöglich auch in Lintel (Rheda-Wiedenbrück), Sürenheide (Verl) und Nordhagen (Delbrück) aufgetaucht, diese Vorkommnisse hätten vom Landesumweltamt aber nicht bestätigt werden können.

Dass ein Wolf im Rietberger Land heimisch werden könnte, schließen Fachleute aus. »Es gibt es hier nur etwa vier Prozent Waldfläche«, hatte der damalige Hegeringchef Reinhard Hermelingmeier schon 2016 bei der ersten Sichtung erläutert. Somit sei die Fläche eigentlich zu offen für einen Wolf, der sich lieber verstecke. Auch seine bevorzugte Beute wie Rehe oder Damwild finde er hier nicht. Darum schloss Hermelingmeier aus, dass der Wolf in dieser Region heimisch wird. Und er beruhigte: »Grundsätzlich sind Wölfe sehr scheu und würden einen großen Bogen um den Menschen machen.« Das bestätigte auch Ralf Reckmeyer, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Gütersloh: »Ein Wolf hat mehr Angst vor uns als wir vor ihm.«

Informationen zu den Wolfsgebieten und den Wolfsnachweisen in NRW gibt es im Internet unter www.wolf.nrw.

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