Publikum in der Cultura erlebt eine wilde Mischung aus Komik und Klamauk
Oschmann setzt Maßstäbe

Rietberg (WB). Ausverkauft! Während die Montagsmelange zuletzt bei den Zuschauerzahlen etwas dahin dümpelte, setzt Ingo Oschmann mit dem Nachfolgeformat gleich Maßstäbe. Schon für die zweite Auflage gibt es am Dienstagabend keine Karten mehr. Das Publikum erlebt eine wilde Mischung aus Komik und Klamauk und amüsiert sich prächtig.

Donnerstag, 04.04.2019, 10:00 Uhr
Ein Schnäpschen gefällig? Ingo Oschmann plaudert hier mit Marc Brockschnieder. Foto: Stefan Lind

»Ich freu mich ganz besonders, dass ich heute hier bin«, spielt Gastgeber Ingo Oschmann auf seinen Autobahnunfall an, als er vor Kurzem nachts auf der Autobahn auf einen stehenden Laster prallte. »Deshalb feiern wir das Leben.« Er hält sich diesmal mit ei­genen Wortbeiträgen sehr zurück; die Plauderrunde an der Theke mit einem heimischen Gastwirt, bei der Premiere eingeführt, findet allerdings eine Fortsetzung.

Diesmal ist Marc Brockschnieder vom »alten Grafen« an der Reihe, der unter anderem ein Schnapskarussell präsentiert, bei dem die Gläser automatisch gefüllt werden. Oschmann probiert die Hausmarke ausgiebig (»sehr bekömmlich«) und reicht den Rest ans Publikum weiter.

Karaoke und Klamauk

Tom Ludwig darf wie bei Ausgabe Nummer eins ein paar Songs singen. Oschmann bezeichnet ihn als besten Phil-Collins-Interpreten Deutschlands, wenn der Mann aber mit gequältem Gesichtsausdruck bei den hohen Tönen »Eye In The Sky« von Alan Parsons Project singt, dann ist das nicht mehr als eine bessere Karaoke-Nummer, die in der Show zu viel Zeit wegnimmt.

Für den Klamauk ist Jens Ohle zuständig. Wenn wir ehrlich sind, verbringt er die meiste Zeit damit, mit irgendwelchen Sachen zu jonglieren, Bowlingkugeln zum Beispiel oder Fackeln. Aber er redet und redet und redet ebenso ausführlich wie unterhaltsam, bezieht das Publikum mit ein, holt sich Kevin und Dennis auf die Bühne, um umständlich ein Einrad zu besteigen oder lässt sich von Karina Messer zuwerfen, mit denen er? Richtig, jongliert.

Bei Maffay hilft Photoshop

Simon und Jan singen zur Gitarre lustige Lieder, was ein bisschen so aussieht (und sich manchmal auch so anhört) wie Schobert & Black in den 70ern, aber mit ihren Texten befinden sie sich durchaus in der Neuzeit. »Was machen die Hormone, keiner weiß es, zwischen Pubertät und Midlife Crisis?« Das ist eine ihrer Fragen. Außerdem stellen sie fest: »Es ist alles nur gelogen«, denn: »Mit Photoshop ist selbst auch Peter Maffay schön.«

Marcus Jeroch gilt als Sprachakrobat besonderer Güte, und in der Tat: Wenn er eine Rede hält, in der nur ein bestimmter Buchstabe fehlt, so ist das eine Herausforderung. Von »Ge-anken un’ I-een« ist da die Rede. Irgendwann fehlen fünf Buchstaben und man fragt sich, wie Jeroch sowas überhaupt im Kopf behalten kann. Ein bisschen dauert es, bis dieser Spruch über eine Mauer durchgedrungen ist: »Es ist immer schön, einen Vorsprung zu haben.«

Ach, und einen Wettbewerb gibt es auch: Wer reicht den besten Witz ein? Klarer Sieger ist dieser Dialog. Er: Schatz, ich bin fremdgegangen. Sie: Ich auch. Er: April, April. Sie: Ich im März. Dafür gibt’s zwei Karten für den nächsten Comedy Club.

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