Rietberger Ortsvorsteher beklagt Desinteresse während der Vorbereitung
Kein Maifest und kein Vereinebaum

Rietberg (WB). Tja, es ist so eine Sache mit alten Traditionen und neuen Nachzüglern ebenso. Und was in Druffel oder Bokel funktioniert, muss in Rietberg-Mitte noch lange nicht zum Dauerbrenner werden. Sprich: Der Mai- oder Vereinbaum wird nach derzeitiger Entscheidung der Organisatoren in diesem Jahr nicht aufgerichtet. Das erklärte Ortsvorsteher Engelbert Ottemeier auf Anfrage des WESTFALEN-BLATT.

Mittwoch, 03.04.2019, 09:00 Uhr
Das Fest unter dem Vereinebaum ist in den vergangenen Jahr sehr gut von den Rietbergern angenommen worden. Bei den Vereinen selbst ist das Interesse allerdings nicht so groß. Foto: Petra Blöß

Nein, mit den Planungen für eine Platzgestaltung vor und hinter dem historischen Rathaus oder gar mit dem bevorstehende Kernsanierungsneubau nebst Erweiterung am Pfarrheim hat das Ganze nichts zu tun. Vielmehr ist es das offenbare Desinteresse der Vereine an der bis dato durchaus erfolgreichen Aktion. Ohne engagierte Repräsentanten der organisierten Gemeinschaften in der Kernstadt lässt sich kein Fest zur Aufstellung des mächtigen Stammes durchführen. Und ohne Fest kein Baum.

Das Wahrzeichen der freundschaftlichen Verbindung der Vereine im Stadtteil Rietberg einfach nur schnöde, unspektakulär und ohne Gemeinschaftsveranstaltung montieren zu lassen und im Herbst wieder entfernen? So etwas kommt für Ortsvorsteher Engelbert Ottemeier nicht in Frage. Die Entscheidung zur Absage fiel, nachdem im Herbst die saisonvorbereitende Versammlung der Interessengemeinschaft Vereine­baum, sie firmiert aus logistischen Gründen unter dem Dach des Rietberger Heimatvereins, gelaufen war. Oder besser, nicht wirklich gelaufen war. Denn: Ganze vier Abgesandte der mittlerweile fast 30 Gemeinschaften, die ihre Wappen an den Baumringen hängen haben, fanden sich zur Besprechung ein.

Der Vorsitzende des Heimatvereins Frank Henrichfreise sowie je ein Delegierter der Schützengilde, des Rad-Sport-Clubs und des Haus-und-Grund-Vereins waren gekommen. Da sei die Versammlung ganz schnell über die Bühne gegangen, berichtet Ottemeier.

Nur vier Vereinsvertreter kommen

Schließlich seien für die Organisation und mehr noch für die Durchführung des Maifestes unter dem Stamm viele helfende Hände notwendig, nicht zuletzt auch, um die Besucher mit Speisen und Getränken zu versorgen und ein kleines Rahmenprogramm zu planen.

»Nicht ganz ohne« seien die Kosten und ebenso auch der Sicherheitsaspekt beim Aufstellen und mehr noch beim Abbau. Zwar habe es im vergangenen Jahr ordnungsgemäße Absperrungen gegeben, doch Passanten hätten diese, so der Ortsvorsteher, einfach ignoriert und seien unter den Ringen durchgegangen – just in dem Moment, als die Wappen abmontiert wurden.

Ob der Vereinebaum im nächsten Jahr am gewohnten Standort von Mai bis zum Herbst mit seinen bunten Schildern Touristen und Rietberger inmitten der Altstadt erfreut, hängt dann ab von den Baumaßnahmen am Pfarrheim. Sind diese abgeschlossen, stünde dem Ganzen nur noch das potenzielle Desinteresse entgegen.

Erstmals war der Baum unter sehr großem öffentlichen Interesse im Frühjahr 2015 aufgestellt worden. Ottemeier hatte seinerzeit im Spätwinter seine Idee öffentlich gemacht, reichlich Mitstreiter gefunden und trotz der Schwierigkeiten mit der Standortfrage zwischen denkmalgeschützten Bauten binnen nur drei Monaten die Realisierung des Projektes umgesetzt. Seither gab es jährlich Maifeste unter dem Stamm.

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