Stadt kann Betreuungsquoten nicht einhalten – Verbesserungen angekündigt
In den Kitas ist zu wenig Platz

Rietberg (WB/stl/pkb). Da gibt es Erhebungen, Untersuchungen und Statistiken, aber alle Zahlen, Daten und Fakten sind offenbar in manchen Fällen nicht ausreichend, um belastbare Prognosen zu stellen. Das zumindest stellte sich in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses heraus. Denn: Es mangelt an Kindergartenplätzen.

Freitag, 08.03.2019, 07:00 Uhr
Es mangelt an Kindergartenplätzen. Das hat sich in der jüngsten Sitzung des Schul- und Sozialausschusses heraus gestellt. Allerdings hat die Stadt bereits angekündigt, sich gleich in mehreren Bereichen um Verbesserungen kümmern zu wollen. Foto: dpa

Das Kreisjugendamt präsentierte den Kommunalpolitikern in der Fachausschusssitzung aktuelle Zahlen. Zumindest theoretisch fehlen zum neuen Kindergartenjahr in den unterschiedlichen Altersklassen insgesamt mehr als 170 Plätze, will man die vom Land vorgegebenen Betreuungsquoten erfüllen. Insbesondere für die drei- bis sechsjährigen Mädchen und Jungen sieht es mau aus. Allein hier, so sagt es die Statistik, müssten 99 weitere Plätze geschaffen werden.

Jugendamt zeigt sich überrascht

Nun wollen nicht alle Eltern, die mit ihrem Nachwuchs in den Meldebehörden geführt werden, tatsächlich ihr Kind auch über einen längeren Zeitraum im Kindergarten anmelden. Andere wollen gar keine Betreuung dieser Art und kümmern sich lieber in der Großfamilie selbst um den Nachwuchs.

Dennoch: »Für uns war dieses Zahlenergebnis in dieser Form nicht absehbar«, erklärte Barbara Grube vom Kreisjugendamt in der Sitzung den Rietberger Politikern. Stattdessen war man in der übergeordneten Behörde eigentlich sicher, dass in Rietberg alles im grünen Bereich liegen würde – wie gewohnt, zumal im vergangenen Jahr mit der AWO-Kita im Stennerland noch eine weitere neue Einrichtung in Betrieb genommen werden konnte (das WESTFALEN-BLATT berichtete).

Geburtenrate gestiegen

Bürgermeister Andreas Sunder hatte bereits in der Verwaltungsvorlage für den Tagesordnungspunkt der Sitzung einige Argumente für die veränderte Situation aufgeführt: »Zum einen beginnt der Betreuungswunsch in vielen Fällen schon deutlich früher, teilweise schon im ersten Lebensjahr. Auch die Geburtenzahlen haben sich in Rietberg deutlich positiv entwickelt. Lagen sie vor Jahren noch bei 260 bis 270, sind sie nunmehr kontinuierlich auf deutlich über 300 Geburten pro Jahr angestiegen.«

Einen weiteren Grund benannte der Chef der kommunalen Abteilung Jugend, Soziales und Wohnen, Wilfried Dörhoff, für das Rathausteam. Man verzeichne verstärkt den Zuzug junger Familien zurück auf elterliche Höfe, da der Immobilienmarkt die Nachfrage nach eigenem Wohnraum nicht abdecken würde.

Erste Maßnahmen, um den Mangel zu beseitigen, sind bereits getroffen. Wie die Stadtverwaltung im Ausschuss erklärte, solle das Containergebäude an der Sandfeldstraße erneut als Interimseinrichtung genutzt werden. Das war über fünf Monate hinweg auch 2017 schon so, als die AWO-Kita noch im Bau war. Mehr Platz geschaffen wird im Bokeler Kindergarten wie auch beim DRK in Mastholte. Eine neue Spielgruppe und eine neue Großtagespflegestelle sind in Vorbereitung und können beim akuten Problem ebenfalls helfen.

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