83 Gruppen feiern ausgelassen in der City – mit Video
So schön ist der Karneval in Rietberg

Rietberg (WB). Wie gut, dass der Sturm ausblieb! Denn so feierten die Rietberger ohne Sorge: »Ten Dondria Helau!«

Montag, 04.03.2019, 19:06 Uhr aktualisiert: 04.03.2019, 19:15 Uhr
So schön kann Karneval sein: Hübsche, junge Damen in rot-weißen Kostümen und blauen Perücken feiern ausgelassen auf den Straßen von Rietberg. Foto: Wolfgang Wotke

Eine solche Mischung und Anhäufung von großen, großartigen Wagen mit aufwendigsten, dabei witzigen und pfiffigen Aufbauten hat es unter den historischen Giebeln selten gegeben. Die vielen Besucher am Straßenrand kamen kaum aus dem Staunen heraus, denn nicht nur, dass die Wagenbauer und die Fußtruppen jede Menge toller Einfälle hatten, sie nutzten auch noch reichlich lokale Themen und nahmen humorvoll so manch örtliche Begebenheit genau unter die Lupe.

»Pfarrer mit Stihl«

Rosenmontag in Rietberg

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  • 83 Gruppen feiern den Straßenkarneval Foto: Wolfgang Wotke
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Die einen Prominenten traf es dabei mehr, die anderen weniger. Pfarrer Andreas Zander musste damit leben, dass er mit seiner Absicht, die Linden auf dem Friedhof zu fällen, den Jecken eine wahre Steilvorlage geliefert hatte. Dass auf eben diesem Friedhof auch schon das Outlet und das Parkhaus ruhen, davon zeugten große Grabsteine auf dem entsprechenden Mottowagen. »Pfarrer mit Stihl« wurde Zander tituliert, und Karnevalisten schwenkten fröhlich Nachbauten von Stihl-Motorsägen durch die Luft. Bürgermeister Andreas Sunder und Co. ins Dschungelcamp schicken, und dieses im Klostergarten installieren - eine Idee der Narren, die wohl keine Nachahmung finden wird.

»Grasfaser statt Glasfaser«, so machten die Jecken sich lustig über die allzulange Dauer der Anbindung ans schnelle Datennetz. Ob Dasshorst AG oder Varenseller Wagenbauer, letztere mit einem gigantischen Elefanten als Hilfsmittel gegen den Feinstaub durch Diesel, ob GKGR-Elferratswagen oder die Jugend-Musical-Bühne, es war schlichtweg gigantisch - von allen. 83 Einheiten schlängelten sich als närrischer Lindwurm durch die Stadt, erstmals vorbei auch an einer rauch- und alkoholfreien Schutzzone für Eltern mit Kindern. Überwältigt vom Empfang und den Menschenmassen, die sie feierten, zeigten sich nicht nur die Rietberger Prinzenpaare aus drei Stadtteilen sondern auch die gekrönten Gäste aus dem Delbrücker Land und die Abordnung der befreundeten Jecken aus dem sächsischen Dahlen.

Dem Sturm zum Trotz

Schon morgens waren, auch hier den Sturmprognosen zum Trotz, die Kinder in einem eigenen Umzug unterwegs. Rund 1200 Mädchen und Jungen marschierten mit Lehrern, Erziehern und Elternbegleitung vor reichlich Publikum. Wegen der Witterung wurde auf längere Vorstellungen verzichtet und das Tempo schneller angeschlagen als sonst. Im unerwarteten Sonnenlicht präsentierten sich die Nachwuchsnarren bunt, farbenfroh und fröhlich, und lebten Integration, denn erstmals war auch eine Gruppe des VKM für Menschen mit Förderbedarf mitten drin dabei.

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