Westerwieher Kolping-Jecken beenden Sitzungs-Marathon im Stadtgebiet
Ulk, Nonsens und Kokolores

Rietberg-Westerwiehe(WB). Was für eine Session! Am Wochenende beendeten die Kolping-Jecken in Westerwiehe die Sitzungsphase der fünften Jahreszeit 2018/2019. Und sie machten eines deutlich: So bunt und vielfältig wie es die Kostüme in den Umzügen sind, so bunt und vielfältig ist der Saalfasching in Rietbergs Stadtteilen.

Montag, 04.03.2019, 06:00 Uhr
Als verletztes Tanzmariechen erzählt Mark Buschsieweke von seinen Erlebnissen in der Reha-Klink. Foto: Petra Blöß

Haben sich die Kernstadt-Grafschaftler eher dem bissig kommentierenden politischen Text verschrieben, so stechen die Neuenkirchener Kolpinger durch liebevolle Sticheleien hervor. Mastholtes 1. April-Karnevals-Club (AKC) feiert Fasching auf dem Dorf – und Westerwiehe tut das auch, aber wiederum ganz anders.

Wer Ulk, Nonsens und Kokolores liebt, der war im Kükendorf gut aufgehoben. Was dem einen oder anderen Organisator da eingefallen ist, das sorgte für juchzende Begeisterung. Moderator Philip »Wacholder« Isenborth hatte schon zu Beginn vorgewarnt, Bürgermeisterwahl oder gescheitertes Outlet seien keine Themen im vierstündigen Spektakel, dafür aber jede Menge Witze aus den Trickkisten der Humoristen. Samt toller Einfälle in Sachen Sketchaktivitäten. Stimmungsbringer aber auch: die Tanzgruppen, denen aber so gar nichts dörflich-karnevalistisches früherer Zeiten mehr anhaftet.

Durchmarsch bei Bohlen

Was vor allem Fascination und die Beach Boys servieren, das ist höchste Tanzkunst mit jeder Menge schwieriger Choreographie-Elementen. Die Gardeteenies und die Gardeküken wie auch Art of Act rissen die Besucher zu lautstarkem Applaus und »Zugabe«-Rufen hin. Kostüme, Schrittfolgen, Ideen, auch das tänzerische Erzählen von Geschichten – es braucht keinen Vergleich in der weiten Region zu scheuen.

Sketche natürlich gehören seit 56 Jahren zum Westerwieher Karneval. Und immer wieder findet sich Nachwuchs, der die Tradition weiterlebt. »Vergleichsstudie 6.0«, etwa zeigte eine Art Synchronschwimmen im Trocknen. Pitsch, nicht Potsch, präsentierten ihre stimmungsvolle Version von Cordula Grün, eindeutig ein Anheizer für das sowieso schon recht fetenfreudige Publikum im proppevollen Saal von Seppel Kreutzheide.

»Two and a half men«; ja, die Gruppe nennt sich wirklich so, versuchte erfolgreich sich im heiteren Begrifferaten. Fabse und Tüt, ergänzt um den Willi, wagten sich gesanglich an ihren Auftritt und fantasierten in eigenen Texten über den Essbahnhof und vegetarischen Genuss. Wie Isenborth treffend feststelle, der eine oder andere Ton traf nicht so wirklich, »doch mit ein wenig Übung gibt das bei Bohlen einen Durchmarsch«.

»Bock is back«

Büttenredner? In Westerwiehe auch kein Problem. Der »Bock is back« hieß es für Norbert Steltenkamp und seine Ukulele, Gesang, Musik und Witze, die Mischung passt seit Jahrzehnten. Mark Buschsieweke erschien in diesem jahr als Tanzmariechen aus dem Krankenhaus, und Dirk Bunger als »Ackie der Camper« hat sich ebenso zu einer festen Größe gemausert. »Ährwin« alias Ralf Gnüchwitz-Holtkamp ist eh ein Urgestein, und so hielten sich Tänze und Wortbeitrage gekonnt die Waage. Einzig Präsident Peter Strathoff zog, anders als alle anderen hunderte von Jecken im Saal, in der Sitzung am Samstagabend phasenweise ein langes Gesicht. Weil er die Ergebniswette des Spiels Bayern München gegen Mönchengladbach gegen Isenborth verloren hatte, musste er sich einen »Lappen« umhängen, sprich, der bekennende Dortmund-Fan hängte sich wie versprochen einen Bayern-Schal um. Das ist Ulk in Westerwiehe!

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