Carl Philipp Tenge-Rietberg vereinbart naturnahe Bewirtschaftung
Fischteiche bleiben geschützt

Rietberg (WB). Die Bezirksregierung Detmold stellt die Fischteiche des Guts Rietberg für weitere 20 Jahre unter Schutz. Die Flächen sind erneut als Naturschutzgebiet ausgewiesen worden. Eine Bewirtschaftung ist dennoch möglich: Eigentümer und Bezirksregierung vereinbaren, die Teiche naturschutzgerecht zu nutzen.

Sonntag, 03.02.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2019, 10:54 Uhr
Haben eine naturschutzgerechte Bewirtschaftung der Rietberger Teiche vereinbart (von links): Bernhard Walter (Leiter Biologische Station Gütersloh/Bielefeld), Rita Rothenstein (Bezirksregierung Detmold), Carl Philipp Tenge-Rietberg und Hans-Georg Westermann (Untere Naturschutzbehörde).

Die 50 Hektar umfassenden Fischteiche wurden erstmals 1996 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Es ist ein wichtiger Bestandteil des EU-Vogelschutzgebietes »Rietberger Emsniederung mit Steinhorster Becken«. Dieses erstreckt sich über 927 Hektar in den Kreisen Gütersloh und Paderborn.

Gehölz und Röhricht müssen zurückgeschnitten werden

»Die Rietberger Fischteiche mit ihren Brut- und Rastvogelbeständen sind also nicht isoliert zu betrachten. Sie stehen in enger funktionaler Verbindung mit den Feuchtwiesen der Rietberger Emsniederung und dem zweiten Ankerpunkt des Vogelschutzgebietes, dem Steinhorster Becken«, erklärt Rita Rothenstein vom Dezernat für Naturschutz der Bezirksregierung.

Der Erhalt der menschengemachten Fischteiche erfordert eine Bewirtschaftung, wie sie für eine Karpfenteichanlage typisch ist. Dazu gehören das Ablassen des Wassers in einzelnen Teichen für einige Wochen sowie der Rückschnitt von Gehölzen und Teilen des Röhrichts, die ohne menschliches Zutun die Fläche über kurz oder lang komplett bedecken würden.

Große Bedeutung für Wasservögel und Moorfrösche

Die Bezirksregierung und der Eigentümer Carl-Philipp Tenge-Rietberg haben daher eine Vereinbarung unterzeichnet, die die Bewirtschaftung nach naturschutzfachlichen Kriterien durch den Eigentümer sicherstellt und auch honoriert. Rothenstein: »Die für die Bewahrung des guten Erhaltungszustandes nötigen Maßnahmen werden in einem jährlich stattfindenden Gespräch zwischen dem Eigentümer, der Biologischen Station und den Mitarbeitern der Naturschutzbehörden abgestimmt.«

Seit Entstehen der Fischteichanlage zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich eine vielfältige Flora und Fauna eingestellt.

Die Teiche sind von großer Bedeutung für Wasservögel und Röhrichtbrüter, zum Beispiel für Teichrohrsänger, Flussregenpfeifer, Zwergtaucher oder teils seltene Entenarten. Bemerkenswert ist auch das Vorkommen der Moorfrösche.

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