Pläne für den Ausbau des Vier-Sterne-Hauses über die Rathausstraße gestoppt Das Lind-Hotel bleibt erstmal so

Rietberg (WB). Das Lind-Hotel wird keinen Erweiterungsbau über die Rathausstraße ziehen. Die zwischenzeitlichen Überlegungen der Verwaltung, einen mehrstöckigen Ausbau über die zentrale Einkaufsmeile der historischen Altstadt in Richtung Bleiche und Am Balkan zu realisieren, sind endgültig vom Tisch, wie Bürgermeister Andreas Sunder am Rande der Ratssitzung Donnerstagabend im Progymnasium bekannt gab.

Von Petra Blöß
Aus der Traum: Das Lind-Hotel wird nicht über die Rathausstraße hinweg gebaut. Architekt Raimund Heitmann (von links), Projektleiter Alain Placke, Hotelinhaber Karlgünter Eggersmann und Hoteldirektor Johannes Kürpick legen die Pläne zur Seite.
Aus der Traum: Das Lind-Hotel wird nicht über die Rathausstraße hinweg gebaut. Architekt Raimund Heitmann (von links), Projektleiter Alain Placke, Hotelinhaber Karlgünter Eggersmann und Hoteldirektor Johannes Kürpick legen die Pläne zur Seite. Foto: Petra Blöß

»Diese planungsrechtliche Absicht wird seitens der Verwaltung nicht weiter verfolgt, denn alle politischen Fraktionen distanzieren sich inzwischen deutlich von dieser planungsrechtlichen Zielsetzung«, heißt es in einer schriftlichen Erklärung aus dem Rathaus. Und weiter: »In der Öffentlichkeit herrscht nach wie vor Verunsicherung darüber, ob die Erweiterung des Lind-Hotels in diese Richtung noch aktuell ist oder nicht.«

Viele Nachfragen von Bürgern

Das zeigten nicht zuletzt »viele Nachfragen, die diesbezüglich immer wieder bei Politik und Verwaltung« eingingen. »Vor diesem Hintergrund halten Verwaltung und Ratsfraktionen eine Klarstellung über diese Mitteilungsvorlage für geboten«, so Sunder. Diese Entscheidung bedeute allerdings nicht, dass eine Erweiterung »nicht mehr möglich ist. Das Vier-Sterne-Haus ist für Rietberg ein bedeutendes Hotel«, das auch über die Stadtgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf genieße.

Sunder in der schriftlichen Mitteilungsvorlage: »Der Wunsch des Betreibers, einen weiteren Anbau zu errichten, ist aus Sicht der Verwaltung nachvollziehbar.« Denkbar sei eine nördliche Erweiterungsvariante in Richtung Wiedenbrücker Straße und damit zu dem bereits vorhandenen Ergänzungsbau mit der Sky-Lobby.

Der Bürgermeister signalisierte: »Die Stadtverwaltung würde die Schaffung des Planungsrechts an dieser Stelle positiv begleiten.« Die Planungshoheit liege wie bei allen kommunalen Bauleitplanverfahren beim Stadtrat. Details müssten im weiteren Verfahren abgestimmt werden.

Kapazitäten reichen nicht aus

Johannes Kürpick, Direktor des Lind-Hotels, hatte schon vor längerer Zeit im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT geäußert, dass die Variante eines Anbaus über die Rathausstraße hinweg seitens des Unternehmens nicht mehr verfolgt werde. Die dort zur Verfügung stehende Fläche sei zu klein, um auf die für eine wirtschaftliche Erweiterung notwendige Zimmerzahl zu kommen.

Gerade zu dieser Planung hatte es viele Bürgereingaben gegeben, ein Neubau sei nicht verträglich mit der Umgebung, versperre das »Tor zur Altstadt« und passe schlichtweg dort nicht hin, hatten Besucher einer offenen Bürgersprechstunde zum Thema Nordtor-Entwicklung bereits im vergangenen Jahr kritisiert.

Das Hotel prüft nun weitere Standort-Möglichkeiten, unter anderem auch den von Bürgermeister Sunder angesprochenen Bereich am Flachdachgebäude zur Wiedenbrücker Straße hin. Fakt ist, dass die Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet in Sachen Fortbildung und Tagungen für große Unternehmen die derzeitigen Kapazitäten, die das Hotel zu bieten hat, bei weitem übersteigen. Platz wird benötigt.

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