Thema im Ausschuss: Geplante Erweiterung des Instituts Vita stößt auf Kritik Neubauten im Hochwassergebiet?

Rietberg (WB). Die Seniorenresidenz auf dem Gelände des Hauses Vita wird frühestens zum Jahreswechsel 2019/ 2020 ihren Betrieb aufnehmen können. Diesen Zeitraum nennt die Stadtverwaltung unter Berücksichtigung von Planung und Bauzeit jetzt in den umfangreichen Vorlagen für die Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Dienstag.

Von Petra Blöß
Der Umbau des Instituts Vita zur Seniorenresidenz dürfte sich verzögern. Das geht aus Unterlagen für den Bau- und Planungsausschuss hervor, der am Dienstag tagt. Zudem gibt es Kritik an geplanten Baumaßnahmen im Hochwassergebiet.
Der Umbau des Instituts Vita zur Seniorenresidenz dürfte sich verzögern. Das geht aus Unterlagen für den Bau- und Planungsausschuss hervor, der am Dienstag tagt. Zudem gibt es Kritik an geplanten Baumaßnahmen im Hochwassergebiet. Foto: Petra Blöß

Unter dem Stichwort »Baugebiet Luisenstraße« finden sich nicht nur umfangreiche Informationen über den Stand der Planungen, sondern auch zahlreiche Widersprüche von Anliegern und weiteren Bürgern, die mit den unterschiedlichsten Aspekten nicht einverstanden sind. Was bereits klar ist: Die optimistische Aussage der Investoren von vor exakt zwölf Monaten, »wenn alles läuft, erfolgt der erste Spatenstich im November 2017«, kann längst nicht mehr umgesetzt werden.

Dass der Bedarf für eine solche Anlage vorhanden ist, das bestätigt die Verwaltung. Für 2020 sieht man einen Fehlbedarf von 74 bis 102 Plätzen,  zehn Jahre später könnten es zwischen 145 und 181 Betreuungsplätzen sein.

Bedarf an Betreuung wächst

»Die Planungen beziehen sich auf eine Seniorenresidenz mit modernster Ausrichtung und verschiedensten Wohnformen. Im Zusammenspiel mit den unterschiedlichsten zusätzlichen Komponenten wie Begegnungscafé und medizinischer Unterstützung wie Physiotherapie ist davon auszugehen, dass sich das Einzugsgebiet bis weit über die Kreisgrenzen hinaus ausdehnen wird. Diese Einschätzung wird durch vermehrte Nachfrage von Stammgästen des Vita untermauert«, heißt es in einem Kommentar der Verwaltung zu einer Anfrage des Kreises in den Vorlagen.

Doch es ist nicht die geplante Um- und Neunutzung der ehemaligen Klosteranlagen an sich, die starke Kritik hervorbringt. So fürchten die Anlieger am Oesternforth-West Mehrbelastungen durch die verkehrliche Anbindung der Wohneinheiten, die zwischen Residenz und Lüning-Areal  geplant sind. Mehrere Eingaben beziehen sich auf die Versiegelung der bisherigen Grünparkflächen entlang des Dortenbaches gleich hinter dem Altbaubestand des Vita. »Hier handelt es sich um breit gesichertes Hochwassergebiet«, monieren mehrere Bürger und äußern Skepsis, dass die Bezirksregierung angesichts der neu entwickelten Hochwasserschutzpläne überhaupt einer Bebauung nah am Gewässerlauf zustimmen wird.

Stadt sieht keine Probleme

»Muss es denn sein, dass in einem solchen gesicherten Hochwassergebiet eine Bebauungsplanänderung angeschoben wird, die es einem Investor ermöglicht, von 20.000 Quadratmetern Grund und Boden mehr als 70 Prozent zu versiegeln?« Für die Stadt kein Pro­blem; sie deutet an, dass an anderer Stelle Aufweitungsmöglichkeiten für den kanalisierten Dortenbach geschaffen werden könnten.

Weitere Kritik gibt es mit Blick auf die Bebauung des bisherigen gepflegten Grüngürtels. »Das ist eine Beseitigung der einzigen sogenannten Grünen Lunge im nördlichen bebauten Gebiet der Kernstadt, weit entfernt von den LGS-Flächen im Osten«, moniert ein Bürger.

Hier verweist die Verwaltung auf den seit über 50 Jahren bestehenden Bebauungsplan, der einen solchen an sich gar nicht vorsieht. Wie letztlich am Vita und auf den angrenzenden für Wohnbebauung vorgesehenen Grundstücken gebaut werden kann und welche verkehrlichen Erschließungen auch mit Blick auf den Klimaschutz in der Klimakommune Rietberg möglich sein könnten, darüber diskutiert der Fachausschuss am Dienstag ab 17 Uhr im Ratssaal.

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