Bürgermeisterwahl: Offiziell kandidiert er noch nicht, aber Sunder sendet klare Signale Andreas Sunder: »Ich brenne für diese Stadt«

Rietberg (WB). Kommunalwahlen? Die gibt es 2018 im Kreis Gütersloh nicht – mit einer Ausnahme. In Rietberg steht die Wahl des Bürgermeisters an, und im Moment gibt es weder gesicherte Erkenntnisse über das Datum noch über die Kandidaten. Allerdings: Ein Bewerber scharrt schon vernehmlich mit den Hufen. Amtsinhaber Andreas Sunder sendet deutliche Signale aus, dass er noch mal antreten möchte.

Von Stefan Lind
So sehen Sieger aus: Andreas Sunder und seine Frau Kerstin lassen sich im Oktober 2012 im Ratssaal des Progymnasiums bejubeln. Soeben hat der FWG-Kandidat erfahren, dass er mit erdrutschartigen Gewinnen Bürgermeister geworden ist.
So sehen Sieger aus: Andreas Sunder und seine Frau Kerstin lassen sich im Oktober 2012 im Ratssaal des Progymnasiums bejubeln. Soeben hat der FWG-Kandidat erfahren, dass er mit erdrutschartigen Gewinnen Bürgermeister geworden ist. Foto: Carsten Borgmeier/Archiv

»Es gibt tatsächlich noch keine offizielle Bekanntmachung einer Bewerbung für die Kandidatur meinerseits«, sagt der Bürgermeister im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. Im Vorfeld wolle er diesbezüglich noch mit den Parteien im Rat sprechen. Dann aber folgt eine Erklärung, die aufhorchen lässt. »Ich kann nur so viel sagen: Ich brenne für diese Stadt, ich liebe meinen Job und ich fühle mich fit. Und die Familie, das ist mir besonders wichtig, macht auch mit.« Beste Voraussetzungen also.

Im Oktober 2012 gewählt

Rückblick: Andreas Sunder (FWG) ist im Oktober 2012 zum Bürgermeister der Stadt Rietberg gewählt worden. Die Wahl war notwendig geworden, weil sein Amtsvorgänger André Kuper (CDU) im Mai 2012 als Abgeordneter in den nordrhein-westfälischen Landtag nach Düsseldorf wechselte. Die Christdemokraten schickten Bärbel Diekhans ins Rennen.

Aber am Ende war das Ergebnis eindeutig: Sunder, unterstützt von Freien Wählern, SPD und Bündnisgrünen, holte 70,3 Prozent der abgegebenen Stimmen, Diekhans 29,7. Musste Sunder zunächst noch mit einer CDU-Mehrheit im Rat zurechtkommen, so änderten sich die Verhältnisse mit der Kommunalwahl im Mai 2014, die von starken Verlusten für die CDU und entsprechenden Gewinnen für die FWG geprägt war. Es bildete sich die sogenannte »Bürgermeister-Mehrheit« von FWG, SPD und Bündnisgrünen, die CDU musste sich mit der Oppositionsrolle abfinden.

Die sechsjährige Amtszeit Sunders geht am 31. Oktober zu Ende. Gewählt wird der neue (oder bisherige) Bürgermeister anschließend für sieben Jahre – eine Übergangsregelung, die diversen Gesetzesänderungen in den vergangenen Jahren geschuldet ist, wie Michael Hellweg, Leiter des Kreistagsbüros, erläutert. Zunächst einmal sei der Landrat aufgefordert, einen Wahltermin festzulegen: »Das wird spätestens bis Ende Januar der Fall sein.« Hellweg rechnet damit, dass der Urnengang im Herbst sein wird.

Warum aber sieben Jahre? »Wir haben zwei Systemwechsel in Nordrhein-Westfalen erlebt«, sagt der Experte. Die CDU-FDP-Regierung unter Ministerpräsident Jürgen Rüttgers habe Rats- und Bürgermeisterwahlen entkoppeln wollen, der Rat wurde fortan für fünf, der Bürgermeister für sechs Jahre bestimmt. Rot-Grün und Hannelore Kraft machten das wieder rückgängig und führten einen parallelen Fünf-Jahres-Rhythmus ein. Die nächsten Wahlen sind 2020. Hellweg: »Ein Rietberger Bürgermeister würde nach dieser Rechnung nur für zwei Jahre gewählt. Es gibt aber Übergangsregelungen. Bei sieben Jahren Amtszeit ist man 2025 wieder im Schema.«

»Kein Kommentar« von der CDU

Es bleibt die Frage: Wenn An­dreas Sunder erneut kandidiert, und alles sieht danach aus, wer tritt gegen ihn an? Gibt es bei der CDU schon Bewerber? »Kein Kommentar«, mehr möchte der Stadtverbandsvorsitzende Bernhard Altehülshorst nicht sagen. Auch auf Nachfrage will er nicht damit herausrücken, ob die Christdemokraten überhaupt einen Kandidaten aufstellen werden: »Diese Entscheidung ist noch nicht gefallen.« Man werde sich frühestens in ein paar Wochen äußern.

Bei der SPD, die früher auch schon mal einen eigenen Bewerber präsentierte, ist die Lage eindeutiger: »Ich werde mich in unserer Partei dafür einsetzen, keinen Kandidaten aufzustellen«, sagt Fraktionschef Gerd Muhle. Die Zusammenarbeit mit Andreas Sunder sei stets sehr gut gewesen. »Sollte er antreten und um unsere Unterstützung bitten, muss er uns allerdings auch ein paar inhaltliche Zusagen machen.« Außerdem müsse auf jeden Fall auch abgewartet werden, wie sich die CDU verhalten werde.

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